Kompetenztest: Was kannst du?

Nicht nur die Geschmäcker der Menschen sind verschieden, sondern auch deren Fähigkeiten. Während einige Menschen möglicherweise besonders gut auf Leute zugehen können, haben andere Menschen ihre sogenannten Kernkompetenzen wohlmöglich in ganz anderen Bereichen wie der Forschung oder Entwicklung. Optimal einbringen kannst du dich beruflich nur dann, wenn du deine Kompetenzen kennst – und natürlich auch anwenden kannst. Zunächst einmal müssen diese aber ausfindig gemacht werden. Und genau da kommt der Kompetenztest ins Spiel.

Kompetenztest

Kompetenztest und Persönlichkeitstest: Wo ist der Unterschied?

Wer sich heutzutage nicht ganz sicher über den Verlauf seines beruflichen Werdegangs ist, der greift oftmals zu einem sogenannten Persönlichkeitstest. Hier werden verschiedene Informationen zur eigenen Persönlichkeit geliefert, anhand derer anschließend ein passender Beruf oder ein passender Studiengang empfohlen werden. Das Problem: Diese Tests beschäftigen sich zwar generell mit dem eigenen Interesse und der Persönlichkeit, lassen jedoch einen wichtigen Faktor außen vor: Die Kompetenz. Wirklicher beruflicher Erfolg kann schließlich nur dort erreicht werden, wo auch eigene Stärken vorhanden sind. Umso wichtiger ist es also herauszufinden, was du kannst.

Dazu lässt sich festhalten, dass im Laufe eines Lebens mehrere Kompetenzen entwickelt und verbessert werden können. In diesem Zusammenhang wird oftmals von den sogenannten Soft Skill gesprochen, zu denen beispielsweise das Fachwissen im eigenen Arbeitsbereich oder die sozialen Kompetenzen im Umgang mit den Kollegen gehören. Diese Kompetenzen werden im Laufe des Berufslebens stetig verbessert. Zusätzlich dazu gibt es die persönlichen Kompetenzen. Das sind die Fähigkeiten, die dir im Prinzip schon „mit in die Wiege gelegt“ werden. Du besitzt diese Kompetenzen einfach und hast dir diese nicht im Laufe des Berufs angeeignet. Hierzu gehören zum Beispiel ein gewisses Organisationstalent oder das Talent, besonders gut auf Menschen zuzugehen.

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Anwendbarkeit von Kompetenztests: Was nützt mir der Test?

Kompetenztests können generell als sehr gutes Mittel der Orientierung bezeichnet werden und dienen als optimale Hilfe für die Suche nach der beruflichen Qualifikation. So werden in den Persönlichkeitstest beispielsweise Fragen und Attribute vorgelegt, die lediglich Aussagen über deine Persönlichkeit treffen. Hier wird also zum Beispiel festgestellt, dass du ein selbstsicherer Typ bist, der möglicherweise gerne mit anderen Menschen spricht. Wirklich viel sagt das über deine Fähigkeiten allerdings nicht aus.

Der Kompetenztest geht hier also einen Schritt weiter: Herausgearbeitet werden würde in diesem Fall nicht, ob du gerne auf Menschen zugehst, sondern, ob du das Gespräch mit diesen auch wirklich führen kannst. Sollte das nicht der Fall sein, ist das aber nicht sonderlich schlimm. Generell lässt sich an den Kompetenzen nämlich immer arbeiten. So wirst du zwangsläufig im Berufsleben lernen, wie du dich gegenüber Kunden oder Geschäftspartnern verhalten musst. Verglichen werden die Ergebnisse in einem solchen Test immer mit den sogenannten Idealtypen. Das macht die Auswertung einfach, denn mögliche Stärken und Schwächen können so deutlich aufgezeigt werden.

Anwenden lassen sich die Ergebnisse natürlich umgehend. So kann ein Kompetenztest zum Beispiel unmittelbar vor einem Vorstellungsgespräch interessant sein. In einem derartigen Gespräch wirst du eigentlich immer nach deinen Stärken oder Schwächen gefragt. Kannst du dann mit den richtigen Kompetenzen antworten, sicherst du dir klare Pluspunkte. Wichtig ist hierbei allerdings, dass du auf die Kompetenzen genauer eingehst und diese im besten Fall mit einem Beispiel belegen kannst:

„Trotz widriger Umstände und Mängeln in der Personalabteilung konnte ich bei meinem letzten Arbeitgeber das Projekt xy aufgrund meiner Fähigkeiten als Motivator, Antreiber und Planer fristgerecht umsetzen.“

In diesem Satz erklärst du nicht nur, dass deine Kompetenzen im Bereich der Planung und Motivation liegen, sondern kannst dies auch mit einem Beispiel direkt belegen. Das hinterlässt garantiert einen besseren Eindruck, als wenn du „abgedroschene“ Floskeln wie: „Ich bin immer pünktlich und arbeite stets zielstrebig“ verwendest.

Interessant
Auch der PISA Test kann als Kompetenztest bezeichnet werden. Dieser wird oftmals schon in der Grundschule durchgeführt, so dass die Menschen generell früh im Leben mit derartigen Tests in Berührung kommen.

Kompetenztests an deutschen Schulen

Kompetenztests beziehungsweise Vergleichsarbeiten sind in allen Bundesländern Deutschlands mittlerweile ein wichtiges Mittel, um den Erfolg des Schulsystems zu überprüfen. Am bekanntesten sind die sogenannten VERA-Tests, die seit 2004 durchgeführt werden. Nachdem sich anfänglich nur einige Bundesländer daran beteiligten, nehmen seit dem Schuljahr 2007/2008 alle Bundesländer sowie Südtirol und die deutschsprachige Gemeinde Belgiens teil.

Was wird untersucht?

Ähnlich wie bei den PISA-Tests geht es bei einem Kompetenztest nicht um die Abfrage von gelerntem Wissen. Stattdessen stehen Kompetenzen und Fähigkeiten der Schüler im Mittelpunkt. Da die Tests zudem standardisiert sind, lassen sich die Schulen und sogar die Bundesländer miteinander vergleichen. Anhand der Ergebnisse können die Lehrer Rückschlüsse auf den Erfolg ihres Unterrichts ziehen und bei Bedarf Anpassungen vornehmen.

Das Testverfahren des IQB

In Deutschland kommen primär die Tests des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) zum Einsatz. In der Regel werden die Vergleichsarbeiten in den Klassenstufen 3 (VERA-3) und 8 (VERA-8) geschrieben. In der 3. Klasse wird ein Test in den Fächern Deutsch und Mathe durchgeführt. Die Aufgaben können sich im Bereich Deutsch um die Kompetenzen Lesen, Zuhören, und Orthografie drehen. Bei Mathe stehen Kompetenzen wie Operationen, Daten und Wahrscheinlichkeit im Mittelpunkt. In der achten Jahrgangsstufe kommt zu den Fächern Deutsch und Mathe noch die erste Fremdsprache hinzu. Bei den untersuchten Kompetenzen geht es vor allem um Lese- oder Hörverstehen.

In den einzelnen Bundesländern werden die Kompetenztests auf unterschiedliche Art und Weise umgesetzt.

Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg werden die beiden deutschlandweiten standardisierten Tests VERA-3 und VERA-8 verpflichtend an allen Schulen geschrieben. Zusätzlich nutzt man Lernstand 5, ein Vergleichsverfahren in der 5. Klasse für die Fächer Deutsch und Mathe.

Bayern

Neben den beiden Tests des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen findet in Bayern in der 2. Klasse ein erster Orientierungstest statt. Bei diesem werden die Rechtschreibfähigkeiten der Schüler überprüft.

Berlin & Brandenburg

In Berlin und Brandenburg kommen die beiden bekannten Tests in der 3. und 8. Klasse zum Einsatz. Bei der Auswertung unterstützt zudem das Institut für Schulqualität der Länder Berlin und Brandenburg die Schulen.

Bremen

Bremen beteiligt sich seit 2004 an VERA-3 und seit 2007/2008 an VERA-8. Der Test ist für alle öffentlichen Schulen verpflichtend.

Hamburg

Neben den in Deutschland einheitlichen Tests in der 3. und 8. Klasse gibt es in Hamburg noch zusätzliche Tests in der 2. Klasse (Deutsch, Mathe), 5. Klasse, 7. Klasse und 9. Klasse. Die letztgenannten drei in den Fächern Mathe, Naturwissenschaften, Englisch. Vom Wording her spricht man in Hamburg nicht von Vera, sondern von „KERMIT„, als Abkürzung von „Kompetenzen ermitteln“.

Hessen

In Hessen finden die Vergleichsarbeiten unter dem Namen Zentrale Lernstandserhebungen statt. Es handelt es sich um die bekannten VERA-Tests in der 3. und 8. Klasse.

Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den Bundesländern, die zusätzlich zu den beiden deutschlandweiten Tests noch einen Test in der 6. Klasse durchführen. Der Test für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch wurde ebenfalls durch das IQB entwickelt.

Niedersachsen

Niedersachsen setzt den VERA-3 und VERA-8 ein.

Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen kommen die beiden Tests in der 3. und 8. Klasse zum Einsatz und heißen dort, genau wie in Hessen, Lernstandserhebungen.

Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz gibt es außer den Tests in der 3. und 8. Klassenstufe keine weiteren landesweiten Vergleichsarbeiten.

Saarland

Das Saarland beteiligt sich an den Vergleichsarbeiten in der 3. und 8. Klasse.

Sachsen

Neben den bekannten Vergleichstest kommt in Sachen auch der VERA-6 in der 6. Klasse zum Einsatz. Geprüft werden die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch.

Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt beteiligt man sich an den beiden Tests in den Klassen 3 und 8.

Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein wird neben den beiden Tests in den Klassen 3 und 8 auch der Vergleichstest in der Klasse 6 eingesetzt. Die Fächer sind Deutsch, Mathematik und Englisch.

Thüringen

Thüringen setzt zusätzlich zu den beiden Tests in den Stufen 3 und 8 ebenfalls auf den VERA-6 in der 6. Klasse, bei dem die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch geprüft werden.

Kompetenztest: Wie sieht der Test genau aus?

Unterschieden wird im Bereich der Kompetenzen zwischen verschiedenen „Arten“. Aus diesem Grund gibt es auch ganz unterschiedliche Testvarianten. So kannst du beispielsweise einen berufliche Kompetenzen Test bzw. Kompetenztest Berufswahl durchführen. Alternativ kann der Kompetenzen Test online aber zum Beispiel auch als persönliche Kompetenzen Test durchgeführt werden. Wir haben uns nachfolgend einmal genauer mit dem Kompetenztest für die berufliche Qualifikation beschäftigt und wollen wir natürlich zeigen, was dich da genau erwartet.

Fragen im Kompetenztest

Im Kompetenztest für die Berufsorientierung werden dir einige Aussagen vorgelegt. Du musst angeben, in wie weit diese auf dich zutreffen und kannst hierfür Punkte vergeben. Je mehr Punkte du vergibst, desto stärker trifft die jeweilige Aussage auf dich zu. Welche Aussagen hier auf dich warten können, siehst du im Folgenden:

  • Mir ist es wichtig, dass mich andere Personen um Rat und Unterstützung fragen.
  • Mir ist es wichtig, mich Problemen und Herausforderungen zu stellen und diese zu lösen.
  • Erfolg bedeutet für mich das Überspringen von Hürden, die als unmöglich bezeichnet werden.
  • Beruflicher Erfolg bedeutet für mich, mein Können und Wissen auf ein möglichst hohes Niveau zu schrauben.
  • Ich möchte in meinem Beruf einen wirklichen Beitrag für die Gesellschaft und Welt leisten.
  • Ich suche regelmäßig nach Personen, die Potenzial und Inspiration mitbringen.
  • Wenn ich etwas geschaffen habe, was auf meinen Ideen beruht, bin ich glücklich.

Auswertung der Ergebnisse

Je nachdem, wie viele Punkte für die einzelnen Aussagen vergeben wurde, zeichnet sich nun ein klares Muster bei der Ergebnisauswertung ab. Diese wiederum lassen sich somit in verschiedene Typen einteilen, welche die Stärken eines Testteilnehmers zusammenfassen. Solltest du zum Beispiel zahlreiche Ideen im Kopf haben und nicht wirklich still sitzen können, spricht das für einen Unternehmertypen. Du möchtest also etwas Großes aufbauen und scheust dabei auch kein Risiko, sondern stellst dich den Risiken und führst dein Unternehmen zum Erfolg. Eine Alternative dazu sind die sogenannten Macher-Typen. Das sind also die Personen, welche die Ideen anderer Personen in die Tat umsetzen. Hierzu gehören zum Beispiel Ingenieure oder Programmierer, die aus den Ideen und Vorschlägen, zum Beispiel der Unternehmertypen, dann etwas Greifbares machen.

Ebenfalls ein möglicher Charakter ist der sogenannte Helfertyp. Hier besitzt du eine enorm große Problemlösungskompetenzen und beschäftigst dich gerne damit, einem gewissen Ideal zu dienen. So bist du stets bemüht nach einer umweltschonenden Lösung zu suchen, um die Welt zu erhalten bzw. ein Stück besser zu machen. Kurz gesagt: Das Helfen anderer und der Gesellschaft ist dir wichtiger als eigener beruflicher Erfolg. Wiederum ganz anders ist es, wenn du als Kämpfertyp bezeichnet werden kannst. In diesem Fall ähnelst du dem Profil des Unternehmertypen und bist immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Selbst die größten Probleme gehst du motiviert an und „kämpfst“ dich durch deren Anforderungen zum Erfolg.

Gut zu wissen
Es können natürlich auch mehrere Kompetenzen aus den verschiedenen Idealtypen auf dich zutreffen. So kannst du beispielsweise ein Unternehmertyp, gleichzeitig aber auch ein Kämpfer sein. Ebenso kannst du natürlich Helfer und Macher gleichermaßen in einer Person vereinen.

Fazit: Schöpfe deine Fähigkeiten voll aus

Die interkulturelle Kompetenz, berufliche Kompetenz, Problemlösungskompetenz oder sämtliche weiteren Kompetenzen können mit einem Kompetenztest „ans Tageslicht“ geholt werden. Oftmals ist es so, dass die Teilnehmer an den Testverfahren Stärken und Fähigkeiten an sich entdecken, die ihnen vorher noch gar nicht so bewusst waren. Das kann natürlich genutzt werden, denn gerade für die berufliche Laufbahn ist es wichtig, die eigenen Kompetenzen korrekt einschätzen und widergeben zu können. Das typische Beispiel ist hier das Vorstellungsgespräch, wo du dir mit deinen Kompetenzen im besten Fall den Arbeitsplatz sichern kannst, denn du haben möchtest. Wichtig zu wissen dabei, dass sich die unterschiedlichen Arten der Kompetenzen oftmals im Berufsleben verbessern lassen. Arbeitest du also stetig an deiner Person, werden sich auch im Bereich der Kompetenzen deutliche Fortschritte ergeben, die sich in einem soziale Kompetenz Test oder berufliche Kompetenz Test messen lassen.



 

Bildquellen

  • Kompetenztest: Pixabay

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