Tipps für Arbeitnehmer zur Steuererklärung

Jeder Arbeitnehmer führt mit seiner monatlichen Lohnabrechnung Lohnsteuer an das Finanzamt ab. Die Berechnung erfolgt nach den Lohnsteuertabellen auf der Grundlage der vermerkten Lohnsteuerklassen, die natürlich die individuellen Bedingungen jedes Einzelnen nicht berücksichtigen können. Mit einer Einkommenssteuererklärung kann die zu viel gezahlte Steuer zurückverlangt werden. Es lohnt also, sich mit dem Steuerantrag zu beschäftigen. Der Gesetzgeber hat auch für die Einkommenssteuererklärung von 2014 wieder Änderungen beschlossen.

Jeder Arbeitnehmer kann eine Einkommenssteuererklärung freiwillig einreichen. Dafür hat er vier Jahre Zeit, erst danach wären Erstattungsansprüche verjährt. Die Erklärung für 2014 muss dem Finanzamt also spätestens zum 31.12.2018 vorliegen. Es gibt jedoch auch Arbeitnehmer, die zu einer Steuererklärung verpflichtet sind. Sie müssen ihre Lohnsteuerverhältnisse offenlegen, wenn

  • ein Freibetrag vorab auf der Steuerkarte eingetragen wurde
  • im Steuerjahr Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld I oder II empfangen wurden
  • weitere Einkünfte (z. B. aus einem zweiten Arbeitsverhältnis, aus Vermietung oder aus einer Nebentätigkeit) vorliegen
  • bei zusammen veranlagten Ehegatten die Steuerklassen III und V gewählt wurden.

Die Steuererklärung muss dann bis zum 31. Mai des Folgejahres beim Finanzamt vorliegen, für das Steuerjahr 2014 also bis zum 31. Mai 2015. Nur, wenn ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein mit der Anfertigung der Steuererklärung beauftragt wurde, verschiebt sich dieser Termin auf den 31. Dezember. Verspätet eingereichte Erklärungen führen regelmäßig zu Verzugszinsen, wenn dadurch Nachzahlungen verzögert wurden. Das Finanzamt kann auch Verspätungsgelder verhängen, wenn die Steuererklärung nach Ablauf der Fristen nicht eingereicht wurde.

Arbeitnehmer sollten frühzeitig alle Unterlagen zusammentragen, die sie für die Steuererklärung benötigen. Dazu gehören auch die Jahreslohnsteuermeldung des Arbeitgebers sowie Dokumente, die die Werbungskosten belegen. Auch Versicherungsverträge oder Rechnungen für medizinische Maßnahmen sind wichtig, um Belastungen aufzudecken. Wer für das Jahr 2014 Erstattungen erreichen will, sollte folgende Tipps beherzigen:

Abzug von Reisekosten

Alle Beträge, die Arbeitnehmer für die Ausübung ihrer Tätigkeit aufwenden mussten, verringern als Werbungskosten die Steuerbelastung. Besonders Reisekosten gehören zu den gern vergessenen Werbungskosten, die aber unterm Strich zu einer deutlichen Rückerstattung führen können. Die Änderungen des Reisekostenrechts 2014 wirken sich zusätzlich positiv auf den Verpflegungsmehraufwand bei der Einsatzwechseltätigkeit aus. Neu ist, dass bei einer Abwesenheit ab 8 Stunden 12 Euro angerechnet werden. Ist man bei einer Dienstreise sogar ganztägig unterwegs, sind es 24 Euro (mehr zum Verpflegungsmehraufwand finden Sie auf reisekostenabrechnung.com). Die auswärtigen Einsätze müssen vom Arbeitgeber bestätigt werden.

Fahrten zur Arbeitsstätte

Ebenfalls als Werbungskosten gelten die Fahrten zur Arbeitsstätte. Der Arbeitgeber muss für seine Angestellten jetzt eine erste Arbeitsstätte definieren. Die Entfernungskilometer bis dorthin können mit 0,30 Euro abgerechnet werden. Kann der Chef eine erste Arbeitsstelle nicht festlegen, etwa bei Außendienstmitarbeitern oder Monteuren, dann gehören die Aufwendungen für die Fahrten zu den Reisekosten, hier dürfen Kosten für Hin- und Rückfahrt berücksichtigt werden.

Haushaltsnahe Dienstleistungen nicht vergessen

Belege für haushaltsnahe Dienstleistungen können die Steuerbelastung ebenfalls mindern. Die Auftraggeber müssen die Rechnungsbelege des ausführenden Unternehmens jedoch genau prüfen. Nur der Arbeitslohn kann steuerlich geltend gemacht werden, nicht jedoch die Materialkosten! Der Betrag darf nicht bar gezahlt werden, das Finanzamt erkennt nur Überweisungen an. Das gilt auch für Handwerkerleistungen, wenn sie für die Sanierung oder Renovierung von Immobilien anfallen.

Berufliche Umzüge berücksichtigen

Als Werbungskosten gelten auch alle Kosten für Umzüge, die durch einen Jobwechsel entstehen. Pauschal erstattet das Finanzamt 695 Euro bei Alleinstehenden, 1.390 Euro bei Verheirateten. Werden jedoch alle Belege eingereicht, kann die Rückzahlung auch viel höher ausfallen. Kosten für private Umzüge zählen zu den haushaltsnahen Dienstleistungsaufwendungen, an denen sich das Finanzamt ebenfalls mit 20 Prozent beteiligt.

Womit macht man die Steuererklärung 2014 am einfachsten?

Für das Einreichen der Einkommenssteuerklärung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Arbeitnehmer können nach wie vor die Erklärung auf den dafür vorgesehenen Formularen abgeben. Diese sind bei den Finanzämtern erhältlich, können aber auch aus dem Internet ausgedruckt werden. Sie werden nicht mehr automatisch zugeschickt. Da die Formulare aber in den Ämtern manuell bearbeitet werden müssen, kann die Bearbeitung länger dauern als bei elektronischen Steuererklärungen.

In den letzten Jahren hat sich die elektronische Abgabe der Einkommenssteuererklärung bewährt. Die Finanzverwaltung hat dazu das ELSTER-Programm entwickelt, welches die elektronische Übermittlung erleichtert. Finanzämter erhoffen sich so eine einfachere Bearbeitung, da sie die Daten elektronisch einlesen können. Viele Unternehmen bieten heute Steuersoftware oder Online-Tools an, mit denen die Daten erfasst, aufbereitet und  werden. Diese verfügen häufig über eine ELSTER-Schnittstelle, sodass die Übermittlung einfach möglich ist und man nicht zwingend direkt auf die ELSTER-Software der Finanzbehörden angewiesen ist. Dennoch ist es notwendig, Anlagen und Belegkopien an das Amt einzuschicken. Hochwertige Steuersoftware legt alle Stammdaten des Arbeitnehmers in einer Datei ab und ermöglicht eine Datenübernahme beim Jahreswechsel. Dann müssen nur noch die individuellen Änderungen des Vorjahres eingetragen werden, dass spart viel Zeit. Selbstverständlich müssen die Programme alle gesetzlichen Änderungen berücksichtigen. Regelmäßige Updates sind also einzupflegen, wenn keine Jahressteuersoftware verwendet wird. Gute Software hilft dem Steuerzahler durch benutzerfreundliche Anwenderoberflächen und automatische Prüfungen der Angaben, sie warnt bei widersprüchlichen Angaben und gibt wertvolle Tipps. In der Regel können die Formulare der Erklärungen vorab angesehen werden, die voraussichtliche Erstattung oder Nachzahlung wird berechnet.

Unter dem Begriff ELSTER-Online findet sich im Internet jedoch auch ein Tool für die Steuererklärung. Dieses wird von den Finanzbehörden bereitgestellt. Viele Steuerzahler denken, dass sie dieses unbedingt verwenden müssen, um ihre Steuererklärung elektronisch einzureichen. Das ist jedoch nicht so! Das Softwaretool stellt nur die Formulare online, die Daten müssen dann eingetragen werden. Im Bereich der Einkommenssteuer konnte es in verschiedenen Verbrauchertests nicht überzeugen (siehe dazu auch hier den Beitrag mit der Kritik zu ELSTER-Online). Herausgegeben von der Finanzverwaltung kommen Steuerprofis damit gut zurecht, für den normalen Steuerpflichtigen enthält es jedoch viel zu wenige Informationen. Nutzer erfahren so keine Neuerungen in der Gesetzgebung und könnten damit wertvolles Geld verschenken. Außerdem ist die Registrierung bei der Elster-Plattform kompliziert und dauert einige Zeit. Geeignet ist das ELSTER-Online vor allem für Steuerprofis, die damit ihre Umsatzsteuervoranmeldungen, die Lohnsteueranmeldungen sowie die Einkommenssteuererklärungen versenden können.

Schreibe einen Kommentar

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 Stimmen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...