Haptisches Marketing: Neue Berufschancen mit Zukunftsperspektive


Marketing im haptischen Bereich ist komplex und beinhaltet viele unterschiedliche Aufgabenbereiche, die von Kundengesprächen und Recherche, über Materialbeschaffung zum fertigen Design führt.

Haptisches Marketing ist ein interessantes Feld, was es an und für sich schon lange gibt, in den letzten Jahren jedoch immer stärker gefragt ist. Für Unternehmen  bedeutet es die Chance erlebbar und begreifbar zu werden – das bedeutet im Umkehrschluss, dass Experten für haptisches Marketing dringend gesucht werden. Denn obwohl sich das Leben in Soziale Netzwerke verschiebt und uns täglich tausende visuelle Reize im digitalen Bereich liefert, ist es das Tasterlebnis, was konsequenter und nachhaltiger abgespeichert wird. Das bedeutet neue Berufschancen mit Zukunftsperspektive.

Warum der Tastsinn?

Die Haut als das größte Organ des Menschen, wird oft in ihrer Aufnahmefähigkeit von Reizen unterschätzt. Dabei liefert sie uns sehr viele und vor allem wertvolle Informationen über unsere Umwelt. Kälte, Wärme, Wind, Trockenheit, Schmerz, ob etwas spitz, rau oder glatt ist – all das erleben wir über den Tastsinn. Der instinktive Autopilot des Menschen schätzt also Informationen, die wir über die Haut aufnehmen als sehr wichtig ein. Genau da setzt haptisches Marketing an. Alles erfühlbare, was interessant, anders und ansprechend ist, hebt sich vom Standard ab und wird dauerhafter im Gehirn abgespeichert, als Dinge, die diese Kriterien nicht erfüllen. Marketing hat jeher am unbewussten Verhalten des Konsumenten angesetzt: Regalanordnung im Supermarkt, Lebensmittelpräsentation, Farbenwahl – all diese Aspekte gehen vorbei an der bewussten Wahrnehmung, aber werden vom „instinktiven Autopiloten“ registriert. Das gleiche gilt für die Haptik. Interessante Designs, Oberflächen oder Materialien werden vom Gehirn auch entsprechend klassifiziert und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Marketing verbindet Psychologie mit Design.

Marketing als Berufsfeld mit Zukunftsaussicht

Marketing an sich ist kein neues Berufsfeld – es ist seit jeher ein beliebter Betätigungsbereich, der sehr breit gefächert ist. Package-Design, Typografie, Corporate Identity, Farbwahl, Layout und Haptik: all diese Bereiche gehören zu einem Produkt, jedes Unternehmen braucht ein Logo und einen repräsentierenden Auftritt nach außen. Die Interessenslage und die „Mode“ im Marketing verändern sich immer wieder. Wenn ein neues Feld sich öffnet bzw. grade gefragt ist, haben Spezialisten gute Chancen auf eine erfolgreiche Zukunft. Menschen, die ein gutes Gefühl für Stofflichkeit, eine Affinität zur Haptik und einen Faible für Dinge haben, die sich gut anfühlen, sind entsprechend gefragt für haptisches Marketing. Die Abwechslung, die Beschäftigte in diesem Berufsfeld erleben dürfen, macht es zu einem Beruf der Spaß macht – besonders wenn er die eigenen Fähigkeiten abdeckt. Durch die wechselnden Kunden und die vielseitigen Aufgabenbereiche handelt es sich nicht um einen einseitigen Beruf. Marketing ist vielmehr fordernd und interessant und erfindet sich stets neu. Das lässt sich auch an den aktuellen Entwicklungen beobachten.

Erfühlbares Marketing als Gegensatz zur Digitalisierung

In Zeiten der Digitalisierung, wenn sich das Leben zunehmend in die virtuelle Welt verschiebt, sind die Augen einer permanenten Reizüberflutung ausgesetzt. Der Mensch kann maximal 120 optische Reize pro Minute identifizieren – der Rest wird übersehen und ausgeblendet. Als Ausgleich sehnt sich der Mensch geradezu nach realen, begreifbaren Erlebnissen auf der „Low-Tech“ Ebene. Haptisches Marketing ist daher eine wirksame Art, zunächst die Aufmerksamkeit über den haptischen Reiz zu erlangen. Wenn diese Hürde überwunden ist, werden auch andere Reize und Merkmale des Objekts wahrgenommen. Da diese dann bewusst registriert werden, können die Reize auch entsprechend verarbeitet werden. Das heißt nicht, dass Social Media Präsenz für Unternehmen nicht sinnig und wertvoll ist und dass das Feld des Social-Media Marketings wieder vom Arbeitsmarkt verschwindet – dieses ist heute beinahe unerlässlich, führt zu Kundenbindung, Bewerberakquirierung und ist dabei noch eine kostenlose Werbeplattform. Marketing, das begreifbar ist, bildet dazu aber eine wertvolle Ergänzung und kann als Gedächtnisstütze dienen. Die gefühlte Erfahrung bleibt länger erhalten, während rein visuelle Reize oftmals schnell verfliegen.

Daran wird deutlich, wie wandelbar Marketing als Berufsfeld ist – scheinbar gegensätzliche Entwicklungen wirken hier zusammen und bedingen sich gegenseitig. Kreative Köpfe haben  entsprechende Entfaltungsmöglichkeiten und können mit der Branche wachsen. Dass haptisches Marketing jedoch immer schon ein Thema war und entscheidend für den Erfolg eines Produkts sein kann, zeigen die folgenden Beispiele haptischer Marken:

  • Toblerone: Eine der bekanntesten haptischen Marken ist sicherlich Toblerone Schokolade. Bei dem Kauf und schließlich dem Konsum des Produkts, geht es nicht nur um die Schokolade selbst – denn auch andere Hersteller produzieren Schokolade mit Mandeln, Nougat und Honig. Es ist vielmehr die typische dreieckige Form, die heraussticht und das einzigartige Merkmal bildet. 
  • Rittersport: Auch die Marke Rittersport, die ihre Form zum Markenzeichen „quadratisch, praktisch, gut“ geprägt hat, ist mit ihrer besonderen Haptik sehr erfolgreich. 
  • Coca-Cola: Coca-Cola hat sich ebenfalls als haptische Marke etabliert: Experimente haben gezeigt, dass Probanden die mit verbundenen Augen für kurze Zeit eine Coca-Cola Flasche in der Hand hielten, sich hinterher auch für eine Coca-Cola als Belohnung entschieden, aus einer Auswahl von anderen bekannten Getränken. 


Die Haut als unser größtes Organ verfügt besonders an den Händen mit über 140 Fühlkörperchen pro cm² über eine starke Wahrnehmung alles Tastbaren.

Berufschancen im Haptischen Marketing

Haptisches Marketing ist sinnvoll und wirksam – so viel steht fest. Beim Produkt- und Package-Design ist es dementsprechend wichtig, auf den taktilen Faktor zu setzen – das wissen auch immer mehr Unternehmen. Das heißt, dass vor allem im Design- und Marketingbereich zukünftig Bewerber gefragt sind, die Gespür für Haptik haben. Kreativität und eine Affinität zum Tasten, ein Gespür für interessante Oberflächen und Stofflichkeit sind hier eine Kernkompetenz. Beim Haptischen Marketing muss aber auch Transferleistung möglich sein: denn was ist wenn ein Unternehmen kein Produkt fertigt, sondern Dienstleistungen verkauft? Auch dann gibt es Möglichkeiten zum haptischen Marketing. Ein Beispiel wären branchenbezogene Werbeartikel, die eine sinnvolle Brücke zum Unternehmen schlagen. Für den Elektriker wäre dies beispielsweise die Taschenlampe als Schlüsselanhänger, oder der Handwärmer für den Heizungsbauer. 

Der Berufsalltag für Marketingexperten ist in diesem Feld also sehr abwechslungsreich, von Kundengesprächen über die Designarbeit bis hin zur Materialsuche ist alles mit einbegriffen, außerdem geht es um immer neue Projekte und Themen, mit denen der Job einen in Kontakt bringt. Für den Marketingexperten heißt das aber auch, dass es sich um einen fordernden Beruf handelt, in dem stets Kreativität gefragt ist. 

Fazit

Die sensible Einwirkung auf den Kunden über multisensorisches Marketing ist sehr interessant für Unternehmen, so dass kreative, design-affine Bewerber gefragt sind und auch in Zukunft gefragt sein werden. Die Haut als unser größtes Organ ist besonders prädestiniert für die multisensorische Erfahrung – wer eine Affinität zu Haptik mitbringt, kann hier wertvollen Input liefern und als Schnittstelle zwischen Unternehmen und Kunden fungieren. Marketing wird immer ein wichtiges Thema und Berufsfeld bleiben, so dass besonders hier gute Zukunftschancen liegen.

Links:

Buchempfehlung: Der Haptik-Effekt im multisensorischen Marketing

www.touchmore.de/beratung/touch-das-buch

Studienfach zum Beruf:

www.plakos.de/mediendesign.html

Kreative Verpackungsideen:

www.andersdenken.at/verpackung-kreativ-ideenworkshop/

Abbildung 1: © PublicDomainPictures (CC0 1.0) www.pixabay.com

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