Die erste Stelle: Dieser Papierkram kommt von jetzt an auf dich zu

Autor: | Stand: 08 Jun 2020

Mit der ersten Stelle ist der Schritt ins Berufsleben geschafft. Ein erster Ausbildungsweg liegt hinter dir und auch wenn du in Zukunft vielleicht noch eine Vielzahl von interessanten Weiterbildungen oder eine berufliche Neuorientierung wagen möchtest, bist du jetzt in einem neuen Lebensabschnitt angekommen. Mit dem Eintritt ins Berufsleben ändert sich vieles. Je nach der bisherigen Lebenssituation steht jetzt vielleicht ein Umzug an, möglicherweise sogar die Übernahme der ersten eigenen Wohnung. Die ersten Schritte in diesem neuen Lebensabschnitt werden auf jeden Fall von Pflichten begleitet, die auf der Verwaltungsseite zum Berufsleben dazugehören. 

Schon im Rahmen der Ausbildung oder des Studiums müssen junge Menschen einiges an Papierkram erledigen. Die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz, die Einschreibung für das Studium, eventuell die Suche nach einer Unterkunft und nicht selten auch der Wechsel in eine von den Eltern unabhängige Krankenversicherung stehen an. Mit dem Schritt ins Berufsleben wird die To-Do-Liste auf dem eigenen Schreibtisch noch länger. Mit der ersten Stelle werden verschiedene Fragen wichtig, die die berufliche und private Zukunft in sichere Bahnen lenken. 

Gut versichert ins Berufsleben starten 

Die wohl wichtigste Grundlage für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben ist der richtige Versicherungsschutz. Wer in Ausbildung oder Studium eventuell noch an vielen Stellen über die Familienversicherung geschützt war, muss nun selbst für seinen Versicherungsschutz sorgen und die auftauchenden Lücken schnellstmöglich schließen. Es ist gar nicht so einfach, im Versicherungsdschungel den Überblick zu behalten und aus der Vielzahl an Angeboten den Schutz auszuwählen, der unbedingt notwendig ist und optimal zum individuellen Lebensentwurf passt. Eine gute Orientierungshilfe bietet der Bedarfstest der Stiftung Warentest

Diese Versicherungen sollten Berufseinsteiger auf jeden Fall haben:

  1. Die private Haftpflichtversicherung 

Ein absolutes Muss für junge Berufseinsteiger ist die private Haftpflichtversicherung. Sie sichert existenzielle Risiken ab, denn nicht versicherte Schäden mit persönlicher Haftung können schnell den wirtschaftlichen Ruin bedeuten, denn wer den gesundheitlichen oder wirtschaftlichen Schaden an einem Dritten zu verantworten hat, haftet mit seinem privaten Vermögen und seinem Einkommen bis zur Pfändungsgrenze. 

Berufseinsteiger fallen spätestens mit dem Beginn des Beschäftigungsverhältnisses aus privaten Haftpflichtschutz der Familienversicherung aus und sollte diese Lücke umgehend selbst schließen. Eine solide Grundabsicherung sollte eine pauschale Deckungssumme für Personen- und Sachschäden in Höhe von mindestens 10 Millionen Euro enthalten. 

Die private Haftpflichtversicherung ist übrigens auch dann ein Muss, wenn die Berufswahl eine umfangreiche Berufshaftpflicht durch den Arbeitgeber mit sich bringt. 

  1. Die Krankenversicherung

Auch die Krankenversicherung gehört zur absolut notwendigen Absicherung existenzieller Risiken. Wer im Angestelltenverhältnis arbeitet, fällt in der Regel in die gesetzliche Krankenversicherung. Beamte und Selbstständige oder Freiberufler fallen in die Zuständigkeit der privaten Krankenversicherer, wobei es immer möglich ist, sich freiwillig gesetzlich versichern zu lassen. Auch im Angestelltenverhältnis ist die Wahl einer privaten Krankenversicherung möglich, allerdings erst ab einer Einkommensgrenze von mindestens 62.550 Euro brutto im Jahr. Unterhalb dieser Einkommensgrenze ist der Eintritt in die gesetzliche Krankenkasse Pflicht, auch wenn du zum Beispiel im Rahmen des Studiums privat versichert warst. 

Im Hinblick auf die Beiträge, die Grundversorgung und eventuelle Sonderleistungen trennt sich hier die Spreu vom Weizen. Eine gute Anlaufstelle für grundlegende Fragen ist zum Beispiel die Krankenkassenzentrale

  1. Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Die dritte existenziell wichtige Versicherung für Berufseinsteiger ist die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie sorgt für wirtschaftliche Absicherung, wenn die eigene Arbeitskraft aufgrund eines Unfalles oder einer chronischen Erkrankung nicht mehr dazu in der Lage ist. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte so früh wie möglich abgeschlossen werden, idealerweise bereits im Rahmen der Ausbildung oder des Studiums. Ein früher Einstieg wirkt sich meist positiv auf die Gesundheitsprüfung und die zu leistenden Beiträge aus. Damit lässt sich schon früh eine umfangreiche Grundabsicherung einkaufen, die mit dem Übergang ins Berufsleben einfach weitergeführt und gegebenenfalls angepasst werden kann. 

Die Leistung der Berufsunfähigkeitsversicherung sollte so bemessen sein, dass sie die Versorgungslücke schließen kann, die der Verlust des Einkommens hinterlassen würde. Experten raten zum Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit Nachversicherungsgarantie. Das gilt insbesondere dann, wenn der Vertrag bereits im Rahmen der Ausbildung oder des Studiums abgeschlossen wird. Mit dieser Option kann die Leistung mit jeder Veränderung der Lebensumstände auch ohne eine erneute Gesundheitsprüfung angepasst werden. 

Die Altersvorsorge: Heute schon an übermorgen denken

Wer mit der Unterschrift unter seinem ersten Arbeitsvertrag gerade im Berufsleben angekommen ist, dem liegt wohl kaum ein Gedanke ferner als der an den Ruhestand. Immerhin hat dieser Lebensabschnitt gerade erst begonnen und es mag befremdlich klingen, sich jetzt schon um das Ende zu kümmern. Trotzdem wird das Thema Altersvorsorge schon mit den ersten Schritten ins Berufsleben interessant. 

Eine gute Altersvorsorge basiert auf dem Drei-Schichten-Modell:

Schicht 1 – Basisversorgung

Die Basisversorgung umfasst die gesetzliche Rentenversicherung, berufsständische Versorgungswerke, Beamtenpensionen und landwirtschaftliche Rentenkassen. Dazu zählt auch die private Absicherung über die Rürup-Rente.

Schicht 2 – Geförderte Altersvorsorge

Hier beteiligt sich der Staat an der privaten Altersvorsorge, zum Beispiel über die betriebliche Altersvorsorge oder die Riester-Rente.

Schicht 3 – Nicht geförderte Altersvorsorge

Hier geht es um Formen der privaten Alterssicherung, die zwar nicht staatlich gefördert, dafür aber im Rentenalter steuerlich besser behandelt werden. Von den Leistungen sind nur die Erträge zu versteuern. 

(Quelle: https://www.clark.de/altersvorsorge/)

Wer sich so früh wie möglich um die wirtschaftliche Absicherung im Alter kümmert, kann schon mit sehr kleinem Einsatz einen beträchtlichen Beitrag zu einem sorgenfreien Ruhestand leisten. Außerdem profitieren Früheinsteiger vom Zinseszinseffekt. 

Die Auswahl an Produkten für die private Altersvorsorge ist riesig. Klassische Formen sind Lebensversicherungen, eine private Rentenversicherung oder Fondssparpläne. Hier kommt es ganz auf die persönlichen Vorstellungen und die wirtschaftlichen Möglichkeiten an. Je größer das Polster im Ruhestand sein soll, desto höher sind in der Regel auch die Beiträge für eine private Altersvorsorge. Eine umfangreiche Beratung bringt Licht ins Dunkel und kann dabei helfen, das optimale Produkt für eine individuelle Altersvorsorge auszuwählen. 

Die Steuererklärung: So klappt der wirtschaftliche Jahresabschluss 

Ein wenig erfreulicher, aber dennoch notwendiger Bestandteil des Berufslebens ist die alljährliche Steuererklärung. Sie sollte idealerweise im ersten Quartal des neuen Jahres für das zurückliegende Jahr erstellt und beim Finanzamt eingereicht werden. Wer zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist (das gilt für die meisten Angestellten, Beamten, Selbstständigen und Freiberufler), hat eine gesetzliche Frist bis Ende Juli des Folgejahres. Wer seine Steuererklärung freiwillig abgibt, hat vier Jahre Zeit dafür. Fordert das Finanzamt zur Einreichung einer Steuererklärung auf, setzt es in der Regel eine Frist für die Abgabe fest. 

Besonders lohnend ist meist die erste Steuererklärung nach dem Ende des Studiums oder der Ausbildung. Dabei können viele Belastungen aus der Ausbildungszeit von der Steuer abgesetzt werden und erhöhen damit die zu erwartende Erstattung. Dazu zählen zum Beispiel Ausbildungskosten, Bewerbungskosten und Kosten für Fahrten zu Bewerbungsgesprächen, eventuelle Umzugskosten, wenn die neue Stelle einen Ortswechsel erfordert, Kosten für Arbeitsmittel, die für den Berufseinstieg erworben werden müssen, wie zum Beispiel ein Laptop, oder auch Versicherungskosten. 

Auch bei späteren Steuererklärungen können Kosten, die ihm Rahmen der Berufsausübung anfallen, meist steuerlich geltend gemacht werden. Dazu zählen auch Fahrtkosten oder Fortbildungskosten. 

Wer seine Steuererklärung selbst vorbereiten möchte, kann dafür auf viele praktische Softwarevarianten zurückgreifen, die Schritt für Schritt durch dieses komplexe Thema führen. Zum kostenlosen Download steht zum Beispiel die Software ELSTER des Finanzamtes zur Verfügung. 

Natürlich kannst du dieses Thema auch in professionelle Hände geben. Ein niedergelassener Steuerberater übernimmt alle Arbeitsschritte bis zur fertigen Steuererklärung. Allerdings lässt er sich seine Dienste gut bezahlen. Etwas günstiger wird es meist bei Lohnsteuerhilfevereinen, die sich über eine einfache Google-Suche für jede Region ermitteln lassen. 

Bildquellen

  • die-erste-stelle-papierkram: Abbildung 1: @ falco (CCO-Lizenz) / pixabay.com

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