Eignungsprüfung Bundesheer: Diese Hürden musst du im Einstellungstest meistern

Eine Karriere beim Bundesheer in Österreich ist aus mehreren Gründen interessant. Genau weil das so ist, bewerben sich jedes Jahr zahlreiche Menschen für eine berufliche Zukunft beim Bundesheer – doch nur die wenigsten werden auch wirklich genommen. Einer der Gründe hierfür ist der strenge Eignungstest Bundesheer, der als enorm anspruchsvolle Hürde auf dem Weg zur Zukunft im Heer bezeichnet werden kann. Wir wollen dir nachfolgend einmal zeigen, wie der psychische und physische Leistungstest im Detail aussehen, welche Leistungen du vollbringen musst und wie du dich vorbereiten kannst.

Eignungsprüfung Bundesheer

Einstellungstest des Bundesheeres: Hier trennt sich die Spreu vom Weizen

Jedes Jahr bewerben sich beim Bundesheer zahlreiche Menschen, die ganz unterschiedliche Laufbahnen einschlagen wollen. Einige zieht es möglicherweise in die Luft, andere wollen lieber bei den Kampftruppen am Boden ihre Zukunft verleben. So oder so bedeutet eine Bewerbung beim Bundesheer für alle Bewerber eine ganze Menge Stress. Das liegt vor allem am sogenannten Einstellungstest bzw. der Eignungsprüfung Bundesheer. Diese besteht aus unterschiedlichen Prüfungen, die dich aber allesamt körperlich und geistig fordern werden. Du musst aber bedenken, dass der Einstellungstest als fixe Hürde vor einem Ausbildungsdienst oder ähnlichem bezeichnet werden kann. Das bedeutet also im Klartext: Bestehst du nicht, scheidest du aus dem Auswahlverfahren aus und kannst deine Karriere beim Bundesheer erst einmal auf Eis legen.

Achtung
Du wirst ohne die richtige Vorbereitung auf den Einstellungstest keine großen Chancen auf eine erfolgreiche Teilnahme haben. Wir empfehlen dir daher dringend, dich mit unserem Online-Kurs auf deinen Einstellungstest vorzubereiten.

Ablauf im Auswahlverfahren: Dein Weg in den Ausbildungsdienst des Bundesheeres

Bevor du dich intensiv mit der Vorbereitung für den Eignungstest Bundesheer beschäftigst, musst du natürlich erst einmal alle notwendigen Schritte für den Bewerbungsprozess einleiten. Im Detail bedeutet das, dass du eine Bewerbung für den jeweiligen Berufswunsch einreichen musst. Die Bewerbung solltest du natürlich ordentlich bearbeiten und darauf achten, dass hier insgesamt ein guter Eindruck hinterlassen werden kann. Nur wenn das der Fall ist, wirst du überhaupt zum weiteren Auswahlverfahren eingeladen. Wir zeigen dir hier jetzt einmal, aus welchen Bausteinen dieses Auswahlverfahren besteht und werden die einzelnen Punkte im weiteren Verlauf auch noch einmal genauer betrachten:

  • Physischer Einstellungstest
  • Psychischer Einstellungstest
  • Ärztliche Untersuchung
  • Assessment-Center

Physischer Einstellungstest: Sportliche Leistungsüberprüfung

Deine körperliche Leistungsfähigkeit spielt für das Bundesheer natürlich eine enorm wichtige Rolle und so musst du in zahlreichen sportlichen Disziplinen zeigen, was du auf dem Kasten hast. Insgesamt handelt es sich dabei um fünf unterschiedliche Aufgabenbereiche:

  • Liegestütze
  • 2400-Meter-Lauf oder Ergometer-Test
  • Standhochsprung (Jump&Reach)
  • Klimmzüge im Schräghang
  • Überprüfung der Schwimmfertigkeiten

Für den gesamten sportlichen Leistungstest gelten dabei natürlich unterschiedliche Anforderungen. Als geeignet wirst du dann bezeichnet, wenn du im Eignungsfitnesstest mindestens acht Punkte erreichen konntest. Wichtig ist hierbei aber, dass jeweils mindestens ein Punkt bei jeder Übung benötigt wird. Solltest du eine Übung ohne Punkte in den Sand setzen, ist das also schlecht und sorgt für einen nicht bestandenen Test.

Liegestütze

Die Liegestütze sind eine allgemein bekannte Übung, die zum Beispiel im Sporttest der deutschen Bundeswehr aber eben auch im sportlichen Eignungstest des Bundesheeres eine Rolle spielt. Geprüft wird hier vor allem deine Kraft, gleichzeitig aber auch deine Kraftausdauer. Du positionierst dich hierbei in die bekannte Liegestützstellung und musst als Mann für acht Punkte mindestens 36 Wiederholungen schaffen. Frauen haben es etwas leichter, hier reichen 22 Wiederholungen für acht Punkte aus.

2400-Meter-Lauf oder Ergometer-Test

Neben der Kraft und Kraftausdauer sind auch deine Kondition, Geschwindigkeit und dein Wille für eine gute Bewertung im Sporttest wichtig. Hierfür wird ein 2400-Meter-Lauf durchgeführt, der alternativ durch einen Ergometer-Test ersetzt werden kann. Beim Lauf gilt für Frauen, dass für acht Punkte maximal 11:37 Minuten gelaufen werden dürfen. Männer haben maximal 10:37 Minuten Zeit.

Standhochsprung (Jump&Reach)

Beim Standhochsprung geht es für dich darum, aus dem Stand eine möglichst hohe Höhe im Sprung zu überwinden. Durchführen kannst du hier insgesamt drei Versuche, wobei der beste Versuch der drei Anläufe gewertet wird. Natürlich gelten für Frauen und Männer dabei wieder unterschiedliche Vorgaben. Frauen müssen für die acht Punkte eine Höhe von mindestens 45 Zentimetern erreichen, Männer eine Höhe von mindestens 61 Zentimetern

Klimmzüge im Schräghang

Die Klimmzüge im Schräghang sind eine vereinfachte Form der klassischen Klimmzüge und funktionieren ganz ähnlich, nur, dass deine Beine hier zusätzlich auf dem Boden abgestützt sind. Die Frauen müssen den Klimmzug in dieser Stellung mindestens 16 Mal für acht Punkte wiederholen, die Männer müssen mindestens 26 Wiederholungen liefern.

Überprüfung der Schwimmfähigkeiten

Bei der Überprüfung der Schwimmfähigkeiten handelt es sich laut den Erfahrungen verschiedener Bewerber um eine der eher angenehmeren Übungen im Auswahlverfahren. Durchgeführt wird der Schwimmtest in Linz, wo du dann mindestens 15 Minuten erkennbar im Brust- oder Kraulstil schwimmen musst. Insgesamt also kein Grund, um nervös zu werden.

Achtung
Insgesamt nimmt das Auswahlverfahren des Bundesheeres einen Zeitraum von drei Tagen in Anspruch und wird dich körperlich und geistig enorm fordern. Darauf solltest du dich einstellen.

Psychischer Eignungstest des Bundesheeres

Neben deinen sportlichen bzw. körperlichen Leistungen interessiert sich das Bundesheer auch dafür, wie gut deine Psyche arbeitet. Überraschend ist das nicht, schließlich musst du im späteren Beruf zur richtigen Zeit die richtigen Entscheidungen treffen und das Bundesheer muss sich jederzeit auf dich als Teil der Truppe verlassen können. Nachfolgend haben wir einmal aufgelistet, welche Tests dich im Einzelnen erwarten:

  • nu-Test
  • Merkfähigkeitentest
  • Deutschtest
  • Rechentest
  • Schlafentzugsphase

nu-Test

Der sogenannte nu-Test wird in der Regel direkt zu Beginn durchgeführt, um dich langsam mit dem Ernst der Lage vertraut zu machen. Hierbei handelt es sich um einen Konzentrationstest, in welchem du jedes erste „u“ nach einem „n“ unterstreichen musst. Acht Minuten hast du hierfür Zeit, gleichzeitig solltest du wissen, dass dir dieser Test im weiteren Verlauf in regelmäßigen Abständen immer wieder begegnen wird.

Merkfähigkeitentest

Ein typischer Merkfähigkeitentest beim Bundesheer sieht so aus, dass dir ein kurzer Text vorgelegt wird. Zahlreiche Informationen sind hier groß geschrieben und müssen von dir im Kopf behalten werden. Im weiteren Verlauf musst du dann Fragen beantworten, bei denen du eben diese Informationen abrufen musst. Darüber hinaus werden dir auch Symbole vorgelegt, die du nach einer kurzen Betrachtungszeit richtig zuordnen musst. Abgerundet wird der Merkfähigkeitentest durch einen kleinen Logiktest. Im Detail geht es hierbei um das Fortsetzen von Figurenreihen.

Deutschtest

Deutsch solltest du beim Bundesheer natürlich auf jeden Fall können, schließlich musst du dich mit deinen Kameraden unterhalten können oder auch Berichte verfassen. Geprüft werden in diesem Bereich nicht nur die Rechtschreibung und Grammatik, sondern auch deine Fähigkeiten im Bereich der Zeichensetzung.

Angenehm
Der Deutschtest dient der Prüfungskommission des Bundesheeres lediglich als Orientierung und ist keine K.O-Prüfung. Schlechte Leistungen hier kannst du also mit guten Leistungen in anderen Aufgabenbereichen ausbügeln. Genau das Gleiche gilt für den Rechtentest

Rechentest

Im Rechentest nimmt das Bundesheer deine mathematischen Kenntnisse gründlicher unter die Lupe. Mit Mathematik sind in diesem Fall vor allem die vier Grundrechenarten gemeint. Darüber hinaus solltest du aber auch den Dreisatz oder die Prozentrechnung beherrschen. Wichtig zu wissen ist hierbei, dass natürlich keine Hilfsmittel wie Taschenrechner oder ähnliches genutzt werden dürfen. Zudem werden die Aufgaben hier auch in Form von Textaufgaben gestellt.

Schlafentzugsphase

Richtig schwer wird der Einstellungstest laut den Erfahrungen zahlreicher Bewerber vor allem dann, wenn es an die sogenannte Schlafenzugsphase geht. Diese beginnt eigentlich recht harmlos mit einem schönen Nachtspaziergang gegen 1:30 Uhr. Leider ist es das dann aber auch noch nicht gewesen. Stattdessen musst du jetzt in der Nacht mehrere Aufgaben erfüllen, mit denen deine Belastungsfähigkeit geprüft wird. Dieser Test dient zum Beispiel dazu, um dich für einen Auslandseinsatz zu prüfen – denn da ist Schlafentzug keinesfalls eine Seltenheit. Und trotzdem musst du für die verschiedenen Jobs dann topfit sein.

Los geht es in dieser Testphase mit einem Test zum Sortieren von Schrauben und dem Aufsuchen von Symbolen. Beide Übungen werden dabei im Wechsel durchgeführt. Bedeutet also: Zunächst findet jeweils ein Probedurchgang statt, anschließend geht es mit den beiden ersten Wertungsdurchgängen und dann mit den beiden zweiten Wertungsdurchgängen weiter. Anschließend wartet in der Schlafentzugsphase wieder ein Merkfähigkeiten Test auf dich. Hier musst du dir im militärischen Text wieder verschiedene Informationen ansehen und einprägen. Danach steht der sogenannte Bunkertest auf dem Programm. Hier wirst du in einen Raum geführt, der mit Neben gefüllt ist und musst unterschiedliche Aufgaben lösen. Abgerundet wird das ganze durch den schon bekannten nu-Test, der dich am Ende hier noch einmal richtig fordern dürfte. Hast du auch diese Übung hinter dich gebracht, ist es ungefähr 6 Uhr morgens und du darfst ins Bett gehen.

Assessment-Center

Eingebaut wird in das Auswahlverfahren des Bundesheeres auch eine Art Assessment-Center. Hier musst du vor der Prüfungskommission verschiedene Aufgaben erledigen und arbeitest hierfür teilweise mit anderen Bewerbern zusammen. So wird eine Gruppendiskussion durchgeführt, bei der sich die Teilnehmer am Ende auch noch gegenseitig bewerten müssen. Anschließend musst du in einem Einzelvortrag bzw. einer Selbstpräsentation ein bisschen über dich erzählen. Hierfür steht dir zunächst eine Vorbereitungszeit von zehn Minuten zur Verfügung, der Vortrag sollte dann ziemlich genau vier Minuten lang sein. Auch hier wird am Ende von den Bewerbern bewertet, welche Vorträge am besten und welche am schlechtesten gefallen haben.

Abgesehen von diesen Übungen müssen die Bewerber zudem eine Team-Aufgabe gemeinsam lösen. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um das Bauen einer Papierbrücke zwischen zwei Tischen oder ähnlichen kleinen Herausforderungen, mit denen vor allem die Teamfähigkeit überprüft wird. Darüber hinaus wird im Assessment-Center auch ein Gespräch mit einem Psychologen durchgeführt. Hier müssen verschiedene Fragen zum Eignungstest beantwortet werden, weshalb dieser auch als Psychologie Test bezeichnet wird. Darüber hinaus möchten die Psychologen des Bundesheeres auch mehr zu deiner Motivation und deinen Ambitionen beim Militär hören.

Ärztliche Untersuchung

Es ist nicht überraschend, dass das Bundesheer auch eine ärztliche Untersuchung durchführt, immerhin sollst du körperlich in einer guten Verfassung sein. Hierfür wirst du in der Kaserne normalerweise früh geweckt und musst noch vor dem Frühstück zur Abgabe von Urin und Blut antreten. Darüber hinaus musst du hier einen Fragebogen ausfüllen, in welchem du beispielsweise nach einem möglichen Drogenkonsum gefragt wirst. Lügen ist hier zwecklos, die Ergebnisse kommen durch Blut und Urin immerhin ohnehin ans Tageslicht. Es erübrigt sich eigentlich zu sagen, dass du bei einem nachgewiesenen Drogenkonsum sofort ausscheidest.

Nach einer anschließenden Frühstückspause geht es dann mit einem Sehtest, einem Hörtest, einem Test deines Lungenvolumens, einer Messung von Größe und Gewicht, einem EKG und einer Blutdruck-Messung weiter.

Die Tauglichkeitsstufen des Bundesheeres

Je nachdem, welche Leistungen du in der Eignungsprüfung Bundesheer an den Tag legen konntest, wirst du in eine der verschiedenen Tauglichkeitsstufen einsortiert. Welche es gibt, siehst du hier:

  • Mannschaftstauglich
  • Unteroffizierstauglich
  • Offizierstauglich

Selbstverständlich bist du an diese Empfehlungen nicht gebunden. Du kannst also auch mit einer Offizierstauglichkeit ganz regulär ein Teil der Mannschaften werden. Andersherum ist dies aber natürlich nicht möglich. Dein Testergebnis ist dann für einen Zeitraum von einem Jahr gültig. Wartest du länger ab bis zum Einstieg, musst du den Test noch einmal absolvieren.

Fazit: Eignungsprüfung nicht unterschätzen

Die Eignungsprüfung des Bundesheeres hat es wirklich in sich. Hier wird ein straffes Programm durchgezogen, auf dass du dich körperlich und vor allem auch mental gut einstellen solltest. So musst du hier nicht nur unterschiedliche sportliche Leistungen vorweisen, sondern gleichzeitig auch den Kopf gehörig anstrengen – und das sogar noch unter Schlafentzug. Umso wichtiger ist es, dass du dich auf die einzelnen Übungen gut vorbereitest. In vielen Fällen kannst du das online tun, gleichzeitig musst du für die Termine der sportlichen Leistungsprüfung natürlich auch ein paar Runden an der frischen Luft oder im Fitnessstudio absolvieren. Bereitest du dich aber intensiv vor, ist die Eignungsprüfung unterm Strich durchaus zu schaffen.



 

Bildquellen

  • Eignungsprüfung Bundesheer: Pixabay

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