Ausbildungsberuf

Bodenleger/in Ausbildung und Gehalt



Ø Gehalt: 1.970,00 EUR

Ø Ausbildungsgehalt: 495,00 EUR

Popularität: 110

Ausbildungsstellen (D): 222


In Deutschland gibt es rund eine Million Handwerksbetriebe. Zu den am stärksten vertretenen Handwerksbereichen zählen Elektrotechniker, Installateure und Friseure. Das Handwerk des Bodenlegers ist ein verhältnismäßig neuer Beruf, der seit dem Jahr 2002 staatlich geregelt und über eine anerkannte Ausbildung erlernbar ist.

Wer als Bodenleger in einen Betrieb arbeitet und sich auf das Verlegen von Parkett, Estrich und Trockenbau spezialisiert hat, kann bei der Industrie- und Handelskammer eine Weiterbildung zum Parkettlegemeister absolvieren und sich anschließend selbstständig machen. Auch ohne Meisterbrief ist es möglich, sich den Traum eines eigenen Handwerksbetriebs zu erfüllen, denn Bodenlegerbetriebe gehören zu den zulassungsfreien Handwerksbetrieben.

Die Gründung eines Bodenlegerbetriebs bedarf einer guten Vorbereitung. Zuerst sollte festgelegt werden, auf welche Bodenbeläge sich spezialisiert wird. Der Bodenleger kann sich auf Laminat, Parkett, Kork, Teppichboden, PVC oder Linoleum spezialisieren oder sich auf Sonderkonstruktionen, wie Sportböden oder Estrichbeschichtungen konzentrieren. Der Fachbetrieb benötigt qualifizierte Mitarbeiter, um den komplexer werdenden technischen Aufgabenstellungen gewachsen zu sein und am Markt bestehen zu können. Mit der Formalität, einen Gewerbeschein zu beantragen, ist es mit der Gründung eines Bodenlegerbetriebs nicht getan. Fachliche Kenntnisse und Fähigkeiten sind eine Grundvoraussetzung für die Gründer. Leitfaden für die Gründung eines Bodenlegerbetriebs Der erste Schritt in die Selbstständigkeit ist das Erstellen des Businessplans. Er enthält Themen, wie die Preisgestaltung, den Wettbewerb und die Finanzierung. Wichtig ist, dass dieser solide ausgearbeitet ist und stichhaltige Argumente aufweist. Denn mit dem Businessplan sollen mögliche Investoren und begleitende Banken für die Finanzierung gewonnen werden.

Anschließend gilt es zu prüfen, ob das Bauamt oder die Gewerbeaufsicht eine Genehmigung für die Betriebsgründung erteilen muss. Das ist der Fall, wenn Bodenleger am Standort ihres Betriebs Umbauten vornehmen möchten oder bauliche Erweiterungen durchführen wollen. Vor Beginn der Geschäftstätigkeit müssen sie darauf achten, dass sie die Vorschriften des Arbeits-, Umwelt- und Verbraucherschutzes im Betrieb gewährleisten können. Darüber hinaus kann es sein, dass eine Ausübungsberechtigung der Industrie- und Handelskammer nötig ist. Für die selbstständige handwerkliche Tätigkeit ist auch eine Eintragung in die Handwerksrolle beziehungsweise in das Verzeichnis zulassungsfreier Handwerke oder handwerksähnlicher Gewerbe erforderlich.
Hilfestellung bei der Existenzgründung gibt es bei den Beratungsstellen der IHK.

Finanzierung und Preisgestaltung
Es gibt in Deutschland spezielle Zuschüsse und Förderprogramme für Handwerker, die sich selbstständig machen. Der Bund und die Länder vergeben zinsgünstige Darlehen. Zu haben sind KfW Kredite und länderspezifische Geschäftskredite, wobei letztere sich von Bundesland zu Bundesland unterschieden. In Rheinland Pfalz beispielsweise nennt sich das relevante Förderprogramm Mittelstandsförderungsprogramm Gründerkredit ISB, in Nordrhein-Westfalen NRW.BANK Mittelstandskredit.

Bei der Preisgestaltung sollten sich die Bodenleger die Preise bei etablierten Betrieben ansehen. Anfangs empfiehlt es sich, nach jedem Auftrag nachzukalkulieren, ob sie mit Gewinn oder Verlust arbeiten. Aufzeichnungen sind bei einem wachsenden Bodenlegerbetrieb die Grundlage für die erfolgreiche Geschäftstätigkeit. Damit es in der Buchhaltung übersichtlich zugeht ist es wichtig, dass die Gründer ein gesondertes Geschäftskonto eröffnen. Darüber sollten sämtliche Ausgaben und Umsätze des Handwerkbetriebs laufen. Hinweise und Empfehlungen zum Firmenkonto gibt es bei geschaeftskonto24. In einem kleinen Betrieb sollte der Steuerberater die Organisation und Abwicklung der Buchhaltung übernehmen. Zwar besteht bis zu einem
- Jahresumsatz von 500.000 Euro oder
- einem Jahresgewinn von 50.000 Euro
keine Buchführungspflicht, doch die Bodenleger müssen regelmäßig eine Einnahmeüberschussrechnung sowie eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einreichen. Wenn sie nur geringen Umsatz machen und als Kleinunternehmer gelten, sind Bodenlegerbetriebe von der Umsatzsteuer befreit. Das ist bei einem gesamten Jahresumsatz von nicht mehr als 17.500 Euro der Fall.

Notwendige Versicherungen
Bodenleger, die sich selbstständig machen wollen, benötigen für die Existenzgründung zwangsläufig eine Reihe von Versicherungen. Sie müssen sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung oder bei einem privaten Versicherungsträger absichern. Bei Einkünften von mehr als 72.600 Euro besteht für selbstständige Bodenleger Beitragspflicht in der Rentenversicherung. Je nach Handwerk kann auch eine gesetzliche Unfallversicherung notwendig werden. Ob der Betrieb des Bodenlegers darunter fällt, lässt sich in der Berufsgenossenschaft nachfragen. Darüber hinaus müssen die Gründer eine Betriebshaftpflichtversicherung abschließen. Mit anderen, freiwilligen Versicherungen können sie den Betrieb zusätzlich absichern.

Auswahl der Mitarbeiter
Gründer eines Bodenlegerbetriebs sind auf die Hilfe von zuverlässigen und kompetenten Mitarbeitern angewiesen. Für die Personalauswahl können sie Testverfahren verwenden, mit denen sich die Qualität der Bewerber beurteilen lässt.

Quellen:
Bild 1: pixabay © Counselling (CC0 Public Domain)



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