Berufsbild freischaffender Übersetzer

Freischaffende Übersetzer arbeiten für wechselnde Auftraggeber. Ihre Tätigkeit besteht darin, dass sie Dokumente unterschiedlicher Schwierigkeit übersetzen. Was hinter dem Berufsbild des freischaffenden Übersetzers steckt und wie der Weg dorthin ist, darüber berichtet dieser Artikel.

Weltweit werden rund 7.000 Sprachen gesprochen – seltene Stammessprachen mit eingerechnet.

Berufsbild kurz zusammengefasst

Angehende Übersetzer studieren ein grundständiges Studienfach und erlernen Wissenschaftliches und Praktisches hinsichtlich der Grammatik und Terminologie der ausgewählten Fremdsprache. Hinzu kommen interkulturelle Kernthemen. Die Hauptaufgabe von freien Übersetzern besteht darin, in der freien Wirtschaft Texte jeglicher Art von einer Fremdsprache

  • in die Muttersprache oder

  • von der Muttersprache in die Fremdsprache oder

  • von einer Fremdsprache in die andere Fremdsprache

schriftlich zu übersetzen. Dolmetscher hingegen übersetzen mündlich und sind in der Regel bei Gesprächen, Veranstaltungen oder Versammlungen anwesend. Ihre mündliche Übersetzung wird dann oft per Kopfhörer an ausländische Gäste übertragen. Doch auch in Face-to-Face-Gesprächen sind Dolmetscher anwesend und unterstützen die Verständigung zweier oder mehrerer Personen.

Fachliche Anforderungen

Wer freischaffender Übersetzer werden will, der muss ein ausgeprägtes Faible für Sprachen haben. Je nach gewünschter Zielsprache sind zum Beispiel Französisch, Spanisch, Italienisch oder Englisch zielführend. Ob das Berufsbild des freischaffenden Übersetzers das richtige ist, können Interessierte in diesem Test zur Studienwahl herausfinden.

Wichtig ist, dass die mündliche und schriftliche Mitarbeit in der Schule bereits ausgesprochen gut war. Da im Rahmen des Studiums herausragende muttersprachliche Kenntnisse vorausgesetzt werden, sind eine rasche Auffassungsgabe und ein möglichst breiter Wortschatz sowie Sicherheit in Grammatik, Rechtschreibung und ein ausgeprägtes Sprachgefühl erwünscht.

Studiengänge mit Studienabschluss Übersetzer

  • Fachübersetzung (Wirtschaft/Technik)

  • Fachkommunikation international

  • Kommunikation und Übersetzung international

  • Kommunikation Mehrsprachigkeit

  • Translation

  • Translation Studies für Information Technologies

  • Übersetzen (z.B. Englisch)

Studenten, die sich in einem der aufgezählten Studiengänge einschreiben, können weitere Fächer zu kombinieren. Typische Kombinationsfächer sind

  • Anglistik/Amerikanistik

  • Didaktik der Fremdsprachen

  • Romanistik (Französisch/Italienisch/portugiesisch/spanisch)

Wer das Kombinationsfach Romanistik (Französisch) wählt, kann später als Französisch Übersetzer tätig werden. Analog gilt, wer sich für Anglistik oder Amerikanistik entscheidet, der kann nach erfolgreichem Abschluss des Studiums als Übersetzer arbeiten. Als Arbeitgeber, die freien Übersetzern Aufträge verschaffen, kommen Firmen, Privatpersonen und Behörden infrage, die entweder einzeln akquiriert oder über Übersetzungsbörsen kontaktiert werden können.

Die Liebe zur Sprache ist eine Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Studium und ein erfülltes Berufsleben.

Studieninhalte

Doch bevor das Berufsleben startet, fordert das Studium die volle Aufmerksamkeit. Beispielhafte Studieninhalte sind unter anderem die Fächer

  • Ethik

  • Grammatik und Rechtschreibung

  • Wortschatz

  • interkulturelle Kompetenzen und Kommunikation

  • Kulturwissenschaften

  • Übersetzung von Literatur

  • Phonetik

  • Wirtschaftswissenschaften/Rechtswissenschaften

  • Sprachkompetenzen

  • Sprachwissenschaften

  • Textanalyse/Textproduktion

  • Translationswissenschaft

Hochschulen erwarten von ihren Studenten ein gewisses Engagement in Form von Praktika. Alternativ bieten sie Praxismodule an. Einige Hochschulen setzen jedoch voraus, dass die Studenten ein Praxissemester leisten. Dabei müssen die Studierenden in einem Unternehmen tätig werden, das die von ihnen gewählte Sprache in Form von Übersetzungsdienstleistungen oder Sprachdienstleistungen anbietet. Ein gelungenes Studium rundet mit einem Auslandssemester ab, idealerweise natürlich in einem Land, dessen Amtssprache der gewählten Studiensprache entspricht.

Weitere Qualifikation im Studium

Für Studenten wird es heute immer wichtiger, sich durch spezielle Zusatz- oder Schlüsselqualifikationen von ihren Mitbewerbern abzuheben. Dazu sollten sie bereits im Rahmen ihres Studiums aktiv werden. Die Vorteile sind, dass der spätere Berufseinstieg dadurch erheblich erleichtert wird. Abgesehen davon erhalten Studenten durch passende Wahlmodule und zielführende Praktika ein Gefühl dafür, welcher Bereich im späteren Berufsleben der richtige ist. Für Studierende mit dem Berufsziel freischaffender Übersetzer sind zum Beispiel Rhetorikkurse, Kurse zur interkulturellen Kompetenz oder auch Spezialkurse zu fachlich anspruchsvollen Übersetzungsbereichen (IT-Technik, Rechtswissenschaften, Ingenieurswesen) empfehlenswert.

Studiendauer und offizielle Berufsbezeichnung

Das grundständige Studium umfasst in der Regel 6 bis 8 Semester. Statistiken zeigen, dass Studenten im Schnitt 6,9 Semester benötigen, bis sie ihren Bachelor in der Tasche haben. Die Absolventen erhalten eine Urkunde, auf dem der akademische Grad Bachelor auf Arts (B. A.) vermerkt ist. Das Studium wird unter anderem an diesen renommierten Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland angeboten: der Universität in Mainz, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Fachhochschule Köln, Fachhochschule Flensburg.

Nach dem grundständigen Studium ist die Aufnahme eines weiterführenden Studiums selbstverständlich denkbar. Hier sind vertiefende Studien in den Bereichen Dolmetschen, Übersetzen oder Fremdsprachendidaktik üblich. Die weiterführenden Studiengänge schließen mit einem Master ab. Allerdings reicht das erfolgreich absolvierte Grundstudium aus, um als freischaffender Übersetzer zu arbeiten.

Tätigkeiten eines freiberuflichen Übersetzers

Auch nach dem Studium bleiben Übersetzer am Ball

Übersetzer bearbeiten in Abhängigkeit von ihrer Spezialisierung recht unterschiedliche Textarten. Große Aufträge kommen aus technischen, medizinischen, wissenschaftlichen, rechtlichen, politischen oder wirtschaftlichen Bereichen von Ämtern, Organisationen, Privatpersonen oder gewerblichen Unternehmen. Auch die Funk- und Fernsehbranche arbeitet mit Übersetzern zusammen. Ein besonderes Aufgabengebiet von freiberuflichen Übersetzern ist das Erstellen und Verwalten von speziellen Datenbanken. Ein weiteres Spezialgebiet ist das Erarbeiten von Fachterminologien, die in einzelnen Berufszweige von großer Bedeutung sind. Unternehmen heuern freiberufliche Übersetzer an, um schriftliche Kommunikation mit ausländischen Geschäftspartnern und Kunden zu bewältigen.

In der Praxis hat sich gezeigt, dass Übersetzer, die neben einem grundständigen Studium außerdem praktische Erfahrungen aus dem Berufsleben mitbringen, sehr gefragt sind. So sind Quereinsteiger in der Branche nicht selten. Diese verfügen über fachliches Know-how und sind in der Lage, ihre Erfahrung in die Übersetzung einfließen zu lassen.

Eine Übersetzung zu erstellen ist nicht nur reine Theorie, vielmehr geht es häufig um sprachliche Besonderheiten, die sich nur demjenigen erschließen, der praktisch in einer Branche tätig war. Insbesondere in den Bereichen Marketing, Steuern und Recht ist das der Fall. Eine Spezialisierung auf bestimmte Fachgebiete ist deshalb in der Branche üblich.

Bild 1: pixabay.com © gehalt (CC0 Public Domain)

Bild 2: pixabay.com © PDPics (CC0 Public Domain)

Bild 3: pixabay.com © Unsplash (CC0 Public Domain)

Hast du Fragen?
+49 (0)172 69 83 493


Kostenloser Support
support@plakos.de

Bleibe auf dem Laufenden

Bücher und Apps

© Plakos GmbH 2017 | Kontakt | Impressum | Unser Team | Presse | Jobs