BAföG - Das müssen Studierende zur Studienförderung wissen

Zur Studienunterstützung steht Studierenden in Deutschland von staatlicher Seite aus finanzielle Unterstützung in Form eines BAföG-Kredites zu. BAföG, das Bundesausbildungsförderungsgesetz regelt dabei die Verteilung staatlicher Gelder an Auszubildende, hierzu zählen auch Studierende.
BAföG wird zur Hälfte als unverzinster Kredit gezahlt, die andere Hälfte ist ein staatlicher Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Daher lohnt es sich bei Bedarf (auch bei geringem Bedarf) immer, BAföG zu beantragen.
Wer Anspruch auf BAföG hat, was Studierende zu beachten haben und wie es mit der Rückzahlung aussieht, beantworten wir hier.

Anspruch auf BAföG und BAföG-Anträge

Studierende in Deutschland, welche ihr Studium durch BAföG finanzieren, sind in der Bundesrepublik in der Minderheit. Lediglich knapp ein Drittel finanziert sich durch BAföG.
Verantwortlich hierfür sind die Bedingungen, um überhaupt Anspruch auf BAföG zu haben. Vor allem das Einkommen der Eltern gilt in Deutschland nach wie vor als gewünschte Finanzierung des Studiums und diese sind bis zur Beendigung der Erstausbildung auch unterhaltspflichtig.
Anspruch auf BAföG Leistungen haben aber nicht nur deutsche Staatsbürger, sondern auch viele in Deutschland studierende Ausländer mit einer Bleibeperspektive in Deutschland.
Da BAföG voraussetzt, dass Studierende auch das Studienziel erreichen, verlangen die zuständigen Amt für Ausbildungsförderungen nach Abschluss des fünften Semesters ein Formular der Hochschule, in dem die bisher erbrachten Leistungen und eine realistische Perspektive auf den Abschluss in der Regelstudienzeit bestätigt werden.
Auch beim Alter gibt es Einschränkungen, so dürfen Studierende bei Studienbeginn das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, bei Master-Studiengängen liegt die Altersgrenze bei der Vollendung des 35. Lebensjahres.
Angerechnet auf BAföG-Leistungen werden Einkommen und Vermögen des Studierenden, aber auch das Einkommen der unterhaltspflichtigen Eltern.
Wie viel das genau ist, können Studierende vorher online im BAföG-Rechner kalkulieren. Auch die Vordrucke für die Anträge gibt es auf bafoeg.de, diese sollten bereits mit der Bestätigung der Immatrikulation ausgedruckt und abgeschickt werden. Der Förderungszeitraum beginnt nämlich mit dem Erhalt beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung.

Antrag, Nachreichungen und Fördersumme

Geht der Antrag unvollständig ein oder das Amt für Ausbildungsförderung fordert noch nicht vorliegende Dokumente wie Zeugnisse oder Immatrikulationsbescheinigungen nach, ändert dies nichts am Eingang des Antrags.
Sobald der Eintrag eingegangen ist, beginnt der Förderzeitraum - Beiträge werden durch das BAföG-Amt an einem festen Termin zum Ende des Monats ausbezahlt. Ausstehende Beträge werden auch rückwirkend am Zahlungstermin geleistet.
Die Höchstfördersumme beim BAföG beträgt derzeit 735,- Euro. Mit der Höchstsumme können nur Studierende rechnen, die nicht mehr über die Familie krankenversichert sind, denn auch die Krankenversicherungssumme ist hierin enthalten. Zudem sollten Studierende sich bewusst sein, dass sie abzüglich der Miete, Krankenversicherung und Verwaltungsgebühren der Hochschule unter Hartz IV-Niveau leben. Ein Nebenverdienst in Form eines 450,- Euro-Jobs oder einer anderen geringfügigen Tätigkeit ist für BAföG-Empfänger Pflicht. Alleine um Lehrmittel zu bezahlen, denn den monatlichen Bedarf deckt BAföG nicht vollständig.
Anträge müssen schriftlich gestellt werden (der Erstantrag theoretisch auch formlos, Unterlagen werden dann übermittelt) und gehen an das zuständige Amt für Ausbildungsförderung, dies ist regional unterschiedlich und lässt sich leicht recherchieren. Anträge sollten so früh wie möglich gestellt werden, nicht nur um eine nahtlose Förderung zu gewährleisten, sondern auch weil die Ämter teilweise mehrere Monate zur Bearbeitung eines Antrags benötigen.

BAföG beim Zweitstudium

Theoretisch ist es auch möglich, bei einem Zweitstudium gefördert zu werden. Dies setzt allerdings voraus, dass zuvor kein Erststudium an einer Hochschule abgeschlossen wurde, sondern etwa eine betriebliche Ausbildung vorliegt.
Besteht ein Wechsel der Fachrichtung, so muss das Erststudium spätestens nach dem 3. Fachsemester beendet worden sein, es sei denn ein unabweisbarer Grund (Einstellung des Studienganges, etc.) liegt vor. Ein Master-Studiengang gilt natürlich nicht als Zweitstudium, sondern als Fortführung des Erststudiums und wird ganz regulär wie auch das Bachelor-Studium weiter gefördert.

Rückzahlung des zinsfreien Darlehens

Neben der Förderungssumme bestehen 50 Prozent vom BAföG aus einem zinsfreien Darlehen und dieses muss zurückgezahlt werden, allerdings zu sehr günstigen Konditionen.
Die Rückzahlung beginnt 4-5 Jahre nach Abschluss des Studiums und wird vom Bundesverwaltungsamt aus gesteuert. Ehemalige BAföG-Empfänger erhalten Jahre nach Studienabschluss einen Brief mit der Rückzahlungssumme, diese beträgt maximal 10.000 Euro.
Ehemalige BAföG-Empfänger haben zudem die Option, den Betrag mit einer einzigen Zahlung zu tilgen und einmalig nur 5.000 Euro zu zahlen, dies ist die ratsamste Option und auch die Aufnahme eines Kredites sollte hierfür in Erwägung gezogen werden.
Ansonsten beträgt die Mindestrate für die Rückzahlung 105,- Euro monatlich, vorausgesetzt das monatliche Einkommen liegt über dem Freibetrag von 1.145 Euro.

Weitere Informationen zur Finanzierung des Studiums und BAföG gibt es auch in diesem Studienratgeber.

 

 

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