(ein Gastbeitrag von Wolfgang Natzke, 24.06.2011)
In der Berufsausbildung wirst Du mit Fachwissen jeglicher Art „gefüttert“ – Kommunikationstechniken gehören in der Regel nicht dazu. Dabei ist die Fähigkeit richtig zu kommunizieren mit das Wesentlichste, was einen wertvollen „Mitarbeiter“ heute ausmacht. Wenn Du die Ausbildung smart abschließen möchtest oder nach dem Abschluss auf der Karriereleiter nach oben möchtest, solltest Du deshalb kontinuierlich in Deine „Kommunikations-Fähigkeiten“ investieren. Trainingsgelegenheiten ergeben sich jeden Tag und jeder Situation. Worauf es unter anderem dabei ankommt, erfährst Du hier.
Treffend kommuniziert ist die halbe Miete – im ganzen Leben.
Deinen über viele Jahre eingeschliffenen Kommunikationsstil kannst Du nur schrittweise verändern. Die Voraussetzung zur Veränderung liegt aber in Deiner Einsicht in die Notwendigkeit zur Veränderung. Nur wenn Du einen Sinn in der Veränderung Deines Kommunikationsstils erkennst, wirst Du Erfolg und Nachhaltigkeit erreichen. Egal was in Deinem Inneren abgeht, nachvollziehbar ist doch wohl, dass der Mensch mit seiner Umwelt deutlich besser klarkommt, der seine Gedanken und - wenn sinnvoll – auch seine Gefühle, möglichst verlustfrei an den/die Gesprächspartner kommunizieren kann. Je höher Deine Ansprüche sind, um so perfekter sollten Deine „Kommunikations-Fähigkeiten“ sein.
Verschwende niemandes Zeit
In der Ausbildung wirst Du es sehr schnell bemerken: Zeit ist nicht nur in der Ausbildung ein knappes und daher wertvolles Gut geworden. Das geforderte Tempo nimmt auf allen Ebenen rasant zu. Deine Arbeit muss immer schneller und zielgerichteter erledigt werden, wenn Du den geltenden Anforderungen gerecht werden willst. Daher ist es sinnfällig, den Kommunikationsstil diesen geltenden Rahmenbedingungen anzupassen. Nur derjenige, der seine „Message“ präzise, knapp und eindeutig rüberbringt, wird als kompetenter Gesprächspartner wahrgenommen.
Komm zu Sache
Dinge möglichst direkt anzusprechen kann nur derjenige, der weiß, was er will. Dafür musst Du Deine Gedanken strukturieren. Wir leben in einer Welt, die für und von Informationen lebt. Möchtest Du Informationen weitergeben oder welche bekommen? Gelegentlich musst Du nachfragen, was von beiden eigentlich gewünscht wird. Ein möglicher Grund liegt in der Tatsache, dass viele Menschen Angst haben Fragen zu stellen, weil sie der Überzeugung sind, das dokumentiere Unsicherheit oder Unkenntnis. Sie leben von der Hoffnung, die notwendige Auskunft wird sich schon irgendwann und irgendwie ergeben.
Begehe diesen Fehler bitte nicht. Du kannst nur lernen, indem Du Fragen stellst. Dein Gegenüber erkennt an Deiner Frage, ob Du ein aufrichtiges Interesse an der Sache hast, ob und wo Du gedanklich unterwegs bist und hat so die Chance, Dir Hilfestellung bei Missverständnissen oder „gedanklichem festfressen“ zu leisten. Ein guter Ausbilder fördert Fragestellungen und fordert dazu auf.
Offene Kommunikation
Erfolgreiche Kommunikation ist niemals eine Einbahnstraße, da Informationen in unterschiedliche Richtungen fließen müssen. Das ist aber nur dann möglich, wenn Du Deine Kommunikation als „offenes System“ verstehst, das anderen die Chance gibt, mit Dir in den Dialog zu treten. Jegliche Art von autoritärem Kommunikationsstil sowie nervtötende Monologe sind schon im Vorfeld dialogfeindlich. Kommuniziere daher lieber offen und gib anderen die Möglichkeit der Partizipation – das ist vernetzte Kommunikation.
Positive Gesprächsführung
Möge die Macht mit Dir sein – in diesem Falle die Macht der positiven Kommunikation. Es ist für Deinen Ausbilder schon ein Unterschied, ob Du sagst „Ich glaube nicht, dass ich den Bericht bis zum Montag schaffe“ oder „Ich werde versuchen, den Bericht bis Montag zu schreiben, kann es aber nicht versprechen.“ Oder Du sagst „Ich kann mir so viel Theorie sowieso nicht behalten“ anstatt „Ich werde immer besser darin, mir die umfangreiche Theorie zu merken“. Negative Sichtweisen laden zur Blockade ein und wirken für alle Beteiligte lähmend. Das formulieren von positiven Aussagen hat zwei wesentliche Vorteile für Dich. Erstens vermittelst Du eine zuversichtliche Sichtweise, die wiederum für eine angenehme Gesprächsatmosphäre sorgt. Zweitens sorgst Du für Motivation – bei Dir und anderen.
Erfolg durch Ich-Ansprache
Du kennst sicherlich folgenden Satz: „Da muss man sich doch mal drum kümmern.“ Welche Wirkung erzeugt dieser Satz in der Man-Form – welche Verbindlichkeit? Wer fühlt sich angesprochen oder übernimmt gar die Verantwortung? In der Man-Form wirkt alles viel distanzierter und unpersönlich.
Wenn Du dagegen die Ich-Form wählst, bedeutet das persönliches Engagement und die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung – eine wesentliche Eigenschaft für Führungskräfte.
Habe den Mut zur Ich-Form, den sie erfordert sehr viel mehr Stärke und Charakter. Dafür gewinnst Du Deinen Gesprächspartner weil Du eindeutig und unmissverständlich rüberkommst.
Für Deinen neuen Kommunikationsstil bewirkt das:
DU wirkst eindeutig, intensiv und menschlich greifbar!
Eigenschaften die punkten – nicht nur bei den Ausbildern.
In diesem Sinne wünsche ich die nötige Einsicht in den lohnenden Wandel. Der Erfolg wird nicht lange auf sich warten lassen – versprochen.
Mit ganz herzlichem Gruß
Euer Wolfgang Natzke
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