Berufswahl Marketing: vielfältig und abwechslungsreich

Job im Marketing
Abbildung 1: Der Marketing-Bereich ist heute ein weitläufiges Betätigungsfeld geworden. Wer hier einen Job finden will, hat viele Optionen - und muss immer einen Schritt schneller sein als der Wettbewerb.

Ein Job im Marketing, das ist für viele ein erstrebenswertes Ziel. Doch was steckt eigentlich dahinter? Der Begriff „Marketing“ könnte unspezifischer nicht sein, denn der Marketingbereich eines Unternehmens gliedert sich in viele unterschiedliche Aufgabenbereiche. Je nach Unternehmensgröße werden daraus unterschiedlich große Teams, die sich mit einem Teilbereich des Marketings beschäftigen. Die Aufgaben sind so vielfältig wie die Wege zu diesem Beruf. Was diese Berufswahl alles mit sich bringt und welche Wege es dorthin gibt, fasst dieser Artikel zusammen. 

Ziel: Marketingabteilung, Wege: Viele

Wer ins Marketing möchte, hat heute viele Möglichkeiten. Denn so vielfältig wie dieser Bereich - oder vielmehr diese Bereiche an sich - sind auch die Wege dorthin. Einer führt klassisch über das BWL-Studium mit Schwerpunkt Marketing. Hier wird zunächst allgemeines Wissen zur Betriebswirtschaft vermittelt – erst ab einem späteren Zeitpunkt im Studium kann dann der Weg zum Marketer eingeschlagen werden. Vorteil: Ein breites Wissen über verschiedene Vorgänge im Management. Nachteil: Viel Hintergrundwissen, dass besonders für spezialisierte Marketingabteilungen nicht unbedingt angewandt werden kann. Inzwischen gibt es auch spezialisierte Marketing Studiengänge: 

  • International Marketing and Communication (HS Heilbronn)
  • Eventmarketing und Live-Kommunikation (TU Chemnitz)
  • Industriemarketing und Technischer Vertrieb (HS Landshut)
  • Sportjournalismus und Sportmarketing (FHM Bamberg)
  • Technologiemanagement und -marketing (FH Kiel)

Diese sind nur eine Auswahl. Vor allem an Fachhochschulen etabliert sich nach und nach mehr Praxisbezug und Spezialisierungsmöglichkeit. 
Wer sich studientechnisch breiter aufstellen möchte, kann beispielsweise an Germanistik, Soziologie oder andere Geisteswissenschaftliche Fächer denken. Mit dem sprachlichen oder soziologischen Hintergrund haben auch Quereinsteiger gute Chancen, im Marketing ihren Platz zu finden. Wichtig sind vor allem Softskills und die Praxistauglichkeit. Dazu gehören unter anderem Kommunikationsfähigkeit, keine Scheu vor Analysen, aber auch das klassische „Thinking outside the box“. 
Um hier einen Einblick zu erhalten und festzustellen, ob ein Beruf im Marketing die eigenen Interessen widerspiegelt, eignen sich immer Praktika in verschiedenen Abteilungen und Firmen. Hier sind auch Größe und Ausrichtung des Unternehmens entscheidend: Während in kleinen Unternehmen jeder Marketer ein bisschen was von allem macht, sind große Konzerne sehr strukturiert und auf Details fokussiert. Welche Bereiche hier beispielsweise abgedeckt werden, zeigt der folgende Überblick.

Direktmarketing

Direktmarketing ist die Abteilung, die – neben dem Online-Marketing und dem Event-Marketing – den größten Aufschwung erlebt hat. Das Ziel im Direktmarketing ist grundsätzlich die Neukundengewinnung, aber auch die bessere Pflege der Bestandskunden. Der Stellenwert von Customer Relationship Management Aufgaben steigt. Zudem wird im Fachjargon in diese drei Unterformen unterschieden:

  • Beim passiven Direktmarketing wird der Kunde informiert. In Form von Produktbroschüren, Flyern und Mailings erhält er eine Information über die Leistungen und Produkte des Unternehmens. Eine Rückantwort wird nicht erwartet.
  • Beim reaktionsorientierten Direktmarketing hat der Kunde eine Möglichkeit zu reagieren, mehr noch wünscht sich das Unternehmen eine aktive Reaktion des Kunden auf den Werbeflyer mit Rückantwort oder auf eine Mitmach-Aktion in Form von Coupons.
  • Beim interaktionsorientierten Direktmarketing geht es um den Austausch von Kunde und Unternehmen. Dieser ist entweder im Gespräch vor Ort möglich oder an der Kundenhotline.

Wichtig ist eine stete Anpassung an die Ideen und Vorstellung der Kunden – und das möglichst bevor die Konkurrenz eine effektivere Methode ausgemacht und umgesetzt hat.

Event-Marketing

Allein schon der Begriff ist weitestgehend selbsterklärend: Beim Eventmarketing geht es um die Planung, Organisation und Durchführung von Events. Eine bereits bekannte Komponente macht das Event auch zum Mittel des Direktmarketings, denn: Bei einer Veranstaltung ist Interaktion möglich, ja sogar explizit gewünscht. Neben der Ansprache von Kunden dienen Events auch, um Mitarbeiter und Kooperationspartner von der Stärke und Wirkkraft der Ideen des Unternehmens zu überzeugen.
Wichtig ist es auch hier, einen Schritt voraus zu sein. Ein Tag der offenen Tür oder ein Messebesuch müssen wohl geplant sein. Vor allem die Präsente für die Kunden müssen stimmen. Tipp: Wer im zweiten Halbjahr 2018 einen Messebesuch plant, ist einen entscheidenden Schritt voraus, wenn es dann bereits Kalender für 2019 als Kundenpräsente gibt. 

Handels-Marketing

Wer im Handels-Marketing tätig ist, entscheidet sich dafür, sich um das Marketing für Handelsbetriebe zu kümmern. Das heißt, es geht – in anderen Worten – um das Absatz- und Beschaffungsmarketing. Wie weit verzweigt dieser Themenkomplex ist, verrät dieses Mindmap. Auch in diesem Bereich gilt: Nur wer vor der Konkurrenz einen entsprechenden Standort wählt und die Absatzwirtschaft mit System aufsetzt, kann im Wettbewerb bestehen.

Arbeiten im Online Marketing
Abbildung 2: Das Online-Marketing ist das Online-Pendant zur Offline-Welt. Damit erschließen sich Unternehmen ein komplett neues Marketingfeld.

Marktforschung und Marktanalyse 

Eine detaillierte Marktanalyse ist die Basis für Marketingaktionen, die ankommen. Nur wer sich verschiedener Instrumentarien bedient, kann herausfinden, was der Wettbewerb tut, was der Markt sich wünscht und dies mit einer entsprechend vorausschauenden Strategie belegen. Der Ansatzpunkt für eine neu aufgesetzte Marktforschung kommt dabei entweder aus der Geschäftsführung oder aus dem Produktmanagement. Unterschieden wird 

  • in die Entwicklung eines Neu-Produkts, 
  • in die Markteinführung eines neuen Produkts, 
  • in die Verbesserung bzw. Weiterentwicklung des Produkts oder 
  • in die Markeinführung eines komplett neuen Geschäftsmodells. 

Mediaplanung 

Die Auswahl der passenden Medien und Kanäle wird als Mediaplanung bezeichnet. Hierzu sind finanzielle Ressourcen nötig, um eben diese Kanäle mit Werbemaßnahmen bestücken zu können. Für eine versierte Mediaplanung ist Know-how in punkto  Online- und Offline-Marketing nötig. Wer die nötigen Ressourcen nicht inhouse hat, nutzt die Unterstützung einer Agentur. Inwiefern eine Agentur dazu beitragen kann, ein effektives Marketingkonzept aufzusetzen, zeigt sich in diesem Fachbericht.

Online-Marketing

Online-Marketing ist eigentlich recht schnell zu definieren: Bei dieser Marketingform stammen die Marketing-Instrumente allesamt aus dem Online-Bereich. Grundsätzlich dient das Online-Marketing dazu, ein Produkt, eine Dienstleistung oder eine Marke zu positionieren. Während das Marketing, also die Bewerbung, online passiert, kann das Produkt auch offline gefragt sein. So einfach die erste Definition auch scheint, so vielfältig sind die Möglichkeiten des Marketing-Mixes im Online-Marketing. Diese sowie die möglichen Kanäle sind hier in zwei anschaulichen Infografiken zusammengefasst.

Public Relations und Unternehmenskommunikation

Ein Stück weit haben PR und Unternehmenskommunikation etwas mit dem Direktmarketing gemein, denn: Ihr Fokus liegt auf der Reaktion von Dritten. Entscheidend ist, was der Kunde wahrnimmt. Das zentrale Element ist die Kommunikation, die auf der Handlungs-, Edukations-, Emotions-, Interpretations- und Handlungsebene erfolgen kann. Inhaltlich besonders umfangreich wird der Bereich auch deswegen, weil der Inhalt der Kommunikation ebenso nach Anlass, nach Zielgruppe, nach Inhalt, nach Instrument oder nach Nutznießer variieren kann. Letztlich entscheiden diese Faktoren sowie die Personen, die in der PR tätig sind darüber, was über ein Produkt, eine Leistung oder ein Unternehmen publiziert wird.

Vertriebsmarketing

Eine schwierige Beziehung führen in der Praxis häufig Marketing- und Vertriebsmitarbeiter. Wer es als Unternehmen schafft die Verkaufsmannschaft, den Vertrieb, und die Marketingmannschaft, also diejenigen die Inhalt und Grafik auf Produkt und Leistung anpassen, unter einen Hut zu bringen, hat langfristig gewonnen. Denn nur so kann es glücken, einen Schritt voraus zu sein. 

Fazit

Viele Wege führen ins Marketing – und auch von Abteilung zu Abteilung. Denn Marketer sind heute breit aufgestellt, decken viele Themenbereiche ab und definieren sich und ihre Branche immer wieder neu. Wer hierhin möchte, sollte bereit sein, die eigene Herangehensweise immer wieder neu zu überdenken, neue Wege zu gehen und sich stetig weiterzuentwickeln. 
 


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