Ausbildereignungsprüfung - auf diesem Weg machst du deinen Ausbilderschein

Ausbilderschein

Deutschland ist international bekannt für sein hochwertiges Ausbildungssystem. Eine der Säulen dieses Systems sind die Ausbilder selbst. So darf in Deutschland nicht jeder einfach Lehrlinge ausbilden. Stattdessen schreibt die Ausbilder-Eignungsverordnung vor, dass ein Unternehmen, dass ausbilden möchte, mindestens einen Mitarbeiter mit einem Ausbilderschein in seinen Reihen haben muss.

Die Ausbildereignungsprüfung in den Bundesländern

Um einen Ausbilderschein oder AdA-Schein (Ausbildung der Ausbilder) zu erhalten, müssen Interessenten eine Prüfung ablegen. Diese wird von der IHK (Industrie- und Handelskammer) oder der HWK (Handwerkskammer) durchgeführt. Organisiert wird die Ausbildereignungsprüfung von den Kammern in den jeweiligen Bundesländern beziehungsweise Städten. Entsprechend sind die jeweiligen Kammern auch Ansprechpartner, wenn man sich für einen Ausbilderschein interessiert.

Interessanterweise gibt es für die Teilnahme an der Prüfung keine Voraussetzung. Man muss weder eine Berufsausbildung abgeschlossen haben noch ein Studium. Im Gegenzug reicht der Ausbilderschein allein allerdings auch nicht aus, um dem Gesetz nach ausbilden zu dürfen. Hier schreibt der Gesetzgeber dann doch entsprechendes Fachwissen vor, dass man entweder durch eine Lehre oder durch ein Studium erworben hat. Allein die AdA erfolgreich durchlaufen zu haben, ist also nicht genug.

Auch wenn die Prüfung für den AdA-Schein von den Kammern in den jeweiligen Bundesländern beziehungsweise Städten organisiert wird, gilt der Abschluss deutschlandweit. Wer also beispielsweise seinen Ausbilderschein bei der IHK Berlin macht, kann anschließend auch in Bayern bei einem Unternehmen ausbilden und muss nicht noch einmal einen Ausbilderschein im Freistaat machen.

Allein oder im Kurs vorbereiten

Im Gegensatz zu vielen anderen Ausbildungen in Deutschland muss man im Falle der AdA keinen Kurs im Vorfeld der Prüfung absolvieren. Theoretisch kann sich ein Interessent direkt für die Prüfung anmelden, ohne dass er zunächst an irgendeinem Unterricht teilgenommen hat. Dies birgt allerdings auch das Risiko, dass man anschließend gar nicht so genau weiß, welche Fragen und Aufgaben in der Ausbildereignungsprüfung auf einen zukommen.

Um sich auf die Prüfung vorzubereiten, stehen Interessenten verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Zum einen kann man sich das benötigte Wissen einfach selbst durch Bücher und das Internet anlernen. Mitunter ist es aber in diesem Falle etwas schwierig, den richtigen Fokus zu finden und sicherzustellen, dass die eigenen Übungen auch wirklich für die Prüfung wichtig sind.

Alternativ bieten sich Kurse der IHK oder HWK an. Diese gibt es in unterschiedlichen Formen. So kann man beispielsweise an längeren Kursen teilnehmen, die sich über mehrere Wochen oder Monate erstrecken. Dies ist jedoch nicht jedem möglich, weshalb es auch Crash-Kurs-Angebote gibt, bei denen wichtige Inhalte in einer Woche oder sogar an einem Wochenende vermittelt werden. Ähnliche Kurse werden oft auch von privaten Unternehmen angeboten. Hier lohnt es sich zu vergleichen, da alle Kurse Geld kosten, die Preise sich aber deutlich unterscheiden können.

Fragen und Aufgaben aus Theorie und Praxis

Unabhängig davon, für welchen Lernweg man sich entscheidet, Übungen helfen immer dabei, die Prüfung mit einem sicheren Gefühl zu absolvieren. Die Fragen während der Ausbildereignungsprüfung können ganz unterschiedliche Formen haben. Wer seinen Ausbilderschein machen möchte, muss sowohl in der Theorie als auch in der Praxis fit sein.

Im theoretischen Bereich geht es primär um Wissen. Klassische Fragen sind zum Beispiel: "In welchem Gesetz sind die Ausbildungsinhalte festgelegt, die während der Berufsausbildung vermittelt werden sollen?" oder "Wie nennt man die Kooperation zwischen Ausbildungsbetrieb und Berufsschule?". Auch Fragen wie "Ordnen sie die Abschlüsse den verschiedenen Schulen zu" sind typisch.

Darüber hinaus gibt es auch praxisnähere Frage. So wird beispielsweise danach gefragt, wie der erste Ausbildungstag eines Jugendlichen aussehen sollte. Andere Fragen drehen sich darum, wie man einen Unternehmer von der Einstellung eines Auszubildenden überzeugen kann oder wie lange die Ausbildung in bestimmten Bereichen dauert.

Kosten für Interessenten

Die Prüfung für den AdA-Schein ist keine einmalige Chance. Wer durchfällt, kann die Prüfung wiederholen. Allerdings muss man für jede Teilnahme die Prüfungsgebühr zahlen. Diese fallen in Deutschland höchst unterschiedlich aus und richten sich nach den jeweiligen Kammern. In Berlin verlangt die IHK beispielsweise 90 Euro von den Teilnehmern, während in Hannover 210 Euro gezahlt werden müssen. Auch bei den Kursen unterscheiden sich die Preise ähnlich stark. Entsprechend ist es oft sinnvoll, wenn man sich im Vorfeld auch über die Kosten informiert. Mitunter können sich ein paar mehr Kilometer Anfahrt deutlich rentieren.

Bildquelle: Gesetze im Internet


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