Bundeskriminalamt (BKA) - Bewerbung, Einstellungstest und Laufbahn

Bundeskriminalamt

Das Bundeskriminalamt kommt in Deutschland in der Regel bei besonders schwerer Kriminalität oder heiklen Aufgaben zum Einsatz. Zu dieser gehören nicht nur Dinge wie Terrorismus, organisierter Drogenhandel oder Menschenhandel, sondern auch der Schutz der deutschen Verfassungsorgane sowie die Koordination nationaler und internationaler Polizeizusammenarbeit.

Da die normale Polizeiarbeit in vielen Bereichen Sache der Bundesländer ist, kümmern sich in der Regel die Dienststellen der verschiedenen Länder um die Ausbildung neuer Beamter. Entsprechend unterscheiden sich auch die Auswahlverfahren, je nachdem, ob man sich Hamburg, Schleswig-Holstein, NRW, Bayern oder Hessen ausbilden lässt. Etwas anders sieht die Sache aus, wenn man sich beim Bundeskriminalamt bewirbt. Das BKA bildet zentral für ganz Deutschland aus und ist dabei nicht nur für angehende Polizeibeamte interessant.

Die Bewerbung beim BKA

Das BKW bildet Polizeikräfte primär für die Laufbahn als Kriminalkommissar aus. Wer ein Mitglied der Schutzpolizei werden möchte, sollte sich eher an die Dienststellen in den Bundesländern wenden. Für die Laufbahn als Kriminalkommissar muss man beim BKA ein Bachelor-Studium absolvieren, das drei Jahre umfasst. Neben dem Studium an der FH Bund in Brühl umfasst die Ausbildung auch praktische Teile in anderen Ausbildungsstellen. Zu diesem Ausbildungsabschnitt zählt zum Beispiel auch ein Praktikum, das man in einer Polizeidirektion der Bundesländer absolvieren muss.

Neben der Ausbildung zum Kriminalkommissar bietet das Bundeskriminalamt eine ganze Reihe von weiteren Ausbildungsmöglichkeiten an. So kann man sich beispielsweise auch zum Kraftfahrzeugmechatroniker, Fotograf, Fachinformatiker, IT-Systemelektroniker oder zum Kaufmann für Büromanagement ausbilden lassen. Darüber hinaus gibt es auch für Polizisten der Bundesländer Aufstiegsmöglichkeiten, um den Sprung zum BKA zu schaffen. Quereinsteiger haben ebenfalls gute Möglichkeiten.

Das Auswahlverfahren

Wer sich dafür interessiert, einmal die Schulterklappen des Bundeskriminalamts zu tragen, der muss zunächst einmal ein Auswahlverfahren überstehen. Dieses ist relativ schwierig, da das BKA von seinem Beamten sowohl geistige als auch körperliche Höchstleistungen erwartet.

Der erste Test wird als psychodiagnostische Testverfahren bezeichnet. Er setzt sich aus insgesamt drei Aufgabenteilen zusammen, die unterschiedliche Bereiche abdecken. Den Anfang macht ein Test zum allgemeinen Denkvermögen, bei dem in 90 Minuten Fragen zum verbalen, nummerischen und figuralen Denkvermögen beantwortet werden muss. Danach geht es weiter mit einem Konzentrationstest. Dieser dauert 20 Minuten und beinhaltet eine Frage. Diese ist so gestellt, dass die Teilnehmer bei der Bearbeitung unter Zeitdruck geraten. Den Abschluss bildet ein 30-minütiger Deutschtest mit Aufgaben zur Rechtschreibung, Grammatik und Wortbedeutung.

Nach dem theoretischen Test folgt die Überprüfung der sportlichen Fähigkeiten der Bewerber. Der Sporttest setzt sich aus vier Teildisziplinen zusammen. In jeder Disziplin erhalten die Teilnehmer für ihr Leistung Punkte, aus denen dann ein Gesamtscore gebildet wird. Los geht es mit einem Achterlauf, bei dem man Stangen umrunden muss. Danach folgen Sitzklimmzüge, ein Eckenlauf und ein Ausdauerlauf.

Ist der sportliche Teil bestanden, geht es mit Gruppengesprächen und Einzelgesprächen weiter. Diese werden von einer dreiköpfigen Auswahlkommission betreut, die sich aus einem Psychologen und zwei Gremienvertretern (Gleichstellungsbeauftragte, Personalrat) zusammensetzt. Auch hier gilt es wieder, verschiedene Aufgabenstellungen zu bearbeiten. Den Anfang macht eine Gruppendiskussion, danach schließt sich ein Kurzreferat an. Abschließend gibt es ein Einzelgespräch mit der Kommission, bei dem sowohl Wissensfragen als auch Fragen zu Person gestellt werden.

Zum Ende des Auswahlverfahrens werden die Bewerber von einem Arzt auf Polizeitauglichkeit untersucht (medizinische Untersuchung). Auch erfolgt eine Sicherheitsüberprüfung der Person. Hat man auch diese beiden Testteile erfolgreich absolviert, kann die Ausbildung beginnen. Besteht man einen dieser beiden finalen Tests nicht, spielt es keine Rolle, wie gut man zuvor abgeschnitten hat. Eine Einstellung ist dann in der Regel nicht möglich.

Aufstiegschancen

Nach dem Abschluss des Studiums beginnt für die neuen BKA-Beamten die Arbeit als Kriminalkommissarin bzw. Kriminalkommissar im gehobenen Dienst. Damit ist die Karriere allerdings erst am Anfang. Mit der Zeit steigt nicht nur das eigene Gehalt, man kann auch in den Rängen beim Bundeskriminalamt aufsteigen. Ein höherer Rang bedeutet in der Regel mehr Verantwortung. Wer also beispielsweise einmal selbst Polizeipräsident werden möchte, muss nicht nur Fachwissen mitbringen, sondern auch eine Führungsperson sein. Nach dem Kommissar kann man beispielsweise zum Kriminalrat, zum Kriminaldirektor und zum leitenden Kriminaldirektor aufsteigen. Am Ende des Karrierewegs kann sogar die Leitung des Bundeskriminalamts in Form des BKA-Präsidenten oder eines seiner beiden Vize-Präsidenten stehen.

Bildquelle: BKA Kriminalitätsstatistiken


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