Studieren ohne Abitur – Hochschulzugangsprüfung und andere Chancen

Studieren ohne Abitur - Hochschulzugangsprüfung und andere ChancenEs gibt viele Möglichkeiten in Deutschland ein Studium zu beginnen, ohne den Nachweis der allgemeinen Hochschulreife (Abitur) zu erbringen. Hier werden alle wichtigen Fragen rund um das Studium ohne Abitur beantwortet.

Kann man ohne das Abitur studieren?

Grundsätzlich ist es möglich. Die Schallmauer von 50.000 Studierenden ohne die allgemeine Hochschul- oder Fachhochschulreife wurde im Jahr 2015 durchbrochen. Die Nachfrage nach dem Studium ohne Abitur steigt von Jahr zu Jahr, auch wenn Studierende selbst nicht gerne darüber sprechen. Bewerber ohne Abitur müssen statt der allgemeinen Hochschul- oder Fachhochschulreife andere Nachweise erbringen.

Wie kann man ohne Abitur studieren?

Folgende Möglichkeiten haben Bewerber alternativ zum Abitur einen Hochschulzugang zu erhalten:

  • Meisterbrief oder ein gleichwertiger Abschluss
    Seitdem die Zugangsbedingungen im Jahr 2009 durch die Kultusministerkonferenz (KMK) vereinheitlicht wurden, erhalten deutschlandweit alle Inhaber eines Meisterbriefs oder eines gleichwertigen Abschlusses eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung.
  • Hochschulzugangsprüfung / Zulassungsprüfung für beruflich Qualifizierte
    Mit der Hochschulzugangsprüfung können Studieninteressierte das Abitur umgehen und direkt das Studium ohne den Nachweis einer Hochschulreife beginnen. Hierzu bieten zahlreiche Hochschulen für beruflich qualifizierte Bewerber ohne das Abitur eine spezielle Eignungsprüfung an. Qualifizierte Bewerber sind diejenigen, die eine mindestens zweijährige Berufsausbildung abgeschlossen haben und eine mindestens dreijährige Berufserfahrung nachweisen können. Das Eignungsfeststellungsverfahren bzw. der Studierfähigkeitstest wird von Hochschule zu Hochschule und je nach Studiengang unterschiedlich durchgeführt.
  • Probestudium von mindestens einem Jahr für beruflich Qualifizierte
    In manchen Bundesländern (u.a. Thüringen und NRW) wird alternativ zur Hochschulzugangsprüfung ein Probestudium angeboten. Erst mit dem erfolgreichen Absolvieren des Probestudiums erhalten beruflich qualifizierte Bewerber (mit Ausbildung und Berufserfahrung) die Zulassung zum Studium. Das Probestudium dauert in der Regel zwei bis vier Semester.
  • Begabtenprüfung
    Die Begabtenprüfung wird heute nur noch selten praktiziert, da diese teilweise durch die Hochschulzugangsprüfung abgelöst wurde. Mit der Begabtenprüfung können Berufserfahrene (mindestens 7 Jahre berufstätig), die mindestens 25 Jahre alt sind, einen uneingeschränkten Hochschulzugang erhalten. Im Gegensatz zur Hochschulzugangsprüfung können diese dann an allen Hochschulen studieren.

Wo kann man ohne Abitur studieren?

Solange ein Studiengang keine NC-Einschränkung besitzt und die Vergabe der Studienplätze nicht über die Zetrale Vergabestelle für Studienplätze (ZVS) erfolgt, ist grundsätzlich an jeder Hochschule das Studium ohne Abitur möglich. Sogar im Medizinstudium, indem die Zulassung nur über die ZVS erfolgt, ist es möglich. Allerdings haben es da Bewerber mit einem sehr guten Abitur und vielen Wartesemestern deutlich einfacher zugelassen zu werden.

Welches Studium wird ohne Abitur angeboten?

An den meisten Hochschulen gibt es für zulassungsbeschränkte Studiengänge eine Vorabquote für Bewerber ohne Abitur. Ca. 3-10% der Studienplätze werden häufig für solche Bewerber reserviert. In einer Studienberatung erfährt man häufig, wie hoch die Chancen an den einzelnen Hochschulen stehen, ohne Abitur zu studieren. Neben Auswahlgesprächen, und anderen Auswahlverfahren kann das Losverfahren die Rangfolge von Bewerbern bestimmen.

Ist es möglich Medizin ohne Abitur zu studieren?

Medizinische Studiengänge sind sehr begehrt, aber auch ohne Abitur kann man sich grundsätzlich bewerben. Da die Vergabe der medizinischen Studienplätze zentral über die Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de) erfolgt und bei der Auswahl die Abiturnote mit berücksichtigt wird, werden Bewerber ohne Abitur bei der Rangfolge mit einer Note von 4,0 bewertet. Damit sinken die Chancen auf einen Studienplatz enorm. Eine zusätzliche freiwillige Zugangsprüfung kann sich positiv auf die Note auswirken und so einige Wartesemester ersparen.

 

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