HBDI Fragebogen - das sollte man bezüglich der Auswertung wissen

HBDI
Bildquelle: Plakos GmbH

Herauszufinden, wie eine Person denkt, kann viele Vorteile haben. Aus diesem Grund beschäftigt sich die Wissenschaft schon seit Jahrzehnten mit Denkmodellen und Persönlichkeitstests. Ein Klassiker unter den Testverfahren ist der HBDI, dessen Grundidee schon seit vielen Jahren in verschiedenen Bereichen genutzt wird. Der Test basiert auf dem sogenannten Vier-Quadranten-Modell des Gehirns, das von Ned Herrmann entwickelt wurde.

Das Modell

HBDI steht für Herrmann Brain Dominance Instrument und geht auf die Forschungen von Ned Herrman zurück. Dieser bezog sich bei der Entwicklung seines Modells wiederum auf die Hemisphärentheorie von Roger Sperry. Dessen Theorie zufolge gibt es unterschiedliche Arten von Denken, die wiederum verschiedene Handlungen von Menschen erklären. In jedem Gehirn sind bestimmte Bereiche für die verschiedenen Denkweisen verantwortlich. Dabei arbeitete Sperre mit einer Einteilung in die rechte und die linke Gehirnhälfte. Ned Herrman nahm sich der Theorie an und entwickelte sie weiter. Er fügte auch noch eine ober und untere Gehirnunterteilung hinzu. Das Ergebnis war das Vier-Quadranten-Modell.

Den ersten Bereich, der auch als Quadrant A bezeichnet wird, beschreibt Herrmann als das rationale Ich. Diesen Bereich zeichnet logisches und rationales Denken aus. Dazu gehören auch Dinge wie ein gutes Zahlenverständnis sowie die Fähigkeit, auf Basis von Fakten logische und kritische Entscheidungen treffen zu können.

Eigenschaften:

Im Quadrant B geht es um das organisatorische Ich. Dieser Teil des Gehirns ist für das strukturierte und detaillierte Denken in Hinblick auf Planung und Organisation verantwortlich. Auch hier geht es eher um rationales und analytisches Vorgehen.

Eigenschaften:

Der Quadrant C wird als fühlendes Ich bezeichnet. In diesem Bereich dreht sich alles um Gefühle und Emotionen. Wer hier eine hohe Ausprägung mitbringt, ist sehr einfühlsam und kann sich auch sehr gut auf andere Menschen emotional einlassen.

Eigenschaften:

Im letzten Quadraten D geht es um das experimentelle Ich. Wichtige Dinge sind hier die Kreativität und die Neugierde eine Person. Zudem spielt auch das Thema Risikofreude eine Rolle.

Eigenschaften:

Anwendung

Generell wird der HDBI über einen Fragebogen durchgeführt. Anhand der typischerweise 120 beantworteten Fragen lassen sich dann Aussagen darüber treffen, wie stark die verschiedenen Quadranten bei einem Menschen ausgeprägt sind. Durch die Auswertung erfährt der Testteilnehmer also beispielsweise, ob er eher zum emotionalen oder zum rationalen Denken neigt. Wichtig ist, dass es bei dem Fragebogen kein richtig und kein falsch gibt. Nur wer ehrlich antwortet und nicht versucht, seine Antworten in eine bestimmte Richtung zu lenken, erhält ein Ergebnis, mit dem sich etwas anfangen lassen kann.

Auf Basis der Antworten können Testteilnehmer Informationen über ihre Denkweisen ziehen. Sie erkennen, welche Bereiche ihre Stärken sind und was ihnen eventuell weniger liegt. Dies ist beispielsweise sehr hilfreich bei Dingen wie der Berufswahl. Zudem kann man bei Bedarf auch an den schwächeren Bereichen arbeiten, wenn dies zum Beispiel für den Beruf notwendig ist.

Für die Auswertung empfiehlt sich die Hilfe eines Experten. Typischerweise setzt sich der Test aus zwei Teilen zusammen. Im ersten Abschnitt wird der Fragebogen beantwortet, im zweiten geht man die Ergebnisse mit einem Experten durch. Dies hat allerdings auch Kosten zur Folge. Bei einem guten Unternehmen kann ein Test in Kombination mit einer 45-minütigen Analyse durchaus über 300 Euro kosten.

Kritik und Probleme

Im Gegensatz zu anderen Persönlichkeitstest wie zum Beispiel DISG, MBTI, Insights oder Birkman geht es beim HBDI konkret um die Art und Weise, wie Menschen denken. Allerdings ist das Konzept auch nicht vollkommen kritiklos. Die Aufgaben sind häufig so aufgebaut, dass die Beantwortung auf Selbstaussagen der Person über sich basiert. Diese sind jedoch nicht immer verlässlich, da die eigene Perspektive mitunter getrübt sein kann.

Darüber besteht die Gefahr, dass die Person die Ergebnisse zu stark interpretiert. Generell sind Persönlichkeitstest immer in gewisser Weise eine Vereinfachung. Alle Facetten einer Persönlichkeit werden daher gar nicht abgebildet. Wer dies nicht im Hinterkopf behält, läuft Gefahr, dem Ergebnis eine zu starke Bedeutung zu zuweisen. Ein Persönlichkeitstest liefert Hinweise und Denkanstöße für die eigene Person, er ist nicht dazu geeignet, alles über einen selbst zu erklären. Dies gilt auch bei der Betrachtung von Ergebnissen anderer Menschen. Nur weil man bestimmte Ergebnisse aus einem Test von einer Person kennt, sollte man diese nicht auf nur die Punkte reduzieren und ein vorschnelles Urteil fällen.


Ihre Bewertung wird hinzugefügt...
5.0 von 5 Sternen. 2 Bewertung(en).
Zum Bewerten bitte auf den entsprechenden Stern klicken.


Kommentare (0)