Hundestaffel bei der Polizei: So wirst du Hundeführer

Für viele Menschen ist es der absolute Traum, in ihrem beruflichen Alltag mit Tieren zusammenzuarbeiten. Wenn dann zusätzlich noch eine Karriere im spannenden Alltag der Polizei durchlaufen werden kann, umso besser. Genau das ist der Fall, wenn von der Hundestaffel bei der Polizei gesprochen wird. Wie der Name bereits verrät, wird hier der Fokus auf die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Tier gelegt – und an beide werden große Erwartungen gestellt. Wir haben uns für dich daher nachfolgend einmal genauer mit der Hundeführer Ausbildung beschäftigt und wollen dir im Folgenden alle Informationen liefern, die du benötigst.

Hundestaffel

Diensthundeführer: Was du über den Beruf wissen musst

Das erste Mal so richtig in den Fokus gerückt ist der Beruf als Diensthundeführer in Deutschland durch die bekannte Fernsehsendung „Kommissar Rex“. Hier war es der deutsche Schäferhund „Rex“, der gemeinsam mit den Beamten auf Verbrecherjagd gegangen ist und zahlreiche Fälle lösen konnte. Nicht zuletzt auch durch diese Sendung hat das Interesse an der Hundestaffel bei der Polizei stark zugenommen und viele Polizistin in der Polizei Ausbildung spielen mit dem Gedanken, irgendwann mit einem vierbeinigen Partner auf Streife zu gehen. Wissen musst du in diesem Zusammenhang, dass nicht jeder Polizist auch tatsächlich als Diensthundeführer geeignet ist. Stattdessen kommt es auf eine ruhige aber bestimmte Persönlichkeit an, zusätzlich dazu müssen weitere Anforderungen erfüllt werden. Sowieso unerreichbar ist dieser Beruf zudem dann, wenn du gerade erst bei der Polizei beginnst. Es ist also nicht möglich, sich direkt bei der Hundestaffel der Polizei als Diensthundeführer zu bewerben.

Achtung
Um überhaupt Teil der Polizei werden zu können, musst du im Auswahlverfahren einen sogenannten Einstellungstest meistern. Das gelingt dir wiederum besonders gut, wenn du unseren Online-Kurs zur Vorbereitung nutzt!

Am Anfang steht die Ausbildung

Wie bereits erwähnt, ist es leider nicht möglich, sich direkt als Diensthundeführer zu bewerben. Stattdessen musst du erst einmal eine klassische Ausbildung durchlaufen und wirst hier in 2,5 bis drei Jahren (je nach Bundesland) zu einem Polizisten ausgebildet. Hier lernst du also erst einmal die Grundlagen des späteren Berufs kennen und kannst erst im Anschluss an diese Ausbildungszeit eine mögliche Karriere bei der Diensthundestaffel einschlagen. Gut zu wissen ist in diesem Zusammenhang sicherlich, dass die Ausbildung nicht zwangsläufig bei der Polizei durchlaufen werden muss. Stattdessen legst du auch mit einer abgeschlossenen Ausbildung beim Zoll oder der Bundespolizei den Grundstein für eine Hundeführer Ausbildung. Wichtig: Eingeteilt werden für den Dienst in der Regel nur Polizisten, die bereits eine gewisse Diensterfahrung nach der Ausbildung mit sich bringen. Du solltest also mindestens noch zwei oder drei Jahre nach deiner jeweiligen Ausbildung im regulären Dienst arbeiten, ehe du dich für die Polizeihundestaffel weiterbilden lässt.

Aufgaben der Diensthundestaffel: Was macht ein Hundeführer bei der Polizei?

Sowohl der Diensthund als auch du als Diensthundeführer müssen im beruflichen Alltag einige spannende Aufgaben meistern. Aber nicht nur das: Als langeilig lässt sich der Alltag gewiss nicht beschreiben, denn hier warten ganz unterschiedliche Aufgabenbereiche auf dich. Damit du dir schon einmal einen ungefähren Eindruck von den Aufgaben verschaffen kannst, haben wir hier einige der Aufgaben für Hund und Hundeführer aufgeführt:

  • Allgemeiner Polizeidienst
  • Suche nach Drogen und Sprengstoffen
  • Verfolgung von Straftätern
  • Schutz des Hundeführers

Welche Hunderassen sind für die Polizei geeignet?

Es liegt auf der Hand, dass nicht jede Hunderasse für die Arbeit bei der Polizei geeignet ist. Stattdessen haben sich über die Jahre hinweg verschiedene Hunderassen bewährt, so dass auf insgesamt sechs Rassen zurückgegriffen wird. Für dich als möglicherweise künftigen Hundeführer ist das durchaus gut zu wissen, denn die K9 Diensthunde bzw. Hunde der BGS Hundestaffel wohnen natürlich bei ihrem Führer. Es muss eine enge Bindung aufgebaut werden, die nur dann möglich ist, wenn Hundeführer und Tier viel Zeit miteinander verbringen. Welche sechs Rassen für die Polizei geeignet sind, siehst du hier:

  • Rottweiler
  • Deutscher Schäferhund
  • Malinois
  • Dobermann
  • Riesenschnauzer
  • Airedaleterriere

Auch innerhalb dieser Rassen kommt aber natürlich längst nicht jedes Tier automatisch für die Arbeit bei der Polizei in Frage. Stattdessen werden konkrete Anforderungen an das Tier gestellt, so dass dieses ausdauernd, intelligent oder muskulös sein muss. Gleichzeitig werden nur Hunde mit einer bestimmten Größe und natürlich einem guten Geruchssinn als Unterstützer verwendet.

Arbeit bei der Hundestaffel: Ein ständiges Lernen

Generell lässt sich sagen, dass bei der Hundestaffel der Polizei durchgängig gelernt wird. Das gilt nicht nur für das Tier, sondern selbstverständlich auch für den Hundeführer. Für dich bedeutet das im Klartext, dass du auch nach deiner erfolgreichen Weiterbildung zum Hundeführer stetig an Weiterbildungen und Nachschulungen teilnehmen musst. Ohnehin wird sich erst im Laufe der Zeit zeigen, welches Einsatzgebiet für dich und deinen vierbeinigen Partner am besten geeignet ist. Nur wenn dein Hund beispielsweise sicher auf dich aufpassen und achten kann, kommt er überhaupt für weitere Aufgaben und Spezialisierungen wie die Suche nach Drogen und Sprengstoffen in Frage.

Gut zu wissen
Du stehst in deiner Weiterbildung und Arbeit mit dem Hund natürlich nicht alleine dar. Stattdessen hast du immer einen Hundeausbilder an deiner Seite, der dir mit Rat und Tat behilflich sein kann.

Anforderungen und Standards: Hast du das Zeug zum Hundeführer?

Genau wie an die Hunde der Diensthundestaffel verschiedene Anforderungen gestellt werden, müssen diese auch von den Hundeführern gemeistert werden. Hierbei ist es wichtig, dass du vor allem ehrlich zu dir bist und dich selber hinterfragst, ob du in diesem Beruf später glücklich werden kannst. Das wirst du sicherlich nicht, wenn der Alltag nur Krampf und keine Freude ist. Ein kleiner Tipp: Mit Hilfe eines Praktikums bei der Polizei kannst du einen Einblick in den Alltag der Diensthundeführer bekommen und anschließend wohlmöglich besser entscheiden, ob dieser Beruf auch für dich geeignet sein könnte. Nachfolgend haben wir zudem einmal aufgeführt, was für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit deinem Tier von Bedeutung ist:

  • Intensive Beschäftigung mit dem Polizeihund
  • Disziplin, Selbstbestimmtheit und Konsequenz
  • Schaffen des Vertrauensverhältnisses zwischen dir und dem Hund
  • Ruhe und Geduld

Zu Beginn deiner Ausbildung beschäftigst du dich gemeinsam mit deinem Tier erst einmal damit, dass dich dieses im Alltag beschützen kann. Der Schutz des Hundeführers bildet die Grundlage der Ausbildung und erst anschließend wird anhand eurer gemeinsamen Arbeit und des Charakters des Hundes entschieden, für welchen Spezialbereich ihr eingesetzt werden könnt.

Sowohl in Deutschland, als auch in Österreich und der Schweiz arbeiten Zoll, Polizei und auch Bundespolizei eng und oft mit den Polizeihunden zusammen. Der Aufgabenbereich der Tiere hat sich in den letzten Jahren deutlich erweitert, so dass neben der Verfolgung von Straftätern und dem Aufspüren von Drogen mittlerweile auch Spürhunde zum Aufspüren von Pyrotechnik eingesetzt werden. Nach wie vor werden die Hunde zudem auch dafür genutzt, um zum Beispiel bei Demonstrationen oder anderen Großveranstaltungen Menschenmassen zu trennen bzw. den Polizisten den notwendigen Abstand zu ermöglichen.

Voraussetzungen: Wie werde ich Teil der Hundestaffel?

Über die generellen Anforderungen an dein Profil haben wir dich bereits informiert. Die genannten Punkte kommen dabei natürlich zusätzlich zu den Anforderungen zum Tragen, die ohnehin für die Arbeit bei der Polizei berücksichtigt werden müssen. Zusätzlich dazu solltest du dir aber auch ganz genau im Klaren darüber sein, was es bedeutet, als Hundeführer mit einem Polizeihund zusammenzuarbeiten. Dieser bleibt nach deiner Schicht eben nicht einfach auf dem Revier sitzen, sondern kommt mit zu dir nach Hause. Zugewiesen wird dir der Hund bereits als Welpe, was noch einmal zusätzliche Verantwortung bedeutet. Und: Sollte das Tier nach zehn bis 13 Jahren in den Ruhestand gehen, lebt der Vierbeiner ebenfalls noch weiter bei seinem Hundeführer. Auch abseits des Berufes warten im Zusammenhang mit dem neuen Partner also zahlreiche Aufgaben auf dich.

Hundeführer in Deutschland

Wer in Deutschland als Hundeführer bei der Polizei tätig werden möchte, der kann nicht einfach eine entsprechende Bewerbung einreichen, sondern muss zunächst erst einmal als Polizist im mittleren Dienst tätig werden. Zunächst durchläufst du also eine reguläre Ausbildung bei der Polizei, anschließend musst du dann noch ein paar Jahre lang Erfahrungen im Dienst sammeln. Im Detail ist es dann nach rund zweieinhalb bis drei Jahren möglich, eine Bewerbung für die Weiterbildung zum Diensthundeführer einzureichen.

Wurde diese Bewerbung eingereicht, heißt das aber noch lange nicht, dass du auch wirklich angenommen wirst. Stattdessen müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt werden, die von Bundesland zu Bundesland variieren. Erst wenn es auch hier grünes Licht gibt, kannst du anschließend mit der Weiterbildung zum Hundeführer beginnen und gemeinsam mit deinem Vierbeiner eine Ausbildung durchlaufen. Teil dieser Ausbildung sind dann auch mögliche Spezialisierungen, wobei es sich dann aber um besonders qualifizierte Tiere handeln muss. Wie hoch dein Gehalt als Hundeführer ausfällt, variiert von Bundesland zu Bundesland und hängt zusätzlich natürlich mit unterschiedlichen Zuschlägen zusammen. Einsortiert wirst du generell in die Besoldungsgruppe A9, womit du ein Gehalt von rund 2.000 Euro im Monat einplanen kannst.

Blick auf die Nachbarn: Wie ist es in der Schweiz und Österreich?

In Österreich gestaltet sich der Weg in die Karriere bei der Hundestaffel sehr ähnlich. Auch hier wird zunächst eine reguläre Ausbildung bei der Polizei durchlaufen, ehe dann im Anschluss eine mögliche Weiterbildung durchlaufen wird. Allerdings müssen die österreichischen Beamten erst einmal zwei Wochen lang in die Hundestaffel „reinschnuppern“ und hier gleichzeitig beweisen, dass sie das Zeug zum Hundeführer haben. Erst danach beginnt dann die eigentliche Weiterbildung, die sich über mehrere Monate bzw. Jahre ziehen kann.

Bei der Schweizer Polizei sind die Diensthunde ebenfalls ein wichtiger Unterstützer bei der Arbeit. Hier sind die Hundeführer allerdings keine eigene „Staffel“, sondern in diesem Bereich „nebenbeamtlich“ aktiv. Typischerweise arbeiten die Hundeführer regulär beispielsweise bei der Sicherheits- oder Kriminalpolizei. Aber auch in der Schweiz werden die Bewerber vor einer Karriere mit Vierbeiner an der Seite erst einmal gründlich ausgebildet und müssen sogar an einer abschließenden Prüfung teilnehmen.

Übrigens
Wenn dir dir Arbeit mit Hunden generell Spaß macht, muss es natürlich nicht immer die Polizei oder der Zoll sein. Auch die Johanniter bzw. der Rettungsdienst arbeiten mit Hunden zusammen und sind dementsprechend ebenfalls auf der Suche nach Hundeführern.

Wie viel verdiene ich in der Hundestaffel?

Eine pauschale Aussage darüber, wie viel Geld du als Teil der Hundestaffel monatlich verdienen kannst, lässt sich nicht treffen. Stattdessen gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern, die teilweise sogar enorm deutlich ausfallen. In Baden-Württemberg etwa kannst du rund 3.500 Euro verdienen, während in Thüringen im Schnitt rund 1.000 Euro weniger im Monat gezahlt werden. Hinzukommen können unterschiedliche Zuschläge, wie zum Beispiel Familienzuschläge oder Zuschläge für die Arbeit an Wochenenden oder Feiertagen.

Fazit: Ein toller Job mit einigen Anforderungen

Die Arbeit als Diensthundeführer bei der Polizei kann sicherlich als enorm vielseitig und abwechslungsreich bezeichnet werden. Gemeinsam mit deinem Partner wirst du in ganz unterschiedlichen Bereichen tätig, wobei aber keinesfalls nur der Hund an deiner Seite gefordert ist. Dieser muss natürlich erst einmal korrekt ausgebildet werden – und dafür ist längst nicht jeder Polizist geeignet. Die Polizei prüft daher erst einmal, ob man dir wirklich ein Tier anvertrauen kann. Eine gewisse Erfahrung im Dienst darf dabei nicht fehlen, gleichzeitig werden eine ruhige und bestimmte Persönlichkeit benötigt. Wichtig für dich zu wissen ist, dass du dich nicht direkt bei der Hundestaffel bewerben kannst, sondern zunächst eine Ausbildung im mittleren Dienst durchlaufen musst. Und anschließend gilt es dann zu zeigen, dass dir die Polizei eines der Tiere anvertrauen kann.

Beweisen musst du dich natürlich in praktischer Hinsicht, gleichzeitig kann es aber auch sein, dass noch einmal ein gesonderter Eignungstest durchgeführt wird. Immer bewusst sein solltest du dir zudem, dass das Tier für mehrere Jahre bei dir lebt und natürlich auch nach seiner Zeit als aktiver Polizeihund weiter umsorgt werden muss.



 

Bildquellen

  • Hundestaffel: Pixabay

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