Der Dresscode beim Vorstellungsgespräch

Autor: | Stand: 28 Sep 2020

Selbstbewusst und gut gekleidet in eines der wichtigsten Gespräche des Lebens gehen.

Unsere Kleidung hat immer eine große Wirkung auf andere Menschen, aber auch auf uns selbst. Sie bestimmt, wie wir von anderen gesehen werden, was wir durch die Wahl der Kleidung eben auch recht gut beeinflussen können. Auch wenn man eigentlich keine Lust hat, sich zu „verkleiden“ – es kann das Leben deutlich erleichtern. Das merkt man schon im Kleinen, wenn man etwa einen Termin bei der Bank hat, weil man ein Konto eröffnen möchte. Ist man angemessen gekleidet, wird man besser behandelt, als wenn man bauchfrei und in zerrissenen Hosen erscheint.

Berufskleidung und Dresscode im Beruf sind wichtig

Viele junge Menschen empfinden Dresscodes als oberflächlich, doch sie haben eine tiefere Bedeutung. Der Anzug und die Krawatte an einem Bankangestellten zeigen, dass er seinen Job gut macht und man Vertrauen haben kann. Uniformen beweisen die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Berufsgruppe und der weiße Kittel eines Arztes signalisiert Sauberkeit und Hygiene.

Ist man selbst für ein Vorstellungsgespräch perfekt angezogen, hat man deutlich mehr Selbstbewusstsein und kann sicherer auftreten. Man schlüpft sozusagen schon einmal in eine Rolle. Zwar gibt es nur noch in wenigen Branchen einen festen Dresscode, aber ein Vorstellungsgespräch ist eine besondere Situation, die schon von sich aus ein bestimmtes Auftreten erfordert. Wie man jedoch genau gekleidet ist, hängt ganz von gewählten Beruf ab.

Die Branche bestimmt den Look

Es macht immer einen besonders guten Eindruck, wenn man sich nicht nur mit der Branche, sondern sogar mit dem Unternehmen beschäftigt hat, in dem man vorspricht. Das hilft sehr dabei, auch schwierige Fragen beantworten zu können, die während des Gesprächs auftauchen, denn natürlich will das Gegenüber nicht nur wissen, welche Stärken und Schwächen man hat, sondern auch, warum man sich genau für diesen Arbeitgeber entschieden hat. Tritt man in passender Kleidung an, ist das auf jeden Fall ein gutes Zeichen. Doch wie findet man das Passende?

  1. Die ersten Informationen gibt das Unternehmen. Man sieht sich auf der Webseite um und sucht nach Fotos von Ansprechpartnern. Sie geben einen konkreten Hinweis auf den vorherrschenden Stil.
  2. Die Branche ist ebenfalls wichtig. Konservative Branchen wie Finanzen und Versicherungen verlangen ebenso konservative und seriöse Kleidung. In einer Werbeagentur kann man ruhig etwas legerer und individueller auftreten. Berufe mit Kundenkontakt erfordern auf jeden Fall Fingerspitzengefühl, was die Kleidung betrifft. Diese kann man gleich beim Gespräch unter Beweis stellen.
  3. Ein Vorstellungsgespräch ist eine außergewöhnliche Situation. Auch in einem Handwerksbetrieb oder einer Autowerkstatt, wo man im normalen Berufsleben im Blaumann unterwegs ist, muss man für dieses Gespräch etwas schicker gekleidet sein. Der etablierte Klassiker hierbei ist ein schicker Anzug mit Krawatte – selbst in sonst eher „lockeren“ Betrieben zeigt das direkt, dass man das Vorstellungsgespräch ernst nimmt.

Die Grundregeln bei der Bewerbungskleidung

Man muss davon ausgehen, dass man in Kleidung investieren muss, wenn man bei Bewerbungsgesprächen erfolgreich sein möchte. Gut gekleidet zu sein gibt allerdings auch eine Menge Selbstbewusstsein. Darum gibt es einige Grundregeln, die man definitiv beachten sollte:

  • Die Kleidung muss perfekt passen und sitzen. Es nutzt also nicht viel, sich den Hosenanzug von der großen Schwester auszuleihen, wenn sie nicht dieselbe Figur hat wie man selbst. Zu kurz, zu lang, zu rutschig – unter diesen Voraussetzungen lässt sich kein gutes Gespräch führen, weil man immer abgelenkt wird.
  • Man darf nicht das Gefühl haben, total verkleidet zu sein. Ist das der Fall, sollte die Berufswahl noch einmal überdacht werden. Wer Röcke und Blusen hasst, sollte lieber nicht in einer Bank anfangen.
  • Es kann hilfreich sein, verschiedene Outfits zu probieren und Fotos an die Freunde, aber auch Verwandte zu senden, die vielleicht in einem ähnlichen Bereich arbeiten. Sie können hilfreiche Tipps geben, ob man mit dem Look auf der richtigen Spur ist.
  • Je neuer die Kleidung, umso besser. Löcher und Flecken sind ein No-Go und machen einen ganz schlechten Eindruck. Natürlich sollte man selbst ebenfalls frisch geduscht, rasiert und gekämmt zum Gespräch erscheinen. Ein vorangegangener Friseurbesuch komplettiert das Erscheinungsbild. Allerdings sollte man nicht plötzlich Make-up auflegen, wenn man es sonst nie tut. Die Gefahr ist zu groß, dass man sich im Farbton vergreift oder aus Versehen das Mascara verreibt, das man sonst nie trägt.

Das trägt SIE zum Bewerbungsgespräch

In konservativen Berufen: Hosenanzug oder Blazer und Rock sind Trumpf. Eine gebügelte Bluse mit nicht zu tiefem Ausschnitt. Auf jeden Fall eine Strumpfhose, am besten in nude. Keine nackten Beine. Pumps mit kleinem Absatz. Dezenten Schmuck, zurückhaltende Farben.

In kreativen Berufen: an das Unternehmen angepasste Kleidung. Als Kreativer darf man ruhig etwas auffallen, sollte aber dennoch verlässlich wirken. Jeans kommen nur infrage, wenn dazu ein schönes Oberteil oder eine Bluse getragen wird. Schicke Halbschuhe oder Sneaker können die Pumps ersetzen.

Das trägt ER zum Bewerbungsgespräch

In konservativen Berufen: ein gut sitzender Anzug, Schuhe aus Leder, Hemd und Krawatte. Alles farblich abgestimmt und eher von zurückhaltender Eleganz, besonders wenn es um einen Job mit Kundenkontakt geht. Falls keine Krawatte getragen wird, sollte das Hemd zugeknöpft sein. In manchen Firmen gilt: Je höher die Position, umso dunkler der Anzug. Je jünger also der Träger ist, umso heller sind die Materialien, die er trägt. Diese Regel sollte man bedenken und nicht versehentlich overdressed erscheinen.

In kreativen Berufen: eine Stoffhose mit einem legeren Pulli (mit einem Hemd darunter), oder eine Jeans mit Hemd, Sakko und Lederschuhen. Ein Anzug, allerdings ohne Krawatte, dafür mit Sneakern.

Online Bewerbungsgespräche

Heute ist es nicht mehr ungewöhnlich, auf digitalem Weg ins Gespräch zu kommen. Das befreit den Bewerber jedoch nicht von der Notwendigkeit, die Kleiderordnung zu beachten. Es gelten, zumindest oben herum, die gleichen Regeln. Ebenfalls sollte man darauf achten, dass man sich vor einem möglichst neutralen Hintergrund positioniert. 

Bildquellen

  • men-683655_19207842: https://pixabay.com/de/photos/männer-geschäft-anzug-stripe-schuh-683655/
  • video-conference-5020951_19207843: https://pixabay.com/de/photos/videokonferenz-video-aufruf-5020951/

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