Zugbegleiter werden- Einstellungstest, Vorteile und Nachteile

Damit die Fahrt in einem Zug optimal verläuft, benötigt es nicht nur einen gut ausgebildeten Zugführer. Auch um die Fahrgäste muss sich jemand kümmern. An dieser Stelle kommen die Zugbegleiter ins Spiel, die nicht nur die Fahrkarten kontrollieren, sondern auch als Berater und Problemlöser gefragt sind.

Wer sich für eine Ausbildung als Zugbegleiter interessiert, sollte ein paar Voraussetzungen erfüllen. Ganz oben auf der Liste stehen gute Kommunikationsfähigkeiten und die Freude am Umgang mit Menschen. Der Beruf ist im Servicebereich angesiedelt, was bedeutet, dass man viel und regelmäßig mit anderen Menschen in Kontakt kommt. Diese haben oft Probleme und Fragen, für die sie vom Zugbegleiter Antworten oder Hilfe erwarten. Ein freundliches Auftreten und ein lösungsorientiertes Denken sind daher von großer Bedeutung.

Darüber hinaus sollten Interessenten gute Fremdsprachenkenntnisse mitbringen. In den Zügen sind häufig auch ausländische Fahrgäste unterwegs, die kein Deutsch sprechen. Daher sollten Bewerber zumindest des Englischen mächtig sein. Eine weitere Fremdsprache kann je nach der Region, in der man arbeitet, ebenfalls nicht schaden. Zudem sind Zugbegleiter häufig im Schichtdienst aktiv. Dabei sind auch Arbeitszeiten an Wochenenden und Feiertagen nicht ungewöhnlich.

Rein schulisch wird kein direkter Abschluss für eine Bewerbung festgeschrieben. Die meisten Unternehmen stellen Bewerber mit mittlerer Reife ein, die sich für eine Ausbildung als Zugbegleiter bewerben. Fächer, auf die Arbeitgeber Wert legen, sind Deutsch, Englisch und Mathematik.

Ausbildung und Quereinstieg

Wie so häufig trägt der Beruf Zugbegleiter bei vielen Unternehmen einen offizieller klingenden Titel. Die Deutsche Bahn bezeichnet ihre Angestellten beispielsweise als Kaufmann/Kauffrau für Verkehrsservice. Die Bahn ist mittlerweile aber nicht mehr das einzige Unternehmen, das Zugbegleiter ausbildet. Durch die Privatisierung gibt es eine Reihe von Bahn-Unternehmen, bei denen eine Ausbildung ebenfalls möglich ist. Allerdings bleibt die Deutsche Bahn nach wie vor der größte Arbeitgeber.

Die Ausbildung zum Kaufmann für Verkehrsservice beträgt in der Regel zwischen zweieinhalb und drei Jahren. In dieser Zeit lernt man die Service- und Sicherheitsleistungen in den Zügen, den Umgang mit Kommunikations- und Verkaufssystemen und die Grundlagen der Kundenberatung und -betreuung sowie wichtige Inhalte des Marketings und Projektmanagements kennen. Je nach schulischer Vorbildung bieten manche Unternehmen an, dass man seine Ausbildung auch verkürzen kann. Bei einem Abitur ist mitunter eine Verkürzung von bis zu einem Jahr möglich.

Das Gehalt während der Ausbildung bewegt sich durchschnittlich zwischen 500 und 1100 Euro, abhängig von dem Arbeitgeber und dem Lehrjahr. Nach dem Abschluss warten vielfältige Aufgaben auf die Kaufleute für Verkehrsservice. Neben der Arbeit als Zugbegleiter kann man beispielsweise auch in Reisezentren und Servicebereichen in Bahnhöfen zum Einsatz kommen und die Reisenden jeweils dort beraten. Die Einstiegsgehälter können sich je nach Bundesland stark unterscheiden. Die Spanne reicht von 1500 bis 2500 Euro.

Alternativ zur Ausbildung ist auch ein Quereinstieg in den Beruf möglich. Die Dauer der Umschulung hängt sehr stark von dem jeweiligen Unternehmen ab. Manche Unternehmen schulen beispielsweise in nur fünf Wochen um, in denen die angehenden Zugbegleiter vor allem im Umgang mit den Fahrgästen geschult werden. Bei anderen Reisebetrieben nimmt man sich etwas mehr Zeit.

Möglichkeiten zur Weiterbildung

Ist man erst einmal mit der Ausbildung fertig und im Berufsleben angekommen, kann man sich in verschiedenen Richtungen weiterbilden. Klassische Beispiele sind der Geprüften Verkehrsfachwirt, der Fachwirt für den Bahnbetrieb oder der Fachwirt für Personenverkehr und Mobilität. Auch ein Studium ist möglich. Fachhochschulen bieten die Option, zum Betriebswirt für Verkehr oder für Touristik/Reiseverkehr aufzusteigen, an. Eine weitere Studienmöglichkeit ist das Fach Verkehrsbetriebswirtschaft.


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