Beruf Justizvollzugsbeamter - Aufnahmebedingungen in der Justiz

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Die Justiz ist einer der großen Arbeitgeber in Deutschland. Allein in Baden Württemberg werden 19.000 Mitarbeiter in der Justiz beschäftigt, in NRW sind es sogar 40.000 Angestellte. Neben den Gerichten sind die Gefängnisse große Arbeitgeber. Ein Justizvollzugsbeamter ist dabei ein besonders anspruchsvoller Beruf. In einer JVA sind die Beamten für Betreuung, Beaufsichtigung und Versorgung der Insassen verantwortlich, wobei es besonders darum geht, die Gefangenen zu unterstützen. Ein guter Justizvollzugsbeamter hilft dabei, dass ein Gefangener nach seiner Strafe ein Leben ohne weitere Straftaten führen kann. Dies ist ein anspruchsvoller Beruf mit einer hohen sozialen Komponente, was ihn sehr interessant macht.

Voraussetzungen für Justizvollzugsbeamte

Ähnlich wie bei der Polizei sind die Bundesländer für die Ausbildung der Justizvollzugsbeamten verantwortlich. Aus diesem Grund können sich die Voraussetzungen für Bewerber je nach Bundesland etwas unterscheiden. In der Regel gibt es ein Mindestalter, auf das Interessenten achten sollten. Typischerweise beträgt dies 18 Jahre. Auch ein Höchstalter schreiben viele Bundesländer vor. Dieses bewegt sich zwischen 35 und 40 Jahren. Darüber hinaus setzten die meisten Bundesländer einen Realschulabschluss voraus. Auch müssen die Bewerber die Voraussetzungen erfüllen, um Beamter zu werden. Ein Ausschlusskriterium sind hier besonders Vorstrafen.

Neben den formalen Voraussetzungen sollte ein angehender Justizvollzugsbeamter, der in einer JVA arbeiten möchte, auch ein generelles Interesse an der Justiz, Spaß an der Arbeit mit Menschen und gute kommunikative Fähigkeiten mitbringen. Zudem ist auch eine gewisse Fitness gefragt, die auch mitunter im Einstellungstest überprüft wird.

Der Einstellungstest

Ähnlich wie bei den Voraussetzungen gibt es auch beim Auswahlverfahren Unterschiede, je nachdem, in welchem Bundesland man sich für eine Stelle als Justizvollzugsbeamter bewirbt. Typischerweise setzt sich der JVA-Test aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil zusammen. Im schriftlichen Teil können beispielsweise ein Diktat oder ein Rechtschreibtest, ein Intelligenztest, ein Logiktest, ein Wissenstest oder ein Aufsatz auf die Bewerber warten.

Der mündliche Teil umfasst in jedem Falle ein Interview. Dabei spricht der Bewerber entweder mit einem Psychologen oder mit erfahrenen Mitarbeitern aus der Justiz oder einer JVA. Weiterhin können eine Gruppendiskussion oder ein Vortrag zum Einstellungstest gehören. In manchen Bundesländern wird zudem die körperliche Fitness der Bewerber überprüft. Dies ist aber nicht in jedem Bundesland der Fall.

Chancen für Quereinsteiger

Grundsätzlich ist die Nachfrage nach Nachwuchs in der Justiz hoch, was besonders für den Bereich der Justizvollzugsbeamten gilt. Im Gegenzug warten ein gutes Gehalt und ein interessanter Arbeitsalltag auf die Bewerber. Auch für Quereinsteiger bieten sich gute Möglichkeiten. Allerdings muss man in der Regel trotzdem die Ausbildung absolvieren. Ein direkter Quereinstieg mit einer kurzen Umschulung ist nicht möglich. Unter gewissen Voraussetzungen kann aber zumindest die Ausbildung um ein halbes Jahr verkürzt werden.

In der Justiz arbeiten

Aufstiegschancen bieten sich dem Justizvollzugsbeamten ebenfalls. So gibt es zum Beispiel die Beförderungsmöglichkeiten zum Hauptsekretär oder Amtsinspektor im Justizvollzugsdienst. Auch durch ein Studium kann sich ein Justizvollzugsbeamter fortbilden. In der Justiz gibt es zudem viele Berufe, die nicht unbedingt mit einer JVA im Zusammenhang stehen müssen. Klassische Beispiele sind Diplom-Rechtspfleger, Diplom-Verwaltungswirt oder Justizfachangestellter sowie alle Berufe rund um das Gericht bis hin zum Richter.


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