Leben und Lernen im Schülerinternat

Beinah 100 Jahre ist die Schule Schloss Salem schon alt und trotzdem gehört sie immer noch nicht zum alten Eisen. Ganz im Gegenteil. Moderne Lernmethoden, eine internationale Ausrichtung und ein Bildungskonzept, das nicht nur auf die schulische Ausbildung Wert legt, sind die Markenzeichen des Internats. Dabei ist die Schule immer ihren Grundsätzen treu geblieben, die Gründer Kurt Hahn im Jahr 1930 formulierte und die bis heute das Leitbild prägen.

Über 40 Nationen unter einem Dach

Die Stadt Salem liegt in Baden Württemberg in der Nähe des Bodensees. Hier befindet sich die ehemalige Reichsabtei, die seit 1920 die Heimat des Internats ist. Rund 600 Schüler werden in jedem Jahr in dem Schülerinternat unterrichtet, wobei die internationale Ausrichtung eine wichtige Rolle spielt. Dies zeigt sich auch in der Herkunft der Schüler. Viele von ihnen kommen aus anderen Ländern nach Salem, um hier ihre schulische Ausbildung zu erhalten. So leben über 40 Nationen in dem Schülerinternat gemeinsam unter einem Dach.

Die Schüler der Klassenstufen 5 bis 10 wohnen in Drei- bis Vierbettzimmern. Jeweils vier bis sechs solcher Zimmer werden zu einem Flügel zusammengefasst, der von einem erwachsenen Mentor betreut wird, wobei die Flügel auch nach Mädchen und Jungen getrennt sind. Mentoren sind unter anderem auch angehende Lehrer, die auf Salem einmal selbst unterrichten wollen. Wer in dem Schulinternat als Lehrer tätig sein möchte, der muss zuvor zwei Jahre lang selbst das Internatsleben kennenlernen.

Schüler in den Klassenstufen 11 und 12 sind in Zweibettzimmern untergebracht. Auch hier gibt es wieder Ansprechpartner für die jeweiligen Flügel. Diese tragen allerdings die Bezeichnung Tutoren. Diese stehen den Schülern auf dem Weg zum Abitur mit Rat und Tat zur Seite.

Internationaler Unterricht in Salem

Im Unterricht setzen die Lehrer in Salem auf moderne Lernmethoden und Techniken. Multimedia ist hier kein Fremdwort und wird passend zu den verschiedenen Lehrstoffen eingesetzt. Darüber hinaus spielt auch das Thema Internationalität eine große Rolle. So kommen nicht nur viele Schüler von außerhalb Deutschlands nach Salem, um hier zu lernen, der Unterricht selbst wird auch in Englisch angeboten. Ab der 8. Klasse ist ein internationaler Unterricht möglich. Zudem bietet die Schule ein einjähriges Programm für Schüler an, die keine Deutschkenntnisse haben.

Das Schuljahr ist an dem Schulinternat ebenfalls etwas anders aufgebaut, als es in den öffentlichen Schulen üblich ist. Anstatt in zwei Halbjahre wird das Jahr in Salem in Semester unterteilt. Diese werden jeweils unabhängig voneinander bewertet. Für das Abitur nehmen die Schüler an verschiedenen Kursen teil, die sie zum Teil selbst wählen können. Dadurch gibt es auch kein typisches Klassensystem, da jeder Schüler einen ganz eigenen Stundenplan erhält.

In jedem Semester haben die Schüler jeweils vier Wochenstunden Unterricht in fünf Kernfächern. Zu diesen zählen neben Deutsch, Mathematik auch eine Fremdsprache. Weiterhin können die Internatsschüler zwischen einer weiteren Fremdsprache oder einer Naturwissenschaft entscheiden, sowie ein weiteres Neigungsfach wählen. Dazu kommen fünf weitere Fächer, die jeweils zwei Wochenstunden umfassen.

Mehr als nur lernen

Der Leitsatz der Schule Salem ist „Persönlichkeiten bilden“. Die Doppeldeutung ist dabei gewollt, da es nicht nur allein darum geht, den jungen Menschen eine schulische Bildung zu gewährleisten. Die Schule möchte auch bei der Persönlichkeitsbildung der Schüler unterstützen. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Thema Verantwortung. Im Gegensatz zu vielen anderen Schulen werden die Schüler dazu ermutigt, sich einzubringen und beispielsweise durch den Schülerrat aktiv das Leben und die Regeln des Schülerinternats mitzugestalten.

Darüber hinaus spielen auch die Aktivitäten außerhalb des Klassenzimmers eine wichtige Rolle. In Salem wird den Schülern eine Vielzahl an Möglichkeiten geboten, um außerhalb des Unterrichts aktiv zu sein. Es gibt soziale, handwerkliche und kreative Angebote aber auch sportliche Aktivitäten sind möglich. Besonders Teamsport wird im Internat groß geschrieben. Dazu kommen verschiedenste Freizeitangebote, die vor allem an den Wochenenden für Abwechslung sorgen.

Die Grundsätze des Kurt Hahn

Viele der Dinge, die Salem bis heute so einzigartig machen, gehen auf die Leitsätze von Kurt Hahn zurück, der die Schule auf Basis seiner Bildungsideen gründete. Die sogenannten Sieben Salemer Gesetzen stellen unter anderem Dinge wie das Entdecken des eigenen Selbst, das Erleben von Triumphen und Niederlagen, Phantasie und eine vernünftige Einstellung zum Thema Wettbewerb in den Mittelpunkt.

Auf Basis der pädagogischen Grundprinzipien entstand auch der Round Square, zu dem mittlerweile über 200 Schulen gehören. Das Schülerinternat ist eine fünf Gründungsschulen und nimmt aufgrund Kurt Hahns auch eine besondere Bedeutung ein. Die Schulen des Round Square legen besonderen Wert auf die Persönlichkeitsentwicklung ihrer Schüler aber auch auf Themen wie Demokratie und Hilfe für Benachteiligter. Dabei arbeiten die Schulen eng zusammen und bieten zum Beispiel gemeinsame Projekte, bei denen die Schüler international kooperieren, oder direkte Austauschprogramme an.

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