Polizist werden bei der Schweizer Polizei - Das Auswahlverfahren

Die Ausbildung der Polizei in Deutschland und in der Schweiz ist sich in vielen Bereichen ähnlich. In beiden Ländern sind die jeweiligen Bundesländer beziehungsweise Kantone für die Nachwuchskräfte in ihrer Region verantwortlich. Entsprechend unterscheiden sich die Anforderungen, die Aufnahmeprüfung und die Ausbildung in Details voneinander. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in der Schweiz aber nicht die Pflicht, sich schon vor der Ausbildung für unterschiedliche Laufbahnen zu entscheiden. Es findet also keine Unterteilung der Auszubildenden statt und auch ein Studium existiert wie in Deutschland nicht. Dafür setzen viele Kantone eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus, während in anderen ein Schulabschluss ausreicht.

Voraussetzungen für Polizisten

Wer sich in der Schweiz zum Polizisten ausbilden lassen möchte, der muss auch Schweizer Staatsbürger sein. EU-Bürger und Menschen aus Nicht-EU-Ländern werden in der Regel nicht auf die Aufnahmeprüfung zugelassen. Gleiches gilt auch für Personen, die keinen einwandfreien Leumund haben. Vorstrafen, Schulden oder ähnliche Problem sorgen dafür, dass Bewerber vom Polizeidienst ausgeschlossen werden. Zudem ist auch der Führerschein eine bindende Voraussetzung.

Neben den genannten Punkten gibt es weitere Faktoren, die sich aber von Kanton zu Kanton unterscheiden. So gilt in manchen Teilen der Schweiz die Größe als Ausschlusskriterium. Je nach Kanton müssen Frauen eine Mindestgröße von 160 bis 165 Zentimetern erreichen, um zur Aufnahmeprüfung zugelassen zu werden. Bei Männern liegt der Wert zwischen 160 und 172 Zentimeter. Auch das Alter spielt mitunter eine Rolle. Vielfach ist es aber ein eher weiches Kriterium, was bedeutet, dass die Kantone ein Idealalter angeben, jüngere oder ältere Personen aber nicht direkt ausschließen.

Die Aufnahmeprüfung in der Schweiz

Wie in Deutschland unterscheidet sich die Aufnahmeprüfung in Details je nach Kanton. Manche Kantone arbeiten zudem zusammen und bieten einen gemeinsamen Test an. Besteht der Bewerber den Test, dann erhält er ein Zertifikat, mit dem er sich für zwei Jahre für eine Ausbildung als Polizist in den beteiligten Kantonen bewerben kann. Mitunter findet nach der Bewerbung noch einmal ein weiteres Auswahlverfahren statt, dessen Test ist aber weniger umfangreich aufgebaut.

Die Testverfahren sind vom Grundaufbau in der Regel ähnlich. So werden die Kandidaten sowohl theoretisch als auch in Hinblick auf ihre sportlichen Fähigkeiten überprüft. Im theoretischen Teil können unter anderem ein Sprachkompetenztest, ein Rechtschreib- und Grammatiktest, ein Test zur Merkfähigkeit, ein Intelligenztest, ein Mathematiktest oder ein Test zur Überprüfung der Schreibfähigkeiten an der Tastatur auf die Bewerber warten. Die Sporttests überprüfen die Kraft und die Ausdauer der Teilnehmer und dies häufig sowohl an Land als auch im Wasser. Klassische Übungen sind Sprinttest, Hindernisparcours oder Dauerlauf.

Ebenfalls zur Aufnahmeprüfung gehört in der Regel ein Gespräch. Ähnlich wie bei einem Vorstellungsgespräch unterhält sich der Bewerber mit einem oder mehreren erfahrenen Polizisten, die verschiedene Fragen zu Dingen wie Motivation und Persönlichkeit stellen.

Ausbildung in den Kantonen

Haben die Bewerber die Aufnahmeprüfung und das Auswahlverfahren überstanden, kann die Ausbildung beginnen. Diese findet in der Schweiz an einer Polizeischule statt und dauert in der Regel zwei Jahre, wobei die Zeit in theoretische Ausbildung und Praktika unterteilt ist. Der genaue Aufbau kann sich aber, wie auch bei den Aufnahmeprüfungen, je nach Kanton unterscheiden. In manchen Kantonen erfolgt die theoretische Ausbildung zuerst und das Praktikum wird anschließend am Stück absolviert, in anderen gibt es immer wieder Blöcke.

Die Inhalte in den verschiedenen Polizeischulen sind allerdings relativ ähnlich. Neben praktischen Themen wie Selbstverteidigung, Schießtraining, Einsatzverhalten oder Fahndungs- und Einvernahmetaktik steht auch eine umfassende rechtliche Ausbildung auf dem Plan. Dabei werden sowohl die Gesetze an sich gelehrt, als auch die Absicht, die der Gesetzgeber verfolgt.

Aufstiegsmöglichkeiten

Nach dem Abschluss der Ausbildung beginnt für die neuen Polizisten der Dienstalltag. Die Karriere ist damit aber noch lange nicht zu Ende. Neue Dienstgrade oder Spezialisierungen warten auf die Polizisten nach bestimmten Dienstjahren. Je nach Kanton können unterschiedliche Voraussetzungen gelten. Wer eine bestimmte Anzahl von Dienstjahren absolviert hat, kann sich beispielsweise durch weitere Ausbildungen in Richtungen wie Kriminalpolizei, Umweltkriminalität oder Verkehr und Verkehrssicherheit spezialisieren. Auch Führungskräfte sind gefragt. Wer sich für diese Weg interessiert, dem steht der Karrierepfad in die Kaderlaufbahn offen.


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