Konzentrationstest / Wiener Test im Polizei Auswahlverfahren


Wiener Test

Die Einstellungsverfahren bei der Polizei erfordern von den Teilnehmern generell ein hohes Maß an Konzentration. Einige Aufgaben sind allerdings besonders darauf abgestimmt, die Konzentration der Bewerber zu überprüfen. Schließlich spielt diese auch im späteren Berufsleben eine wichtige Rolle.

Eine gute Konzentrationsfähigkeit gehört für jeden Polizisten zu den wichtigsten Voraussetzungen im Beruf. Gerade in Gefahrensituationen oder besonders stressigen Momenten muss man einen kühlen Kopf bewahren und unter Druck die richtigen Entscheidungen treffen können. Zudem kann eine scheinbar harmlose Situation von einem Moment auf den anderen kippen, sodass es wichtig ist, innerhalb kürzester Zeit umzuschalten. Vor diesem Hintergrund ist es wenig überraschend, dass auch die Einstellungstests der Polizei die Konzentration ihrer Bewerber überprüfen. Sowohl bei dem Auswahlverfahren im Mittleren als auch im Gehobenen Dienst finden sich in vielen Bundesländern entsprechende Aufgaben im Einstellungstest. Oft sind die Ansprüche für die Bewerber im Gehobenen Dienst aber etwas größer.

In vielen Fällen zieht ein Konzentrationstest seine Schwierigkeit nicht aus den tatsächlich gestellten Aufgaben. Mit ausreichender Zeit dürften praktisch alle Bewerber auf die richtigen Lösungen kommen. Zeit ist aber genau das, was man im Auswahlverfahren in der Regel nicht genügend bekommt. Der Test zielt darauf ab, die Bewerber unter Druck zu setzen und auch ihre Reaktionsgeschwindigkeit zu überprüfen. Oft gehört es sogar zum Testverfahren, dass der Teilnehmer gar nicht alle Aufgaben in der vorgegebenen Zeit richtig beantworten kann. Wer sich dieser Tatsache bewusst hat, hat schon einmal einen wichtigen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern.

Verschiedene Testaufgaben

Ein sehr beliebtes Mittel im Konzentrationstest sind Listen. Beispielsweise erhalten die Testteilnehmer eine Liste mit zwei Spalten. In einer Spalte steht das Original und in einer zweiten eine Abschrift. Die Inhalte können Wörter, Zahlen oder einfach nur Buchstaben- und Zahlenkombinationen sein. Die Teilnehmer müssen die beiden Spalten miteinander vergleichen und Fehler markieren, zählen oder in einer weiteren Spalte festhalten. Alternativ erhält man nur eine einzige Liste, in der es wiederum bestimmte Dinge zu finden und zu markieren gilt. Unabhängig von der konkreten Aufgabe gibt es in jedem Falle ein knapp bemessenes Zeitlimit.

Eine weitere Variante ist das Stellen von Rechenaufgaben. Hier könnte man zunächst glauben, dass es um das Überprüfen der Mathematikkenntnisse geht. In der Regel sind die Rechenaufgaben aber sehr simpel gehalten. Wie auch bei den anderen Aufgaben resultiert die Schwierigkeit aus der geringen Zeit. Eine Abwandlung dieser Aufgabenvariante sind zweistufige Rechenaufgaben. Hier müssen die Bewerber zwei Aufgaben lösen und die Ergebnisse dann jeweils noch einmal miteinander addieren oder voneinander abziehen. Auch dabei hält sich der mathematische Schwierigkeitsgrad in Grenzen. Da man sich jedoch keine Notizen von den Zwischenergebnissen machen darf, ist Konzentration gefragt.

In einigen Einstellungstests erfolgt der Konzentrationstest in Form einer Datenzuordnung. Diese kann ganz unterschiedlich aufgebaut sein. So müssen manchmal beispielsweise Buchstaben bestimmten Zahlenkarten zugeordnet werden. Oder aber die Bewerber erhalten eine Reihe von Orten und Einrichtungen. Jeder Ort und jede Einrichtung hat ihren ganz eigenen Code. Kombiniert man die Codes, erhält man die spezifische Einrichtung in einem Ort. Die Bewerber müssen nun entweder selbst die richtigen Codes erstellen oder sie entschlüsseln.

Der Wiener Test

Ein Klassiker unter den Konzentrationstests ist der Wiener Test. Dieser hat seinen Ursprung in der Psychologie, kommt aber mittlerweile auch immer häufiger bei Einstellungstests zum Einsatz. Der Wiener Test wird in der Regel an einem Computer absolviert und teilt sich nicht selten in unterschiedliche Teiltests auf.

Zunächst einmal wird häufig die Reaktionsgeschwindigkeit der Teilnehmer überprüft. Dazu muss man einen Knopf drücken, sobald ein bestimmtes Symbol auf dem Bildschirm erscheint. Mitunter muss gleichzeitig auch ein vorgegebener Ton erklingen. Wie genau der Reiz, auf den es zu reagieren gilt, aufgebaut ist, unterscheidet sich oft.

Ein weiterer Teilbereich kann der Determinationstest sein. Hier sitzen die Teilnehmer an einem Pult mit verschiedenen Tasten und zwei Pedalen. Vor ihnen auf einem Bildschirm ist das Pult ebenfalls abgebildet. Sobald der Test startet, leuchten unterschiedliche Tasten auf dem Bildschirm auf, die man dann am realen Pult drücken muss.

Der Figurale Vergleichstest überprüft nicht nur die Konzentration, sondern auch die Aufmerksamkeit und die Beobachtungsgabe. Die Teilnehmer sehen auf ihrem Bildschirm am oberen Rand mehrere Symbole oder Figuren. Gleichzeitig werden am unteren Rand immer wieder für kurze Momente weitere Symbole eingeblendet. Stimmen diese mit den Symbolen oder Figuren am Bildrand überein, muss man eine grüne Taste drücken. Gibt es keine Übereinstimmung, wird eine rote Taste gedrückt.

Im Vorfeld üben

Der Konzentrationstest ist für viele Teilnehmer des Auswahlverfahrens eine schwierige Hürde. Gerade in einer stressigen Situation wie dem Einstellungstest kann schon einmal die notwendige Konzentration fehlen. Aus diesem Grund sollte man sich im Vorfeld auf solche Tests vorbereiten. Wer mit den grundsätzlichen Aufgaben vertraut ist und auch das Lösen unter Zeitdruck übt, der steigert seine Chancen im tatsächlichen Einstellungstest erheblich. Die verschiedenen Tests lassen sich im Internet auf unterschiedlichen Seiten üben. Darüber hinaus gibt es Online Lernprogramme, die teilweise auch konkret für angehende Teilnehmer an einem Polizeieinstellungstest ausgelegt sind.


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