Medizinertest TMS: Alle Infos und Inhalte des TMS

Strebst du in Deutschland ein Studium in der Medizin an, warten zahlreiche Hürden auf dich. Sicherlich die größte Hürde ist die Konkurrenz, denn mehr als die Hälfte aller Medizin-Studienplätze in der Bundesrepublik werden über individuelle Auswahlverfahren der Hochschulen vergeben. Hier kommt der Medizinertest TMS (Test für Medizinische Studiengänge) ins Spiel. Dieser kann dir nämlich dabei helfen, deinen Abiturnotendurchschnitt zu verbessern bzw. aufzuwerten. Und dir so einen der heißbegehrten Studienplätze zu sichern. Was du dafür tun musst, welche Inhalte auf dich warten und wie du dich am besten vorbereiten kannst, zeigen wir dir im Folgenden jetzt einmal im Detail.

Medizinertest TMS

Medizinertest in Deutschland: Was steckt dahinter?

Mediziner werden natürlich in jedem Land gebraucht, weshalb immer ein gewisser Bedarf für medizinische Berufe vorhanden ist. Allerdings sind derartige Berufe auch oftmals mit strengen Anforderungen verbunden, schließlich kann es im Berufsalltag im Zweifel um das Leben eines Menschen gehen. Wenig überraschend gestaltet sich der Zugang zu einem Medizinstudium in Deutschland daher enorm komplex. Zahlreiche Unis verlangen einen NC von 1,0, gleichzeitig muss dann zusätzlich auch noch eine breite Masse an Konkurrenten „aus dem Weg geräumt“ werden. Der Medizinertest ist dafür gedacht, um die eigenen Qualitäten noch einmal besser in den Vordergrund zu stellen. Schneidest du hier also gut ab, erhöhst du deine Chancen auf einen Platz im Studiengang deiner Wahl deutlich.

Sicherlich ganz interessant zu wissen ist hierbei, dass dieser Studiengang Test nicht allein als deutsche Erfindung bezeichnet werden kann. In Österreich wird ebenfalls ein derartiger Test durchgeführt, der als MedAT bezeichnet wird.

Achtung
Möchtest du dich auf den Medizinertest optimal vorbereiten, solltest du unbedingt unseren Online-Kursals Lernhilfe nutzen!

Medizinertest TMS: Übungen, Inhalt und Dauer im Detail

Der Medizinertest in Deutschland wird an zahlreiche Universitäten durchgeführt und besteht aus insgesamt neun verschiedenen Untertests. Hier haben wir diese bereits einmal kurz für dich aufgelistet, im weiteren Verlauf nehmen wir die Aufgaben aber noch einmal genauer unter die Lupe:

  • Muster zuordnen
  • Medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis
  • Schlauchfiguren
  • Quantitative und formale Probleme
  • Konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten
  • Figuren lernen (Lernphase und Reproduktionsphase)
  • Fakten lernen (Lernphase und Reproduktionsphase)
  • Textverständnis
  • Diagramme und Tabellen

Jeder einzelne Untertest besteht noch einmal aus verschiedenen Aufgaben, so dass du insgesamt 198 Aufgaben meistern musst. Hierbei wird für jeden der einzelnen Untertests eine maximale Zeit festgelegt, so dass der Test insgesamt eine Dauer von etwas mehr als fünf Stunden vorweisen kann. Dazwischen gibt es eine Mittagpause von einer Stunde. Wichtig: Die Zeit für jede Aufgabe läuft dann, wenn dir die Aufgabe gestellt wird. Das bedeutet also, dass die Uhr schon tickt, wenn du gerade noch die Aufgabenstellung liest. Dementsprechend solltest du darauf achten, dich so intensiv vorzubereiten, dass du bei jeder Aufgabe in jedem Untertest sofort weißt, was zu tun ist.

Wichtig
Der Schwierigkeitsgrad innerhalb der Testaufgaben nimmt zu. Die ersten Aufgaben in einem Untertest sind somit immer einfacher als die letzten Aufgaben des jeweiligen Untertests.

Die Übungen im Medizinertest

Damit du bei deiner Vorbereitung für den Medizinertest TMS keine Zeit verschwendest und dich von Beginn an auf die korrekten Themen und Aufgaben einstellen kannst, haben wir im Folgenden einmal alle neun Untertests genauer unter die Lupe genommen. Optimal also für deine TMS Vorbereitung, da du nacheinander alle Untertests bis zur Perfektion üben kannst.

1. Muster zuordnen

Die ersten 24 Aufgaben im TMS warten im Bereich der Musterzuordnung auf dich. Insgesamt 24 Minuten Zeit hast du für diesen Test, jede Aufgabe besteht dabei aus einem komplexen Bild, einem Muster und fünf Musterausschnitten. Deine Aufgabe ist es, herauszufinden, welcher der Musterausschnitte das jeweilige Muster korrekt darstellt.

2. Medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis

Schon etwas komplexer wird es im zweiten Untertest. Hier geht es um das medizinisch-naturwissenschaftliche Grundverständnis, welches ebenfalls wieder in 24 Aufgaben geprüft wird. Vorgesehen ist hier allerdings ein Zeitraum von 60 Minuten, da du kurze Texte analysieren und hierzu anschließend Fragen beantworten musst.

3. Schlauchfiguren

Dein räumliches Vorstellungsvermögen prüft der TMS durch den Untertest Schlauchfiguren, der ebenfalls aus 24 verschiedenen Aufgaben besteht. Hier darfst du dir allerdings nicht allzu viel Zeit lassen, denn eingeplant sind für diesen Untertest maximal 15 Minuten. Angezeigt werden dir bei jeder Aufgabe zwei Würfel, in denen einer oder mehrere Schläuche liegen. Du musst dann entscheiden, ob der rechte Würfel von oben, links, rechts, oben, hinten oder vorne das Abbild des linken Würfels ist.

4. Quantitative und formale Probleme

Wiederum 60 Minuten Zeit stehen dir im Untertest für quantitative und formale Probleme zur Verfügung. Auch hier gilt es wieder 24 verschiedene Aufgaben zu meistern, die sich mit Einheiten, Zusammenhängen, Formeln und ähnlichem aus dem Bereich der Medizin und Naturwissenschaften beschäftigen.

5. Konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten

In der Medizin ist das konzentrierte und sorgfältige Arbeiten besonders wichtig. Der TMS testet dich in diesem Bereich in 24 verschiedenen Aufgaben, für die dir insgesamt aber nur acht Minuten Zeit zur Verfügung gestellt werden. Deine Aufgaben sehen hier zum Beispiel das Markieren bestimmter Buchstaben vor oder verlangen von dir, bestimmte Wörter aus Wortverbänden herauszufiltern. Direkt im Anschluss an diesen Untertest wird dann eine einstündige Pause durchgeführt.

Beachten
Sämtliche Hilfsmittel sind für den TMS untersagt. Du darfst also keinen Taschenrechner, kein Smartphone, kein Lineal und keine Bücher oder ähnliches nutzen.

6.1 Figuren lernen (Lernphase)

Eingeläutet wird der „Endspurt“ im Medizinertest TMS durch die Lernphase für die Aufgabe „Figuren lernen“. Deine Aufgabe besteht zunächst einmal nur darin, die verschiedenen Figuren wahrzunehmen und sich diese gut einzuprägen. Im weiteren Verlauf musst du das unter Beweis stellen: Achtung: Die Reproduktionsphase folgt nicht direkt nach der Lernphase. Stattdessen sorgt eine weitere Lernphase in einem anderen Bereich für einen erhöhten Schwierigkeitsgrad.

7.1 Fakten lernen (Lernphase)

Weiter geht es im Anschluss an die Lernphase für das Lernen der Figuren mit der Lernphase für das Lernen von Fakten. Insgesamt 15 Patienten werden dir hier vorgestellt und du lernst verschiedene Fakten über diese kennen. Im weiteren Verlauf besteht deine Aufgabe dann darin, möglichst viele der genannten Fakten widergeben zu können.

8. Textverständnis

Die Aufgabenstellung in dieser Übung ist recht simpel und einfach zu verstehen. Dir werden drei etwas längere Texte vorgelegt, anschließend musst du zu jedem Text sechs Fragen beantworten. Inhaltlich fordern dich die Texte allerdings durchaus, so dass auch diese vermeintlich kleine und leichte Aufgabe nicht unterschätzt werden sollte.

6.2 Figuren lernen (Reproduktionsphase)

Nachdem zwischenzeitlich weitere Aufgaben gemeistert werden mussten, steht jetzt die Reproduktionsphase für die erlernten Figuren an. Hier musst du nun also angeben, wie die Figuren genau aussahen, bzw. an welcher Stelle sich die jeweilige Markierung der Figur befand.

7.2 Fakten lernen (Reproduktionsphase)

Weiter geht es im Anschluss mit der Reproduktionsphase zu den erlernten Fakten über die Patienten. Diese musst du nicht einfach so aufführen, stattdessen werden dir in dieser Aufgabe verschiedene Fragen zu den einzelnen Personen gestellt. Und diese müssen dann von dir beantwortet werden.

9. Diagramme und Tabellen

In der letzten Aufgabe des TMS geht es darum, wie gut du Informationen aus Diagrammen oder Tabellen ziehen kannst. Hierzu gibt es zu jeder Grafik oder Tabelle noch eine kleine Einleitung, anschließend musst du die Tabellen und Diagramme dann korrekt interpretieren.

Bewerbung für medizinische Studiengänge: So ist der Ablauf mit TMS-Teilnahme

Zu Beginn der aufregenden Zeit rund um die TMS-Teilnahme und den Studienbeginn steht natürlich erst einmal die Anmeldung für den Medizinertest und anschließend die Bewerbung für den jeweiligen Studienplatz. Wie das Ganze aussehen kann, wollen wir nachfolgend einmal anhand von unserem kleinen Beispiel zeigen:

  1. Online für den Test anmelden: Du kannst für den Test nicht nur eine Online Vorbereitung durchführen und Lernmaterial aus dem Internet nutzen, sondern auch die Anmeldung online durchführen. Zunächst einmal solltest du die jeweiligen Fristen prüfen- und zwar frühzeitig. Wer 2020 am Test teilnehmen möchte, sollte sich 2019 bewerben, wer 2021 teilnehmen möchte, sollte sich 2020 bewerben. Anschließend kannst du die Anmeldung durchführen und deine Anmeldegebühr bezahlen.
  2. Anmeldegebühr bezahlen: Die Teilnahme am TMS ist mit Kosten für dich verbunden. Wie hoch diese genau ausfallen, erfährst du vor der Anmeldung natürlich noch einmal im Detail. In den vergangenen Jahren lag die Gebühr bei rund 75 Euro. Guter Tipp: Ideal ist es, wenn du möglichst frühzeitig die Gebühr überweist. So sicherst du dir gute Chancen darauf, dass dein bevorzugter Prüfungsstandort noch nicht „ausgebucht“ ist.
  3. Vorbereiten und am TMS teilnehmen: Nachdem deine Anmeldegebühr gezahlt ist, solltest du keine Zeit verschwenden und nach unseren Erfahrungen direkt mit der Vorbereitung starten. Übungsaufgaben, auch mit Lösungen, finden sich zu Hauf. Anschließend nimmst du dann am jeweiligen Prüfungstag an deiner Prüfung teil.
  4. Ergebnisse erhalten und an der Hochschule einschreiben: Wurden dir erfreuliche Ergebnisse mitgeteilt, rutscht du mit großer Wahrscheinlichkeit in der Rangliste für deinen Studienplatz nach oben und kannst dich dann über einen der wenigen freien Plätze freuen. Das bedeutet für dich dann nur noch: Einschreiben und das Studium beginnen.

Die perfekte Vorbereitung für den TMS: Was sollte ich beachten?

Geht es an die perfekte Vorbereitung für den Medizinertest TMS solltest du im Idealfall natürlich frühzeitig damit beginnen. Der Test ist insgesamt mit fast 200 Aufgaben natürlich enorm umfangreich und ohne die richtige Vorbereitung nicht erfolgreich zu meistern. Im besten Fall gehst du die einzelnen Untertests Stück für Stück durch und übst diese so lange, bis die einzelnen Übungen sitzen. Dabei ist ein guter Zeitplan definitiv erforderlich, eingeplant werden sollten hier auch mögliche Verzögerungen. Es kann zum Beispiel immer sein, dass du in einigen Bereichen etwas mehr Zeit benötigst, als von dir gedacht. Solltest du hierfür keine Lücke eingeplant haben, könne es mit der gesamten Zeiteinteilung problematisch werden und du kriegst vielleicht nicht alle Inhalte in deinem Lernplan unter.

Hilfreich ist es im Zusammenhang mit der Vorbereitung übrigens, sich alte Schulunterlagen anzusehen. Generell sollte aber vor allem mit entsprechenden Lernhilfen für den Test gearbeitet werden, die idealerweise auch die zeitliche Vorgabe berücksichtigen. So kannst du unter „Wettkampfbedingungen“ üben und wirst jederzeit richtig geprüft. Je besser du dich vorbereitest, desto ruhiger und cooler wirst du die ganze Sache am Prüfungstag angehen können – ebenfalls ein Argument für eine straffe Vorbereitung. Darüber hinaus sei noch einmal erwähnt, dass die Teilnahme am Test mit Kosten verbunden ist und nur einmal im Jahr stattfindet. Es wäre also höchst ärgerlich, diese Chance nicht zu nutzen.

Achtung
Wenn du an einer Universität Medizin studieren möchtest, musst du natürlich die jeweiligen Voraussetzungen und Termine der Hochschule beachten. Ein Medizinstudium ohne Abitur ist beispielsweise nicht möglich.

Fazit: Chance nutzen und Traum-Studium beginnen

Ein abgeschlossenes Medizinstudium, ganz gleich ob Zahnmedizin oder Humanmedizin, ist so gut wie immer mit einer tollen beruflichen Perspektive verbunden. Mediziner verdienen im Schnitt enorm gut, gleichzeitig sind diese Berufe in der Gesellschaft natürlich besonders hoch angesehen. Die Grundvoraussetzung hierfür ist allerdings, dass du es auf einen der Ranglistenplätze der Hochschule schaffst, was in erster Linie mit dem Medizinertest TMS möglich gemacht wird. Dieser hilft dir dabei, deine Voraussetzungen zu verbessern und deine Chancen auf das Studium mit einem guten Test deutlich zu steigern. Allerdings: Ohne die richtige Vorbereitung wirst du das auf keinen Fall schaffen können, denn der Test lässt sich definitiv als hart bezeichnen. Die Aufgaben nehmen im Schwierigkeitsgrad zu, gleichzeitig sind einige Aufgaben extra so formuliert, dass du sie vermutlich nicht lösen können wirst. Um hier einen guten Eindruck hinterlassen zu können, ist eine gute Vorbereitung also fast alles.



 

Bildquellen

  • Medizinertest TMS: Pixabay
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