Werkstoffprüfer

Welcher Stoff ist ideal geeignet für ein bestimmtes Produkt? Diese Frage ist komplexer, als so manch einer es sich vorstellen mag und beschäftigt jeden Tag viele Experten in der Industrie und Wirtschaft. Bei diesen Experten handelt es sich in der Regel um Werkstoffprüfer, die in ganz unterschiedlichen Branchen praktisch unverzichtbar sind.

Werkstoffprüfer

Voraussetzungen für Interessenten

Das Berufsbild des Werkstoffprüfers ist ziemlich interessant. Grundsätzlich dreht sich der Arbeitsalltag darum, Metalle und Kunststoffe auf ihre Eigenschaften und Zusammensetzungen zu untersuchen. Dazu nimmst Du Experimente und Untersuchungen vor und dokumentierst die Ergebnisse anschließend. Auf Basis der Ergebnisse können dann Entscheidungen für den Einsatz der Materialien getroffen werden. Zudem untersuchen Werkstoffprüfer auch Schadensfälle und versuchen anhand der Ergebnisse zurückzuverfolgen, was die Ursache für das Problem war.

Die Arbeit als Werkstoffprüfer ist sehr anspruchsvoll, weshalb Bewerber für die Ausbildung ein paar Anforderungen erfüllen müssen. Neben handwerklichem Geschick und Interesse an Technik ist eine genaue Arbeitsweise und Gründlichkeit sehr wichtig. Schon kleinste Fehler können das Ergebnis verfälschen und langfristig für einige Probleme sorgen. Darüber hinaus solltest Du gut in einem Team arbeiten können und auch kein Problem damit haben, im Schichtdienst eingesetzt zu werden.

Übrigens
Ein Schulabschluss ist rein rechtlich für die Ausbildung nicht vorgeschrieben. Dies bedeutet allerdings nicht, dass viele Unternehmen nicht trotzdem einen voraussetzen. Meistens werden Bewerber mit einem Realschulabschluss oder einem sehr guten Hauptschulabschluss eingestellt. Dabei spielen auch die Noten in bestimmten Fächern eine Rolle. Unternehmen schauen bei den Bewerbungen besonders auf Chemie, Physik und Mathematik.

Die Lehrinhalte

Die Ausbildung zum Werkstoffprüfer ist dual aufgebaut, was bedeutet, dass Du sowohl in einem Unternehmen als auch in der Berufsschule unterrichtet wirst. Zudem gibt es mit Metalltechnik, Systemtechnik, Kunststofftechnik und Wärmebehandlungstechnik vier Fachrichtungen, zwischen denen Du Dich entscheiden kannst. Typischerweise steht die Fachrichtung im Zusammenhang mit dem Unternehmen, bei dem Du Dich bewirbst.

Die Ausbildungsdauer beträgt insgesamt dreieinhalb Jahre. In dieser Zeit lernst Du in der Berufsschule vor allem die theoretischen Grundlagen für Deine spätere Karriere. Auf dem Ausbildungsplan stehen neben Chemie und Werkstoffkunde auch elektrotechnische, mathematische und physikalische Grundlagen. Die Naturwissenschaften werden Dich also die gesamte Ausbildungsdauer begleiten.

Der praktische Teil der Ausbildung erfolgt dann im Unternehmen. Hier lernst Du nach und nach, wie Du die theoretischen Inhalte auch praktisch anwendest. Du machst Dich mit den verschiedenen Analyseverfahren sowie den unterschiedlichen Geräten und Maschinen vertraut. Anschließend beginnst Du mit Deinen ersten eigenen Analysen und erhältst zunehmend komplexere Aufgaben.

Der Verdienst in der Ausbildung

Die Arbeit während Deiner Ausbildung wird natürlich auch entlohnt. Wie hoch das Gehalt ausfällt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Auch wenn Werkstoffprüfer nach dem IG-Metall-Tarifvertrag bezahlt werden, kann sich der Verdienst je nach Unternehmen, Branche und Ort unterscheiden. Folgende Richtwerte können Dir als Orientierung dienen:

1. Lehrjahr 750 bis 930 €
2. Lehrjahr 790 bis 990 €
3. Lehrjahr 850 bis 1.050 €
4. Lehrjahr 890 bis 1.110 €
Berufseinstieg 1800 und 2500 € brutto

Nach dem Abschluss der Ausbildung steht der Start in das Berufsleben an. Arbeitgeber für Werkstoffprüfer finden sich in vielen Branchen wie zum Beispiel dem Maschinen- und Fahrzeugbau, bei Werkstoffprüfanstalten, bei Materialforschungseinrichtungen oder in der Energiewirtschaft. Auch gibt es im Berufsleben verschiedene Möglichkeiten der Weiterbildung. Zu diesem gehören beispielsweise der Industriemeister in der Fachrichtung Metall oder der Techniker in der Fachrichtung Werkstofftechnik. Alternativ kannst Du nach der Ausbildung auch an einer Fachhochschule studieren. Mögliche Studiengänge wären Werkstoffwissenschaft und Materialwissenschaft.

Tipps für die Bewerbung

Damit eine Bewerbung von Erfolg gekrönt ist, sollte auf verschiedene Dinge geachtet werden. Allein beim Anschreiben kannst Du viele Fehler machen. Aus diesem Grund empfiehlt sich professionelle Hilfe. Durch Tipps und Tricks von Profis bekommst Du nicht nur Hilfe bei der Bewerbung selbst, sondern auch Übungen für einen möglichen Einstellungstest. Mit der Hilfe der Online Tests kannst Du die Aufgaben, die Dich wahrscheinlich erwarten, schon einmal im Vorfeld üben. Gleichzeitig simulierst Du auch die Prüfungssituation.



 

Bildquellen

  • Werkstoffprüfer: Pixabay
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