Bundesheer - Eignungsprüfung, Sporttest, Psychotest und Laufbahn

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Während die deutsche Bundeswehr mittlerweile eine reine Berufsarmee ist, existiert in Österreich nach wie vor der Grundwehrdienst. Wer eine Laufbahn beim Bundesheer anstrebt, muss jedoch nicht erst warten, bis die Einzugsmeldung kommt. Man kann auch von sich aus eine freiwillige Meldung abgeben, die in gewisser Weise wie eine Bewerbung funktioniert. Jeder, der sich auf diese Weise freiwillig meldet, spart sich die sechs Monate Wehrdienst. Dafür wartet allerdings ein Auswahlverfahren auf die Interessenten, bevor es mit dem ersten Ausbildungsabschnitt losgehen kann.

Das Auswahlverfahren

Im Auswahlverfahren testet das Bundesheer, ob sich die Kandidaten für eine Laufbahn als Berufssoldat, Unteroffizier oder Offizier eignen. Es ist über mehrere Tage aufgebaut und es warten Aufgaben in den verschiedensten Bereichen. Neben den sportlichen Fähigkeiten werden beispielsweise auch Wissen, Mathematik- und Rechenkenntnisse sowie Merkfähigkeiten überprüft. Fällt man durch den Test durch, ist der Traum von der Karriere beim Bundesheer allerdings noch nicht vorbei. Eine Wiederholung des Tests ist möglich. Wie die Termine dazu sind, erfährt man in der Regel vor Ort.

Der Sporttest

Die körperliche Fitness spielt bei Soldaten eine wichtige Rolle. Daher liegt auch in der Eignungsprüfung ein großer Fokus auf diesem Bereich. Neben einer ärztlichen Untersuchung, bei der die Teilnehmer auf Herz und Nieren geprüft werden, gehört zum Auswahlverfahren auch ein Sporttest. Dieser setzt sich aus fünf Disziplinen zusammen, welche die Bewerber auch ins Wasser führen.

Los geht es mit Liegestützen, danach folgen Klimmzüge, Standhochsprung und ein 2400-Meter-Lauf. Zum Schluss geht es in die Schwimmhalle, wo es 15 Minuten in einem erkennbaren Brust- oder Kraulstil zu schwimmen gilt. Für alle Disziplinen erhalten die Teilnehmer Punkte. Je nachdem, für welche Laufbahn sie sich bewerben, müssen sie ein bestimmtes Kontingent vorweisen, um weitermachen zu können. In jeder Disziplin muss ein Teilnehmer mindestens einen Punkt holen. Gelingt ihm dies, dann kann er mit guten Leistungen in starken Disziplinen auch ein schwächeres Abschneiden in einer anderen Disziplin ausgleichen.

Theoretische Tests und der Psychotest

Hat man den sportlichen Bereich erfolgreich absolviert, geht es mit theoretischen Aufgaben in der Eignungsprüfung weiter. In einem Merktest werden zunächst die Merkfähigkeiten der Teilnehmer überprüft. So muss man beispielsweise einen Text lesen und sich bestimmte Fakten merken, die anschließend überprüft werden. Danach folgen ein Rechtschreib- und ein Mathematiktest. Diese beiden Tests sind jedoch vor allem relevant, wenn man Unteroffizier oder Offizier werden möchte. Dann sollte man auch hier gute Leistungen erbringen.

Nach den theoretischen Tests geht es mit einem Gespräch weiter. Die Bewerber unterhalten sich mit einem Psychologen, der ihnen verschiedene Fragen stellt. Auf diese Weise will sich das Bundesheer ein Bild von der jeweiligen Person machen. Darüber hinaus werden aber auch wie zum Beispiel zur Breitschaft für einen Auslandseinsatz gestellt. Im Anschluss folgt eine Gruppendiskussion mit anderen Teilnehmern am Auswahlverfahren und man muss nach einer kurzen Vorbereitungszeit einen Kurzvortrag zu einem bestimmten Thema halten. Auch diese beiden Aufgaben sind aber erneut vor allem für Offiziers- und Unteroffiziersbewerber relevant.

In der Nacht wartet dann noch einmal ein abschließender Psychotest. So werden die Bewerber trotz der Anstrengungen am Tag um 1.30 Uhr geweckt, um einen Konzentrations- und Merktest zu absolvieren. Mit diesem Test versucht das Bundesheer den Stress der mitunter auf Soldaten wartet zu simulieren und es wird überprüft, wie die Bewerber reagieren. Hat man auch diesen Teil bestanden, steht der Ausbildung nichts mehr im Wege. Der Einrücktermin liegt entweder im März oder im September.

Karriere beim Bundesheer

Neben den drei klassischen Laufbahnen Berufssoldat, Unteroffizier und Offizier gibt es auch eine ganze Reihe weiteren Karrieremöglichkeiten, die das Bundesheer Interessenten bietet. So kann man sich beispielsweise für den Notfalldienst, die Militärpolizei, als Pilot und Luftaufklärer, als Kampfmittelbeseitiger oder als Techniker an verschiedenen Ausbildungsstellen ausbilden lassen. Darüber hinaus gibt es in unterschiedlichen Karrierewegen auch Aufstiegschancen und Möglichkeiten. Besonders Offiziere wollen oft im Rang aufsteigen. Dies bringt neben einem besseren Gehalt auch mehr Verantwortung mit sich.

Bildquelle: Pixabay


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