Vorstellungsgespräch – Stärken und Schwächen Beispiele

Zu den typischen Fragen im Vorstellungsgespräch gehören Fragen nach den persönlichen Stärken und Schwächen. Aber wie sollten Bewerber sich bei dieser und anderen Fragen verhalten? Mit welchen Antworten sammeln Bewerber eher Plus-, statt Minuspunkte? Hier gibt es zahlreiche Tipps für alle, die sich auf ein Vorstellungsgespräch gut vorbereiten wollen.

Die größten Schwächen – abgedroschene Antworten
Die Frage nach den Schwächen wird häufig im Einstellungstest, im Assessment Center oder im persönlichen Gespräch gestellt. Dabei werde viele Abwandlungen der Frage verwendet, wie “Welche drei Eigenschaften würde Ihr letzter Chef an Ihnen kritisieren?”, “Was mögen Ihre Eltern nicht an Ihnen?”, “Welcher Charakterzug stört Sie am meisten?”, “wenn Sie bei einem Projekt in Zeitverzug geraten sind, an welchen Ihrer persönlichen Eigenschaften könnte dies liegen?”, oder “Und welche drei Eigenschaften mochten Ihre Kollegen an Ihnen überhaupt nicht?”. Je nachdem welche dieser Abwandlungen verwendet wird, kann eine Antwort passender sein als die andere. Minuspunkte sammeln Sie auf jeden Fall mit der Antwort “Ich habe keine Schwächen.” Jeder Mensch hat Schwächen und es ist gut, diese zu kennen und nennen zu können. Denn das zeigt, dass Sie sich bereits mit Ihren persönlichen Schwächen beschäftigt haben. Genauso ist die Antwort “Ich bin überpünktlich.” oder “Ich bin oft ungeduldig.” zu abgedroschen und gibt meist Minuspunkte, weil solche Antworten zu einstudiert klingen und von Personalern mehrmals täglich gehört werden. Solche Antworten sagen nichts über die Persönlichkeit des Bewerbers aus. Sie zeigen nur, dass sich der Bewerber ein wenig mit den Standardfragen beschäftigt hat. Die Annahme der Personaler dabei ist: Wer sich selbst gut kennt, der bewirbt sich auf die richtigen, zu ihm/ihr passenden Stellen. Somit sollte die Antwort möglichst authentisch sein, und möglichst mit einem ABER-Nebensatz enden. Eine genannte Schwäche kann gerne noch im gleichen Satz relativiert werden.

Mögliche Schwächen – einige Beispiel-Fragen

  • Ich bin schlecht in … (denken Sie sich eine Sportart aus) . Das ist eine eher humorvolle Antwort, kommt aber deutlich besser an als Überpünktlichkeit.
  • Ich habe aktuell aufgrund meines Alters nur wenig Berufserfahrung, das wird sich in den nächsten Jahren sicherlich ändern.
  • Nennen Sie eine bestimmte Essgewohnheit, wie “Ich bin verrückt nach Vanille-Eis”.
  • Ich kann mir schlecht Namen merken, aber wenn es um wichtige Kunden geht, mache ich mir Notizen und baue Eselsbrücken.
  • Ich traue mich nicht als erster Präsentationen zu halten, aber meine Lehrer sagten mir stets ich würde es besonders gut können.
  • Manche behaupten ich sei zu zurückhaltend, aber wenn es um meine Interessen geht, dann bringe ich diese klar zum Ausdruck.
  • Ich bin manchmal zu ehrlich, Lügen ist nicht meine Stärke. (Je nach Beruf ist das vorteilhaft oder eher nicht.)
  • Ich brauche manchmal länger als andere, um eine E-Mail zu formulieren, da ich die besten Worte finden muss.
  • Ich brauche für die volle Konzentration viel Ruhe. Lärm kann mich schon mal aus der Fassung bringen. (Eher schlecht in der Baubranche)
  • Ich kann schlecht mit Kollegen umgehen, die unmotiviert sind. Mir selbst ist es sehr wichtig bei welchem Unternehmen und zu welchem Zweck ich arbeite. Andere Menschen, die nicht motiviert sind, enttäuschen mich.
  • Nein sagen fällt mir relativ schwer. Allerdings bleibe ich hart, wenn es um wesentliche Interessen des Unternehmens geht.

Die größten Stärken – belegen Sie jede mit Beispielen

Die Aufzählung der Stärken fällt uns naturgemäß deutlich leichter. Auch hier gilt es möglichst authentische, nicht einstudierte Antworten zu geben. Ganz wichtig ist es die Stärken mit Beispielen zu belegen. Übrigens kommt das bei den Schwächen auch gut an, allerdings sollten die Beispiele nicht so schwergewichtig gewählt werden, wie bei den Stärken.

Mögliche Stärken – einige Beispiele

  • Ich bin sehr diszipliniert. Meine Vorgesetzten sagen immer, ich setze die übertragenen Aufgaben so um, wie kein anderer.
  • Ich bin sehr kreativ. Das behaupten zumindest meine Freunde. Ich überlege mir gerne neue Lösungswege und bin eher ein Querdenker. (Das ist eine gute Antwort für innovative Unternehmen, Mittelstand, Startups)
  • Ich kann gut mit Zahlen umgehen. Dann ein persönliches Beispiel nennen, oder sich auf das Zeugnis berufen.
  • Ich bin sehr zielstrebig. Mit einem Beispiel aus der Praxis belegen.
  • Ich bin ein Kommunikationstalent. Das sollten die schulischen Leistungen in den Sprachfächern belegen können.
  • Ich bin ein Organisationstalent. Unter Zeitdruck bin ich am effektivsten, aber wenn die Situation organisatorisch ziemlich aussichtslos erscheint. Beispielsweise habe ich mal…

Weitere knifflige Fragen im persönlichen Gespräch

Neben den Standardfragen, die wir oben gesammelt haben, können auf Bewerber selbstverständlich Fragen zukommen, auf die sie nicht vorbereitet sind. Ein Beispiel dafür ist der sog. Brainteaser (ein Kopfnuss-Test). Den Bewerbern werden häufig Fragen gestellt, auf die sie unmöglich eine Antwort geben können. Dazu gehören Fragen wie “Wie viele Katzen leben in Deutschland?”, “Warum rollt ein Lastwagen erst ein Stück nach hinten wenn er anfährt?” oder “Wie schwer ist Ihrer Meinung nach Manhattan?”. Es können auch ganz andere, nur sehr schwer zu lösende Aufgaben sein. Hier ist es wichtig die Ruhe zu bewaren und mit kreativen, logischen Antworten zu glänzen. Die richtige Lösung ist dabei nebensächlich. Auf keinen Fall sollte man die Frage zurückgeben oder diese nicht zu beantworten. Das könnte als Leistungsverweigerung angerechnet werden.

Vorbereitung auf die Fragen und rundum das Vorstellungsgespräch
Haben Sie sich optimal auf die Fragen im Vorstellungsgespräch vorbereitet? Dann ist es erst die halbe Miete. Genauso wichtig ist es rundum einen guten Eindruck zu hinterlassen. Organisieren Sie sehr gut die Anfahrt zum Gespräch, damit Sie mit Pünktlichkeit glänzen. Genauso bereiten Sie die Kleidung und alles was zum äußeren Eindruck gehört, passend zur ausgeschriebenen Stelle vor. Sicherlich müssen Sie Notizen machen, nehmen Sie sich Scheibmaterial mit. PS: Notizen machen kommt immer gut an, aber natürlich nur an der richtigen Stelle. Weitere richtige Tipps rund um das persönliche Gespräch gibt es unter der Rubrik Assessment Center.

 

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