MedAT - Aufbau, Vorbereitung und Punktesystem

Das Medizinstudium erfreut sich sowohl in Deutschland als auch in Österreich großer Beliebtheit. Aufgrund der hohen Bewerberzahlen reichen die angebotenen Studienplätze in beiden Ländern allerdings in jedem Jahr nicht aus. In Deutschland vergeben die meisten Hochschulen die Plätze daher auf Basis eines Numerus clausus. Anders in Österreich. Hier nehmen alle Bewerber an einem Medizinertest teil. Der sogenannte MedAT bestimmt, wer am Ende für ein Studium zugelassen wird. 

Allgemeines über das Medizinstudium in Österreich

Am MedAT können sowohl österreichische als auch ausländische Bewerber teilnehmen. Allerdings ist ein fester Anteil der Studienplätze bestimmten Gruppen vorbehalten. Demnach vergibt das Land mindestens 75 Prozent der Plätze an österreichische Studenten, mindestens 95 Prozent gehen an Studenten aus Österreich und der EU. Maximal 5 Prozent sind Studenten vorbehalten, die keine Staatszugehörigkeit in der EU haben. Zudem wird der MedAT sowohl als Voraussetzung für ein Studium der Humanmedizin als auch der Zahnmedizin genutzt. Die Zahl der freien Studienplätze pro Jahr im Bereich Humanmedizin bewegt sich im Bereich von 1500, bei der Zahnmedizin sind es um die 150.

Als Voraussetzung für den Test müssen Bewerber die Hochschulreife mitbringen. Die Schulnoten selbst spielen aber keine Rolle. In jedem Jahr gibt es einen Termin, an dem der Test in ganz Österreich abgehalten wird. Man kann ihn also nur an einer Hochschule in Österreich machen. Auch gilt das Ergebnis nur für die Uni, an der man den Test abgelegt hat. Ein Wechsel zu einer anderen Hochschule mit dem Ergebnis ist nicht möglich. Wer aus bestimmten Gründen trotz Erfolg im Test sein Studium nicht direkt antreten kann, hat allerdings die Chance, seinen Studienstart durch ein Urlaubssemester um ein halbes Jahr zu verschieben. Ein Start im nächsten Jahr ist nur nach einem erneuten erfolgreichen Abschneiden im MedAT möglich.

Die Anmeldung erfolgt online auf der Webseite der jeweiligen Universität. Es handelt sich um die Medizinischen Universitäten Wien, Innsbruck und Graz und die Medizinische Fakultät an der Johannes-Kepler Universität Linz. An jeder Hochschule ist zudem eine Gebühr für die Testteilnahme zu entrichten. Wer sich den Traum vom Medizinstudium in Österreich erfüllen möchte, muss 110 Euro investieren.

Der Aufbau des MedAT

Der MedAT setzt sich insgesamt aus vier Teilbereichen zusammen, die mit unterschiedlicher Gewichtung in die Gesamtpunktzahl eingehen. Der erste Teil beschäftigt sich mit dem medizinischen Wissen. Der Basiskenntnistest für Medizinische (BMS) umfasst noch einmal vier weitere Teilbereiche. So werden 40 Aufgaben zu Biologie, 24 Aufgaben zu Chemie, 18 Aufgaben zu Physik und 12 Aufgaben zu Mathematik gestellt. Für die Bearbeitung haben die Teilnehmer 75 Minuten Zeit. Eine typische Frage könnte zum Beispiel sein: "Welche vier Basen kommen in der Desoxyribonukleinsäure (DNA) vor?"

Der nächste Teil des MedAT beschäftigt sich mit den kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten der Testteilnehmer, wobei es auch hier wieder verschiedene Teilbereiche gibt. In 15 Aufgaben müssen die Bewerber beispielsweise Figuren zusammensetzen, 10 Aufgaben beschäftigen sich mit Implikationen erkennen. Dazu gibt es 15 Aufgaben rund um das Thema Wortflüssigkeit sowie 10 Aufgaben zu Zahlenfolgen und weitere 25 Aufgaben rund um Allergieausweise. Insgesamt dauert der ganze Abschnitt 88 Minuten.

Dass Ärzte auch über ausgeprägte soziale Fähigkeiten verfügen müssen, spiegelt sich ebenfalls im MedAT wider. Der dritte Testbereich stellt die Sozial-emotionale Kompetenzen in den Mittelpunkt. In 30 Minuten gilt es, 10 Aufgaben über Soziales Entscheiden und weitere 10 Aufgaben über Emotionen erkennen zu beantworten. Im vierten Testabschnitt dreht sich alles um einen Text. Diesen müssen die Teilnehmer erfassen und anschließend Fragen beantworten.

Der MedAT ist in vielen Bereichen für Humanmediziner und Zahnmediziner ähnlich. Angehende Zahnärzte brauchen allerdings den Testabschnitt rund um das Textverständnis nicht absolvieren. Dafür müssen ein paar manuelle Fähigkeiten beweisen. In diesem muss man zum einen einen Draht biegen und zum anderen Formen spiegeln.

Die Punktvergabe

Nach dem Abschluss des Tests wird anhand der erzielten Punkte der Teilnehmer eine Rangliste gebildet. Unter der Berücksichtigung der Kontingente vergibt man anschließend auf Basis dieser die Plätze. In den Testteilen BMS, Textverständnis und Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten gibt es jeweils für eine richtige Antwort einen Punkt. Falsche Antworten bedeuten 0 Punkte, es gibt also keinen Abzug. Anschließend werden alle Punkte in einem jeweiligen Bereich addiert und durch die Gesamtzahl der Fragen geteilt. Dieser Wert geht dann in die Gesamtwertung ein. Im Abschnitt Sozial-emotionale Kompetenzen wird ein Durchschnittswert aus den beiden Testgruppen gebildet.

Anhand dieses Vorgehens ergibt sich für die Gesamtnote folgende Gewichtung:

  • Basiskenntnistest für Medizinische Studien 40 Prozent
  • Textverständnis 10 Prozent
  • Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten 40 Prozent
  • Sozial-emotionale Kompetenzen 10 Prozent

Vorbereitung und Übung

Anhand der Aufgaben des MedAT wird schnell klar, dass man durchaus schon etwas Wissen mitbringen muss. Zum Glück gibt es im Internet viele Übungsmöglichkeiten. Mit diesen lassen sich die verschiedenen Testabschnitte simulieren und man bekommt einen Eindruck davon, was man zu erwarten hat. Auch geben viele ehemalige Teilnehmer Erfahrungsberichte, Tipps oder haben Beispielaufgaben ins Netz gestellt, welche ebenfalls hilfreich sind. All diese Möglichkeiten sind extrem nützlich und können am Ende sogar den Unterschied ausmachen.

Bildquelle: #176858505 | Urheber: Robert Kneschke - fotolia.com


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