Fluglotsen Test - über das Auswahlverfahren bei DFS für Fluglotsen

Arbeiten als Fluglotse

Berufe wie der des Fluglotsen gehören zu den anspruchsvollsten in Deutschland. Trotzdem bewerben sich in jedem Jahr Tausenden von Interessenten auf eine Stelle. Neben der überdurchschnittlichen Bezahlung gehören auch das Interesse am Flugverkehr und das sehr spannende Arbeitsumfeld zu den Gründen, warum so viele junge Menschen Fluglotse werden möchten. Für die Ausbildung müssen sie allerdings ein schwieriges Auswahlverfahren überstehen.

Was muss ein Fluglotse mitbringen?

Die Ausbildung der angehenden Fluglotsen übernimmt in Deutschland die DFS (Deutsche Flugsicherung GmbH). Diese setzt schon bei der Vorauswahl hohe Standards, welche die Bewerber erfüllen müssen. Als Voraussetzung, um überhaupt für den Einstellungstest zugelassen zu werden, muss man über ein Abitur oder ein abgeschlossenes Bachelorstudium verfügen. Auch wenn es sich um eine Ausbildung und kein Studium handelt, reicht die Fachhochschulreife für eine Bewerbung nicht aus.

Darüber hinaus sollten Bewerber nicht älter als 24 Jahre sein und innerhalb der nächsten 12 Monate mit der Ausbildung beginnen können. Auch die Englischkenntnisse spielen eine wichtige Rolle. Da die Kommunikation mit den Piloten häufig in englischer Sprache erfolgt, sollte man überdurchschnittlich gut Englisch sprechen. Abgesehen von guten Schulnoten in Englisch kann man auch mit einem Zertifkat bei seiner Bewerbung überzeugen.

Neben den formalen Voraussetzungen gibt es auch eine Reihe von Soft Skills, die man als Fluglotse haben sollte. Diese werden zwar noch nicht bei der Bewerbung, sondern erst im Einstellungstest überprüft, trotzdem macht es Sinn, sich im Vorfeld Gedanken zu machen, inwiefern man sich für den Beruf eignet. Eine wichtige Rolle spielt das Verantwortungsbewusstsein. Ein Fluglotse ist für die Sicherheit von Tausenden von Menschen verantwortlich. Um diese zu garantieren sind eine konzentrierte Arbeitsweise, Stressresistenz und Flexibilität von großer Bedeutung. Auch sollte man kein Problem damit haben, in Schichten oder an Wochenenden und Feiertagen zu arbeiten.

Das Auswahlverfahren

Nachdem die Bewerbung bei der DFS eingegangen ist, erhalten die Bewerber Zugang zu einem Online-Test. Dieser ist die erste Aufgabe in einem mehrstufigen Auswahlverfahren. Der Online-Test beschäftigt sich vor allem mit der Person des Bewerbers. Es werden Fragen zu seiner Motivation und zu seinem Werdegang gestellt. Auf diese Weise will man sich einen ersten Eindruck von der Person machen.

Hat man den Online-Test bestanden, erfolgt anschließend eine Einladung nach Hamburg. Hier geht es mit einem zweitägigen Einstellungstest (AC) weiter. Am ersten Tag finden vor allem theoretische Tests statt. Die Teilnehmer am Auswahlverfahren müssen Tests absolvieren, bei denen räumliches Vorstellungsvermögen, Konzentrationsfähigkeit und ihre Zahlenaffinität überprüft werden. Auch ein Englischtest gehört zu diesem Bereich.

Am zweiten Tag wartet eine Simulation auf die Bewerber. Mit dieser versucht man unter anderem zu überprüfen, wie die Testteilnehmer auf Stress und Mehrfachbelastung reagieren und ob sie im Team arbeiten können. Darüber hinaus gibt es ein Gespräch mit einer Auswahlkommission, die sich aus Fluglotsen und Psychologen zusammensetzt. Hat man das Gespräch erfolgreich bestanden, endet das Auswahlverfahren mit der ärztlichen Untersuchung. Gibt es auch hier den Daumen nach oben, steht der Ausbildung als Fluglotse nichts mehr im Weg.

Man sollte den Test aber keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. Aufgrund der hohen Anforderungen und der großen Bewerberzahlen werden in jedem Jahr nur die besten Teilnehmer genommen. Bei rund 5000 Bewerbern und rund 25 offenen Stellen ist die Zahl derjenigen, die es am Ende nicht schaffen, entsprechend hoch (ca. 95 % Durchfallquote). Darüber hinaus darf man nur ein einziges Mal am Auswahlverfahren teilnehmen. Wer durchfällt, kann den Traum von der Karriere als Fluglotse begraben. Eine Bewerbung für andere Berufe bei der DFS ist aber immer noch möglich.

Karrieremöglichkeiten

Nach dem Abschluss der Ausbildung erhält man in der Regel einen Arbeitsort zugeteilt. Typischerweise wird schon sehr früh kommuniziert, wohin es später für die Fluglotsen geht, sodass man sich darauf einstellen kann. Auch der Schritt ins Ausland ist grundsätzlich möglich, da die DFS nach internationalen Richtlinien ausbildet. Unter Umständen können sich die Bestimmungen in den verschiedenen Ländern aber doch deutlich unterscheiden, was eine Einstellung dann eher schwierig macht. Innerhalb der EU dürfte ein Wechsel ins Ausland aber selten ein Problem darstellen.

Allerdings ist man auch in Deutschland nach der Ausbildung noch nicht am Ende seiner Karriere. Als Fluglotse kann man beispielsweise später zum Ausbilder oder Fachlehrer aufsteigen und so selbst zur Ausbildung der nächsten Generation beitragen. Auch ein weiterführendes Studium ist eine Option. Mögliche Studiengänge sind beispielsweise Luftverkehrsmanagement, Verkehrsbetriebswirtschaft oder Luft- und Raumfahrttechnik.

Bildquelle: https://pixabay.com/de/kontrollturm-turm-flughafen-79964/


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